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Sport aus Cham
Freitag, 20. Juli 2018 29° 2

Spitzenkegeln

Dem Pfeifkonzert zum Trotz

Vor dem Final Four der Königsklasse sieht Witzbold „Matze“ Weber eine „kleine Favoritenrolle“ des Titelverteidigers Zerbst.

Das Chambtal ist Geschichte, für „Matze“ Weber wird es auf den Bahnen des Zerbster Erzrivalen Bamberg ernst in Sachen Champions League. Foto: Tschannerl
Das Chambtal ist Geschichte, für „Matze“ Weber wird es auf den Bahnen des Zerbster Erzrivalen Bamberg ernst in Sachen Champions League. Foto: Tschannerl

Mitterkreith.So sehr sich „Matze“ Weber gefreut hatte, erstmals in offizieller Mission im Chambtal kegeln zu dürfen, zu gewinnen, alte und neue Freunde zu herzen und hernach noch länger zu feiern, so ist der Bundesliga-Abschluss längst Geschichte in der Schnelllebigkeit dieses Kugel-Sportes. Gestern Abend ging es schon wieder nach Bayreuth, um auf reservierten Bahnen im Quartett mit den anderen Zerbster Größen Jürgen Pointinger, Kapitän Timo Hoffmann und Manuel Weiß eine Sonderschicht einzulegen. Um am Samstag und vor allem am Sonntag, dem Finaltag, nichts dem Zufall zu überlassen. Auch Ostern 2018 ist voll ausgebucht. Zum fünften Mal kämpft Mathias Weber in Zerbster Farben um die Krone der Champions des Kegler-Kontinents. Heuer als Titelverteidiger und das soll auch in der nächsten Saison so sein, denn speziell auf den Bahnen von Erzrivale Victoria Bamberg wollen sich die Sachsen-Anhaltiner auf gar keinen Fall blamieren. Als würde der FC Bayern das Finale der Königsklasse in Dortmund austragen.

Ins Champions League-Halbfinale mit der Lederkugel verirrt sich freilich seit Menschengedenken mangels Masse weder ungarische noch slowakische Spielart. Mit der Vollkugel geht das noch und würde für Aufsehen sorgen, wäre es anders. Ein rein deutsches Finale ginge im Fußball, auch im Kegeln.

Wenn „Matze“ Weber und Zerbster Kollegen am Samstag ab 14 Uhr den ungarischen Marktführer Alabardos Szeged rauskegeln. Um 16.30 Uhr müsste dann der Bundesliga-Fünfte (hinter Raindorf!) KC Schwabsberg die slowakischen Kugel-Asse in Diensten des SK Zeleziarne Podbresova abräumen, dann wäre am Sonntag Nachmittag das österliche Traumfinale perfekt. Gut möglich, dass die Sympathiesanten von Altmeister Victoria Bamberg den Schwabsbergern die Daumen drücken würden, angesichts der ausgeprägten Rivalität mit Zerbst. Aber da würden die Favoriten drüber stehen, bekräftigt „Matze“ Weber. Als würde sich der FC Bayern im fremden Stadion durch ein Pfeifkonzert ablenken lassen. „Eine kleine Favoritenrolle ist nicht von der Hand zu weisen“, sitzt Weber der Schalk im Nacken bei der Bewertung der Zerbster Chancen auf die Titelverteidigung. Auf neudeutsch: Alles andere als der Finalsieg wäre eine Enttäuschung. Jedenfalls hat der Traubenbacher Fortune ein gutes Bauchgefühl, wenngleich die routinierten Ungarn zu beachten sind, trotz zweier Abgänge auf Weltklasse-Niveau. Und ein wenig Enthusiasmus werden die Puszta-Söhne schon auf die Bamberger Bahnen bringen, denn mit dem 5:3 im Achtelfinale daheim und 4:4 in Oberfrankens Bischofsstadt hat Alabardos Szeged den Victorianern ordentlich in die Suppe gespuckt, sodass die Bamberger daheim zuschauen müssen.

„Im Finale ist egal wer“, hat „Matze“ Weber ohnehin keinen Wunschgegner. Hauptsache gewinnen. Wenn der bekannteste Banker des Landkreises nicht wieder ein Angebot bekommt, einem Geburtstagskind eine individuelle Trainingsstunde zu schenken, geht es weiter mit der Vorbereitung auf die Einzel-WM im Mai in Cluj (Rumänien). Davor Pokal-Final Four in Ludwigshafen gegen Raindorf. „Wir bleiben voll im Saft“, so Webers Ansage ans Heer der Außenseiter ... (gu)

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