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Triathlon

Altmeister Roland Gebert erobert Roth

Das Chamer Triathlon-Urgestein war mit 75 ältester Starter bei der Challenge. Er will sich auch nächstes Jahr wieder quälen.

Roland Gebert (li.) hat bei der Challenge Roth sein Ziel erreicht. Der 75-Jährige benötigte für die Triathlon-Langdistanz keine 14 Stunden. Foto: Fischer
Roland Gebert (li.) hat bei der Challenge Roth sein Ziel erreicht. Der 75-Jährige benötigte für die Triathlon-Langdistanz keine 14 Stunden. Foto: Fischer

Cham.Die „Challenge Roth“ hatte auch dieses Jahr einen festen Platz im Wettkampfkalender des Chamer Triathlon-Urgesteins Roland Gebert (75). Genauso wie sein Vereinskollege vom ASV Cham, Michael Seidl (34) aus Loibling, nahm er am Sonntag die Triathlon-Langdistanz in Angriff. Das bedeutet, 3,8 Kilometer im Main-Donau-Kanal schwimmen, 180 Kilometer Rad fahren und einen Marathon laufen.

Seit 35 Jahren schlägt nun schon in Roth das Triathlon-Herz Europas. Was 1984 als „Franken-Triathlon“ mit 83 Teilnehmern begann, ist heute eines der beliebtesten Langdistanz-Rennen Europas. „The best old Race“ – das ist der Inbegriff für eine familiäre Veranstaltung, die als größte Triathlonveranstaltung über die Langdistanz weltweit gilt. Rund 7500 Helfer versorgen die 3400 Einzelstarter und 650 Staffeln aus 75 Nationen während der Triathlon-Festspiele, die von über 220000 Zuschauern begleitet werden. Nicht die Rekorde stehen zwischen Main-Donau-Kanal und dem Triathlon-Park in Roth im Vordergrund. Eine einmalige Stimmung entlang der Strecke mit den Höhepunkten am Solarer Berg in Hilpoltstein, am Kalvarienberg in Greding oder der Biermeile in Eckersmühlen und dem Zieleinlauf geben dem Triathlon in Roth seinen Reiz.

Gebert in der ersten Startwelle

Roland Gebert startete zusammen mit den Profis – auch dem späteren Sieger Sebastian Kienle – in der ersten Startwelle um 6.30 Uhr. Dieses Privileg wird jedem Starter ab einem Alter von 65 Jahren zuteil. Top-Athleten bewältigen die Distanz unter acht Stunden. Hobbysportler dürfen nicht länger als 15 Stunden benötigen, sonst werden sie disqualifiziert. Von der 15-Stunden-Grenze war Roland Gebert weit entfernt. Er hatte sich vorgenommen, die Ziellinie unter 14 Stunden zu überqueren. So musste er zum Schluss noch einmal die Zähne zusammenbeißen und letzte Kräfte mobilisieren, um seinen persönlichen Plan zu erfüllen. Der eiserne Wille Geberts führte ihn letztlich in einer Gesamtzeit von 13:59:11 Stunden ins Ziel. In der Gesamtwertung erreichte Gebert mit dieser Zeit den 2254. Rang und in der Altersklasse M75 den ersten Platz. Er war an diesem Tag zugleich der älteste Teilnehmer.

Ins Ziel gequält – Michael Seidl finishte trotz gesundheitlicher Probleme in 11:27:20 Stunden. Foto: Fischer
Ins Ziel gequält – Michael Seidl finishte trotz gesundheitlicher Probleme in 11:27:20 Stunden. Foto: Fischer

Auch Michael Seidl hatte am Sonntag dem inneren Schweinehund den Kampf angesagt. Nach einem Jahr Vorbereitung startete der Wettkampf für ihn allerdings suboptimal.

Michael Seidl hatte Probleme

Bereits beim Schwimmen hatte er mit Übelkeit zu kämpfen. Dies führte dazu, dass auf dem Zeitfahrrad das Einnehmen einer optimalen Sitzposition unmöglich war. So musste Seidl nicht nur den Kampf gegen sich selbst aufnehmen, sondern auch gegen den teils heftigen Wind. Ohne etwas Quälerei konnte sich jedoch an diesem Tag in Anbetracht der langen Distanzen wohl kein Athlet das Finisher-Shirt sichern. Der Loiblinger finishte in der Gesamtzeit von 11:27:20 Stunden (Schwimmen 1:13:39, Radfahren 05:49:05, Marathon 04:16:04). In der Gesamtwertung belegte er Platz 1129.

Auf der längsten Finishline der Welt wurden alle Ausdauersportler – darunter auch die ASVler – mit dem tosendem Applaus über die Ziellinie begleitet. Allen Qualen zum Trotz weiß Roland Gebert ganz genau, wo er nächstes Jahr auf jeden Fall an der Startlinie stehen wird – nämlich bei der Challenge in Roth.

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