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Sport aus Cham
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Stippvisite

Fachsimpeln mit Weinzierl und Frey

Der Ex-Jahn-Coach Weinzierl und der Uefa-Pokal-Sieger Frey waren in Kelheim, redeten über Fußball – und natürlich den Jahn.
Von Thomas Kreidemeier und Birgit Pinzer

Markus Weinzierl, Harry Gfreiter und Dieter Frey (von links) bei der Teamware -PräsentationFoto: Gfreiter

Kelheim. Mit dem FC Bayern München deutscher Meister und Uefa-Pokalsieger, 128 Bundesligaspiele, außerdem DFB-Pokalsieger 1999 mit dem SV Werder Bremen – so liest sich die berufliche Bilanz von Ex-Profi Dieter Frey.

Markus Weinzierls aktive Karriere als Fußballer verlief mit 40 Zweitligaspielen nicht ganz so geradlinig, dafür weist der Straubinger eine beeindruckende Bilanz als Mann an der Bande auf: 2012 stieg er mit dem SSV Jahn Regensburg in die 2. Liga auf; nach seinem Wechsel gelang ihm mit dem FC Augsburg 2013 erst der Klassenerhalt; 2015 qualifizierten sich die Schwaben, eigentlich als Abstiegskandidat gehandelt, als Tabellenfünfter für die Europa-League. 2014 wurde Weinzierl für seine Leistungen von den deutschen Sportjournalisten zum „Trainer der Saison“ gewählt, übrigens vor dem damaligen Bayern-Coach Pep Guardiola.

„Ich nutze auf jeden Fall die Zeit, die ich jetzt habe.“

Markus Weinzierl

Am Dienstag waren Frey und Weinzierl anlässlich der Teamware-Präsentation von Sport 2000 in Kelheim zu Gast. In die Wege geleitet hatte den Besuch Harry Gfreiter, der Weinzierl aus den gemeinsamen zehn Jahren beim Jahn gut kennt und mit Frey gemeinsam in der Jugend gekickt hatte.

Frey und Gfreiter Jugendfreunde
„Harry und ich kommen beide aus dem Allgäu, haben uns in der Jugend des FC Augsburg kennengelernt und sind seitdem Freunde geblieben. Da ich ihn jetzt schon lange nicht mehr gesehen habe, dachte ich, ich nutze diese Gelegenheit, um Harry mal wieder zu treffen“, erklärt Frey.

Und es gibt auch eine Verbindung zwischen Frey und Weinzierl: Beide waren zur selben Zeit beim FC Bayern – Frey bei den Profis, Weinzierl bei den Amateuren. Über den Weg gelaufen sind sich damals allerdings nicht.

Gfreiter freute sich, die beiden wieder zu treffen. „Wir kennen uns gut und wir kennen uns lange. Man schmatzt von alten Zeiten“, sagt er. Mit Weinzierl spielte „Kult-Harry“ beim Jahn noch gemeinsam in einer Mannschaft. Als Weinzierl 2008 nach der Entlassung von Thomas Kristl Cheftrainer wurde, war Gfreiter Teamkoordinator beim SSV.

Jahn psychologisch im Vorteil
Der Jahn war natürlich auch an diesem Tag ein Thema. Die Spiele des Zweitligisten verfolgen Frey und Weinzierl sehr interessiert. „Klar bin ich mit dem SSV noch emotional verbunden, ich war schließlich dort lange Trainer und habe einige der Spieler auch noch selbst trainiert. Ich bin auch oft beim Jahn im Stadion“, sagt Weinzierl. Frey sieht für den Regensburger Klub sogar gute Chancen für den Aufstieg in die Bundesliga: „Sie sind psychologisch im Vorteil, da sie nichts zu verlieren haben. Sie können nur gewinnen. Denn niemand erwartet von ihnen den Aufstieg“, argumentiert der 45-Jährige.

„Meine Klasse spricht mich immer dann auf meine Karriere an, wenn sie keine Lust auf Mathe hat.“ Dieter Frey

Angesprochen auf die Veränderungen im Profifußball seit dem Ende seiner Karriere, sagt Frey: „Die Jugendarbeit hat sich stark verändert. Ich habe damals drei Mal pro Woche trainiert, mittlerweile trainieren die Nachwuchsmannschaften ja fast jeden Tag.“ Mittlerweile ist Frey Mathe- und Wirtschaftslehrer in Nürnberg. Auch 15 Jahre nach seiner Karriere – erkannt wird er immer noch. „Das kommt schon mal vor, dass mich Schüler um ein Autogramm bitten. Meine Klasse spricht mich immer dann auf meine Karriere an, wenn sie keine Lust auf Mathe hat“, schmunzelt Frey.

Während Frey nicht mehr im Profigeschäft aktiv ist, ist Weinzierls letzte Station als Trainer beim FC Schalke 04 etwas mehr als ein halbes Jahr her. Auf die Frage, ob sein Wechsel zu Schalke ein Fehler war, entgegnet Weinzierl: „Man lebt von solchen Erfahrungen. Sowas bringt einen weiter.“ Weinzierl macht derzeit Pause, signalisiert aber Bereitschaft für eine nächste Station als Trainer: „Ich nutze auf jeden Fall die Zeit, die ich jetzt habe“, sagt er. Zu möglichen Angeboten wollte der 43-Jährige sich nicht äußern.

Frey dagegen erklärte, er könne sich durchaus eine Rückkehr in den Spitzenfußball als Trainer vorstellen. „Ich trainiere ja schon als Co-Trainer beim 1. FC Nürnberg in der Jugend mit und bin Lehrer an einem Sportgymnasium. Da sind die Anforderungen ähnlich.“

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