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Sport aus Cham
Donnerstag, 19. Juli 2018 27° 1

Spitzenkegeln

Ein Zavarko ist eben nicht zu packen

„Nur“ Silber für „Matze“ Weber und Zerbster Kollegen in Champions League nach 2:6 gegen Podbresova. Wenigstens Kiss besiegt.

  • „Sehr eigene Bahnen“ in Bamberg zwangen auch Mathias Weber zu höchster Präzision. Fotos: Zander
  • Dann eben nur Silber ...

Mitterkreith.Angeschlagen war „Matze“ Weber am Tag danach nicht wegen der Feier-Nachwehen, schon länger vielmehr durch grippale Infekte. Da passte die Final-Niederlage im Final Four der Champions League haargenau ins Bild als Stimmungskiller. Wenngleich der Weltklasse-Mann des Landkreises in Diensten von „FC Bayern“ Rot-Weiß Zerbst schon allein aus Bodenständigkeit mit sowas umgehen kann. Dennoch ließ es sich argumentativ drehen und wenden, wie er wollte, unterm Strich stand immer das Gleiche: „Enttäuschend, schon bitter, frustrierend, weil es nach der Niederlage im Weltpokal-Finale jetzt schon die zweite war“. Als würde der FC Bayern der Lederkugel „nur“ Deutscher Meister ...

Am Ende blieb in „Matze“ Webers Frust nur jenes Trostpflästerchen, dass „der Zavarko zur Zeit halt nicht zu schlagen ist“. Denn im Finale auf den „sehr eigenen“ (Weber) Bahnen von Erzrivale Victoria Bamberg griffen die Slowaken in Diensten von  SK Zeleziarne Podbresova in die Trickkiste beim Aufstellungspoker. Der eröffnet die Möglichkeit, Strohmänner aufzustellen, die kurz vorm Start ausgewechselt werden, um gewisse Paarungen zu erzwingen. Zum Beispiel Weltstar Vilmos Zavarko, derzeit in Jahrhundertform, auf Weber treffen zu lassen.

Aus dieser Not wollten die Sachsen-Anhaltiner eine Tugend machen: „Ich sollte den Rückstand eindämmen mit einer knappen Niederlage gegen Zavarko, nicht mehr als 50 Holz abgeben“, so der Plan. Webers Kollegen sollten derweil in die Lücken stoßen, denn die Slowaken gelten als hypersensibel, wenn es nicht läuft. Fast kein Teil des Planes ging allerdings auf beim 2:6. Weber musste Zavarko um satte 70 Holz deutlich ziehen lassen beim 623:693, Pointinger unterlag Tomka ebenso wie Weiß Nemczek und Hofmann Pasiak. So blieben zwei Ehrenpunkte von Stoklas gegen Vadovic und Schneider gegen Kuna. Auf Bamberger Bahnen, die allerhöchste Genauigkeit einforderten, um die Neuner zu treffen.

„Für die Einzel-WM hat es mir aber auf alle Fälle etwas gebracht“, so Webers Leucht-Boje im See der Enttäuschung, denn beim 7:1 im Halbfinale gegen Szeged blieb Ungarns Topmann Norbert Kiss auf der Strecke gegen Weber mit 630:617. Da hatte auch die Raindorfer Kolonie im Zuschauerraum noch Hoffnung gehabt.

„Ich bin nicht unzufrieden, kann aber auch nicht zufrieden sein“, orientierte sich Weber im finalen Urteil an seinem Zustand durch die Grippe: Nichts auskurieren zu können, aber auch nicht auszufallen. Bis Donnerstag ist nun Pause, dann geht‘s in fünf Wochen Vorbereitung auf die Einzel-WM und aufs Pokal-Finale. Zwei Ziele, die Weber und die Zerbster Kollegen ein wenig entschädigen sollen. So als wäre der FC Bayern wütend ... (gu)

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