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Sport aus Cham
Sonntag, 22. Juli 2018 26° 8

Handball

Jetzt wird es eng für den ASV in Stadeln

Shooter Petr Tahovsky weiter tschechischer Physio bei der EM in Kroatien anstatt Chamer Siegbringer in der Landesliga.

ASV-Topmann Petr Tahovsky als stiller Genießer beim Vorstoß in die EM-Hauptrunde mit dem 33:27 über Ungarn. Da blockiert kein Muskel mehr. Foto: Tschannerl
ASV-Topmann Petr Tahovsky als stiller Genießer beim Vorstoß in die EM-Hauptrunde mit dem 33:27 über Ungarn. Da blockiert kein Muskel mehr. Foto: Tschannerl

Cham.Filip Turecek, Pilsener Übungsleiter des Chamer Landesliga-Teams, sagt, er habe gut geschlafen und grinst dabei. Denn das eine Herz von den zweien in seiner Brust hat doch ein klein wenig lauter gepocht. Weil seine Landsleute als Underdog bei der EM in Kroatien völlig unerwartet jetzt auch die Ungarn besiegt haben, total sensationell trotz geschwächter Besetzung (auch Milan Skvaril junior fehlt weiter) in die Hauptrunde vorgestoßen sind, nun gegen Deutschland spielen. Handball-Land Tschechien steht Kopf und ASV-Shooter Petr Tahovsky steht als Physio ergriffen klatschend daneben.

Wenigstens Wagener ist dabei

Das hätten die Chamer natürlich gerne umgekehrt gehabt, weil am Samstag, 19 Uhr, die Landesliga-Partie beim Viertletzten MTV Stadeln damit in ganz anderem Licht erscheint. Ohne Tahovsky, Pelikan, Jeremias Geißler (Urlaub in Österreich) und Lukas Kagermeier (sechs Wochen Zwangspause nach Operation). Wenigstens Manuel Wagener ist angesichts dieser Nöte doch dabei im Fürther Stadtteil. Rechtzeitig bis zum nächsten ASV-Heimspiel in einer Woche gegen Schlusslicht HC Forchheim sollten die Tschechen dann aber fertig sein im Skolsko Sportska Dvorana von Varazdin. Aber wer weiß, Tureceks Herz pocht weiter laut, nun sei alles möglich, sagt der Pilsener, auch gegen Slowenien und Mazedonien – um Gottes Willen, bloß nicht.

Die sportliche ASV-Führung will das Beste draus machen: „Wir schauen das Spiel gegen Deutschland im Fernsehen an vor dem Training“, könnte noch durchaus Lehrreiches dabei sein für Landesliga-Verhältnisse. Samt deutschem Sieg, versteht sich. „Ich bin neugierig, wie sich diejenigen schlagen werden, die sonst nicht so lange spielen“, spielt Turecek auf der Psycho-Klaviatur, „ich freue mich auf das Spiel in Stadeln, wir müssen positiv denken.“ Noch schnell, wie früher, eine tschechische Aushilfe, die auf die Schnelle spielberechtigt gewesen wäre, zu verpflichten, das war laut Turecek nie ein Thema. Da hätten sich die Getreuen auf der Ersatzbank logischerweise verarscht gefühlt: „Die anderen müssen das jetzt packen“, so der ASV-Coach kämpferisch, zehn Feldspieler und zwei Torhüter ließen sich schließlich immer noch zusammenkratzen. Dazu Spuren von Resthoffnungen: Stadeln verlor zuletzt sogar in Marktsteft, weil Top-Angreifer Michael Neumaier nicht dabei war. Ist das der torintensive Ex-Bayreuther auch diesmal, würde ja fast sowas wie Waffengleichheit herrschen. Aber Stadeln muss unbedingt gewinnen im Abstiegskampf, hat in der Vorrunde in Cham lange mitgehalten – stochern alle im Nebel.

Dass die „Tschechos“ nicht auch von den Ungarn abgefieselt worden waren, sogar zwei Punkte gegen Dänemark in die Hauptrunde mitnehmen, vor der heutigen Kraftprobe mit den Deutschen gleichauf liegen, das überstrahlt nun mal die ASV-Bedürfnisse. So hart das nicht zuletzt Trainer Turecek trifft, so deutlich bekennt er sich: „Das ist schon Wahnsinn, was die bisher geleistet haben. Gegen Olympiasieger Dänemark zu gewinnen, ich hätte auch nicht gedacht, dass sie gegen Ungarn gewinnen“. David schleudert den Stein also so präzise, dass sich gar die lieben Nachbarn in Deutschland nicht in Sicherheit wiegen können.

Strahlend im Blitzlicht-Gewitter
Für Turecek, der bekanntlich nie Nationalspieler war, ein Fingerzeig, dass die über die Ligen in ganz Europa verstreuten Einzelkönner auch als Mannschaft funktionieren können. Obwohl sie in Deutschland nur bei Zweitligisten ihre Brötchen verdienen, in der Schweiz, Polen und Ungarn, allerdings nicht bei den großen Namen in der Champions League. Dennoch durfte Ondrej Zdrahala (14 Treffer gegen Ungarn!) schon zweimal hernach das Blitzlicht-Gewitter genießen mit dem Ehrenpreis in den harzigen Klauen als „Best Player of the Match“. Ganz zu schweigen von Top-Keeper Martin Galia, Pavel Horak, nach Göppingen und Berlin nun in Erlangen tätig, Roman Becvar etc. Vielleicht kann Turecek den einen oder anderen mal fragen, was er künftig so vorhat. Dann könnte sich Tahovsky ein wenig ausruhen ... (gu)

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