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Sport aus Cham
Samstag, 24. Februar 2018 2

Handball

Großer Ärger auf allen Ebenen

Chams Pilsener Shooter Petr Tahovsky verliert bei der EM gegen die Deutschen, die Kameraden unterliegen danach in Stadeln.

Mehr als nur Kopfsache war‘s für die Tschechen gegen die Deutschen und Petr Tahovsky hätte sich einen kleinen Kurzurlaub in Stadeln gewünscht. Foto: dpa

Cham.Insgeheim hatten sich die fabelhaften „Tschechos“ als EM-Hauptrunden-Außenseiter gegen den großen Bruder ja doch etwas ausgerechnet. Erwartungsgemäß blieb aber nur der Trostpreis in Varazdin, gegen den Titelverteidiger Deutschland nach zähem Kampf mit nur drei Treffern Differenz verloren zu haben. Oh, dieser Heinevetter ...

Nach jenen zwei Kraftakten gegen die Dänen und Ungarn hatte sich die Miene von CZ-Nationalphysio Petr Tahovsky verfinstert, schon kurz vor dem Schlusssignal. Nicht wegen der anstehenden Muskel-Arbeit im Hotel nach dem Schlachtgetümmel, vielleicht auch schon in Vorahnung. Denn 24 Stunden später folgte der nächste Ärger im vom kroatischen Spielort nur 646 Fahrtkilometer entfernten Stadeln.

Dort hätten die ASV-Ballwerfer in der Landesliga-Kraftprobe beim Hinterbänkler MTV Stadeln beinahe die Kritiker Lügen gestraft. Ohne Tahovsky, Pelikan, Geißler und Kagermeier lagen die Rot-Weißen zur Pause vorne mit 16:14, obwohl Stadelns Führungsfigur Michael Neumaier dabei war (vier Tore). Auch gleich zu Beginn des zweiten Abschnittes durften die Gäste im Fürther Stadtteil erwartungsfroh die Faust ballen nach ihren Treffern. So musste nicht zuletzt Trainer Filip Turecek schmunzeln, denn seine Rasselbande schien den Franken die Schau zu stehlen. Obwohl die Gastgeber in Andre Delatron (6) und Luka Milicevic (klingt irgendwie kroatisch ...) mit fünf Treffern seine torintensive Paradereihe aufgefahren hatten.

Schien alles nichts zu helfen, denn nach 38 einhalb Minuten hatte Tomas Soukup, mit Klima verbliebene tschechische ASV-Doppel-Speerspitze, einen Siebenmeter zum 15:20 (!) versenkt. Jene Unbeschwertheit angesichts vermeintlicher Chancenlosigkeit, auf die Trainer Turecek gesetzt hatte? Stadelns Shooter-Duo Delatron und Milicevic brachte die Gastgeber zwar auf 19:22 heran, doch ASV-Youngster Reitmeier traf zum 20:22. Die Tankanzeige des Chamer Kleinwagens näherte sich freilich bedrohlich dem roten Bereich, die Franken schaufelten dagegen munter weiter Kohle in den Dampfkessel. Ein Doppelschlag von Delatron und bei absolvierten 50:10 Spielminuten war‘s dann nur noch ein Tor beim (22:23). Sperlich, Milicevic und Wagener trieben die Spannung ergebnismäßig in die Höhe (23:25). Nach Kleins 24:25 sah Reitmeier die rote Karte (Rangelei, Kommentar, blaue Karte), Sperlich saß zeitgleich auf der Strafbank (55:33). Alles schien trotzdem gut zu werden, denn Stadelns Topmann Neumaier vergab einen Siebenmeter.

In Unterzahl kam dennoch der Chamer Zusammenbruch: Delatron, Klein und Milicevic drehten das Ding mit ihrem Dreierpack binnen hundert Sekunden zum 27:25. Die letzte Chamer Auszeit versandete, weil Neumaier noch das 28:25 draufsattelte. 24 Sekunden vor Ende verkürzte Wagener noch zum Endstand.

Wie gut, dass in einer Woche gegen Schlusslicht HC Forchheim alles wird wie früher: Tahovsky wieder da und damit klarer Heimsieg. Wie in der Kraftprobe mit den Deutschen können die Chamer aber bis dahin den Tschechen nicht den Daumen drücken, sonst wird‘s nochmals eng. Also am Dienstag gegen Mazedonien verlieren, tags darauf gegen Slowenien und bloß nicht um Platz fünf spielen am Freitag. Wenn es dann noch schneit in Kroatien, der Flieger Verspätung hat, wird es auch gegen Forchheim knapp ... (gu)

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