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Sport aus Cham
Montag, 28. Mai 2018 28° 1

Handball

Mit höherem Tempo noch weiter nach oben

Der Bayernliga-Angriff mit der Brechstange ist tabu, aber ein wenig mehr soll es schon werden für den ASV Cham in 2018/19.

Ende mit Schrecken für den ASV in der Sulzbacher „Kröte“: Im Endspurt musste der Favorit die Kröte schlucken. Foto: HCS

Cham.Soll Filip Turecek, Übungsleiter des Landesliga-Fünften ASV Cham, Bilanz ziehen über sein erstes Jahr als Trainer der Rot-Weißen, dann sprudelt der Pilsener immer noch übers letzte Spiel beim HC Sulzbach. Und schüttelt den Kopf, wenn er ans weibliche Schiri-Duo denkt: „Ich musste mich abwenden, sonst hätte ich etwas gesagt und wäre deswegen auf die Tribüne verbannt worden“, vermied Chams Ex-Torjäger damit eine Sperre. Seinem Langzeit-Torjäger und Landsmann Petr Tahovsky drohen allerdings zwei Spiele auf der Tribüne, wenngleich Turecek nicht klar war, ob Tahovsky jene zwei Spiele zu Beginn der nächsten Saison abbrummen muss. Eine Farce, so Turecek. Tahovsky, als Sportsmann bekannt, lag gefoult am Boden, ein Sulzbacher wollte ihm aufhelfen, Tahovsky wiegelte ab und traf den Mann unabsichtlich mit der abwehrenden Handbewegung. „Das war gar nichts“, schon gar keine blaue Karte, schwört Turecek und ärgert sich weiter. „Die haben bei uns nach fast jedem Allerweltsfoul zwei Minuten gegeben, da konnten wir gar nicht ins Spiel kommen“, so Turecek. Die Herzogstädter kamen damit besser zurecht, weil sie die anfängliche Fünf-Tore-Führung des ASV mit meist doppelter Überzahl aufarbeiten durften.

Ohne Fabian Graßl und Andre Bornack, mit Tahovsky in Manndeckung, musste Manuel Wagener auf Rückmitte spielen, obwohl er das nicht oft trainiert hatte. Mit dem Sulzbacher Siegeszwang waren das zu große Imponderabilien. Enttäuscht war der Coach dennoch über die Vorstellung der Seinen.

Da hilft nur der Ausblick auf die nächste Saison, die mehr als Platz fünf bringen soll. Allerdings, wie berichtet, nicht die Bayernliga-Rückkehr mit der Brechstange. Dafür scheint auch die Konkurrenz zu zahlreich. Heidingsfelds „Millionentruppe“ wird es wieder probieren, aus der Bayernliga könnte der stets ambitionierte TSV Rothenburg kommen, sollte Vizemeister Lauf/Heroldsberg in der Bayernliga-Relegation scheitern, ist er ebenso wieder nach oben orientiert wie der Vierte MTV Ingolstadt diesmal.

„Schwieriger als erwartet“, bekennt Filip Turecek, sei für ihn gewesen, dass viele im Team den von ihm propagierten Tempo-Handball nicht im Sinn gehabt hätten. „Wir haben manchmal viel zu langsam nach vorne gespielt“, spielt der Coach nicht zuletzt auf die vier bitteren Heimniederlagen (Fichtelgebirge!) an. Vier Heimpleiten sind viel für ASV-Maßstäbe.

„Manchmal war es ohne Lust, ich weiß nicht, ob wir Angst hatten ...“, so des Trainers Ansicht, speziell gegen Meister SG Regensburg. Da wird also der Hebel angesetzt im Sommer, wenn im Freien wochenlang Muskel- und Sehnen-Stränge, damit auch die Schweißporen, ihre Grenzen der Dehnbarkeit erfahren, unkt Turecek. Mit dem Vorteil, dass „nach einem Jahr jeder weiß, was ich will“, so die Kampfansage des ASV-Vorturners. Denn nur mit High-Speed-Handball hat Chams Mittelklassewagen mittelfristig die Chance, doch einmal an den fränkischen Luxuskarossen vorbei zu zischen. Wenn die Fahrbahn keine großen Schlaglöcher hat. (gu)

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