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Baseball

Tag der Entscheidung bei den Legionären

Die Buchbinder Legionäre setzen ihr Halbfinale in Bonn fort. Gesucht wird der Finalgegner von Heidenheim.
Von Matthias Ondracek

Daniel Mendelsohn und die Regensburger Baseballer setzen in Bonn das am 16. September abgebrochene Halbfinale fort. Foto: Eisenhuth
Daniel Mendelsohn und die Regensburger Baseballer setzen in Bonn das am 16. September abgebrochene Halbfinale fort. Foto: Eisenhuth

Regensburg.Hätte den Buchbinder Legionären vor der Saison jemand den 29. September als Playoff-Spieltag in den Kalender eingetragen, so hätten sich die Regensburger Baseballer sicher nicht dagegen gewehrt. Eigentlich sollte dann der „Playball“-Ruf zum Start der Finalserie in der Bundesliga ertönen. Doch die Schwabelweiser und Halbfinalgegner Bonn Capitals sorgten vor zwei Wochen für ein Novum. Spiel fünf der „Best-of-Five“-Serie wurde wegen Dunkelheit abgebrochen und das Endspiel daraufhin neu terminiert.

Nach der Nationalmannschaftspause wegen dem Super6-Turnier wird mit Verspätung der Gegner der Heidenheim Heideköpfe ermittelt. Ab 13 Uhr geht es in der Bonner Rheinaue mit der Fortsetzung des Duells vom 16. September zur Sache. Schon jetzt ist die Serie zwischen dem in der regulären Saison ungeschlagenen Nordmeister Bonn und dem Südzweiten aus Regensburg eine der dramatischsten in der deutschen Baseball-Geschichte. 19 Innings, und damit zehn Durchgänge länger als geplant, dauerte das epische Duell in Spiel vier. Noch nie zuvor ging ein Playoff-Spiel in der Bundesliga über eine solche Distanz.

Mehr als fünfeinhalb Stunden standen sich die Kontrahenten gegenüber, ehe die Capitals mit ihrem 3:2-Sieg das Halbfinal-Duell zum 2:2 ausglichen. Die Folge war der Abbruch der entscheidenden Begegnung um den Finaleinzug. Beim Stand von 3:2 für die Rheinländer im fünften Spielabschnitt wird die Partie bei einem Aus und Läufer auf der zweiten Base im Bonner Angriff wiederaufgenommen.

Ein Vorteil für Regensburg?

Ein Szenario, das den Buchbinder Legionären in die Karten spielen könnte. Während die Capitals vor zwei Wochen mit Sascha Koch einen etatmäßigen Starting Pitcher ins Rennen schicken konnten, kroch die im Vergleich zu den Rheinländern dünnere Werferriege der Oberpfälzer bereits auf dem Zahnfleisch.

„Die Ausgangssituation könnte wesentlich schlechter sein. Es ist ein One-Run-Ballgame, wir haben noch die Hälfte des Spiels zu spielen, und es sind wieder alle Pitcher einsatzfähig“, sagt Jonathan Eisenhuth. Der langjährige Legionär stand wie seine Werferkollegen Daniel Mendelsohn, Niklas Rimmel sowie Bill Greenfield im Marathon-Match auf dem Feld und hätte vor zwei Wochen keine Kraftreserven mehr gehabt.

Bis auf Greenfield, der aufgrund der Ausländerregel nur in den Spielen zwei und vier spielberechtigt ist, sind nun alle Werfer wieder an Bord. Lediglich Michael Wöhrl und Philipp Meyer dürfen nach ihren Auswechslungen nicht mehr ran. Linkshänder Wöhrl hatte die alles entscheidende Begegnung begonnen. Im vierten Durchgang machte er Platz für seinen Kollegen Meyer. Dieser wiederum wurde vom etatmäßigen Feldspieler David Grimes abgelöst, ehe der Schlagabtausch abgebrochen wurde. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Bonner gerade durch einen Opferschlag von Vincent Ahrens in Person von Daniel Lamb-Hunt die 3:2-Führung erlaufen. Dass es überhaupt so eng zuging, wertet Eisenhuth als Erfolg. „Als wir erfahren haben, dass wir das fünfte Spiel noch beginnen, wollten wir natürlich so gut es ging dagegen halten. Und ich denke, dies ist uns sehr gut gelungen“, erklärt der 26-Jährige.

Legionäre beweisen Moral

Gleich im ersten Spielabschnitt markierte Nino Sacasa nach einem Opferflugball von Eric Harms die 1:0-Führung für die Regensburger. „Dass wir nach der bitteren Niederlage im fünften Spiel direkt im ersten Inning wieder vorgelegt haben, zeugt von großer Moral. Wir haben den Bonnern gezeigt, dass wir nicht niedergeschlagen, sondern weiter voll da sind“, blickt Eisenhuth zurück.

Im dritten Durchgang schlugen dann die Bonner zu und gingen mit zwei Runs in Front. Nach einem Opferschlag von David Dinski glich Harms zum 2:2 aus. Wenig später waren erneut die Hausherren am Zug und verschafften sich ein dünnes Polster.

„Ich bin der Meinung, dass einige Leute dachten, dass wir mit mehr Rückstand in den Rest des Spiels gehen müssen“, glaubt Eisenhuth. „Im Vergleich zu Bonn hatten wir ja so gut wie kein Pitching mehr.“ Die Marschroute für die restliche Spieldauer ist für ihn klar: „Wir wollen unbedingt ins Finale. Vor allem jetzt, wo wir so nah dran sind.“

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