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Sport aus Cham
Freitag, 27. April 2018 15° 2

Gewichtheben

Saisonrekord und Platz fünf am Ende

Rodinger „Turner“ klettern noch in Tabelle mit 737,6:569,4 über Pforzheim zu Gregor Nowaras Rekord-Show. Kucera im Fokus.

  • Die Antidoping-Richtlinien haben alle beim TB 03 unterschrieben, so musste keiner ein schlechtes Gewissen haben beim Beruhigungstrunk. Fotos: Tschannerl
  • Der finale Kraftakt von Brandhuber & Co. führte zum Erfolg.
  • Nicht zu viel versprochen.

Roding.Mit einem starken Schlussspurt zerriss Bundesligist TB 03 Roding das Zielband der West-Staffel und kletterte mit Saisonbestleistung von 737,6:569,4 über die Pforzheimer Goldstadtlöwen noch auf Platz fünf der Abschlusstabelle. Überragend Hans Brandhuber mit Relativbestleistung von 130,8 Punkten und Gregor Nowara mit bayerischen Rekorden und erstmals 151,6 relativ.

Simon Brandhuber hatte nicht umsonst den finalen Angriff auf die Saisonbestleistung verkündet und seine Mitstreiter hielten Wort. Wie aus einem Guss präsentierte sich das TB-Sextett. Kaum ungültige Versuche, getragen vom Publikum, kamen die TB-Akteure der bisherigen Bestmarke von 732,0 Relativpunkten mit jeder Hebung näher. Auch als Peter Kulzer nach seinem ersten Stoßversuch an 165 kg wegen Verletzung auf weitere Versuche verzichten musste, wurde das Ziel konsequent weiter verfolgt.

Gregor Nowaras Rekordjagd

Gregor Nowara lief noch einmal zur Höchstform auf. Sechs Gültige, mittlerweile Standard beim starken 94 kg-Mann der „Turner“. Mit 93,2 kg Körpergewicht schloss er das Reißen mit 149 kg ab. Dann ging es über 177 und 185 kg zur persönlichen Bestmarke von 189 kg. Die Halle tobte, als Sprecher Andreas Müller verkündete, dies sei nicht nur persönliche Bestleistung, sondern auch Oberpfalz- und sogar Bayernrekord in der Klasse bis 94 kg Körpergewicht der Aktiven. Dafür gab es ein dreifaches „Das war Spitze“ von Oberfan Richy und den begeisterten Zuschauern. Auch die Zweikampf-Leistung von 305 kg sind Rekord. Lange Zeit stand die Relativbestleistung von Gregor bei 150 Punkten, seit Samstag nun bei 151,6 Zählern.

Hans Brandhuber, 21 Jahre jung, war der nächste, der für Begeisterung sorgte. Allerdings Erstaunen, als Brandhuber junior mit der Bestleistung von 132 kg Reißen im ersten Versuch angekündigt wurde. Und prompt setzte er den Versuch in den Sand. Die Ausbesserung gelang dann aber. Dieses Missgeschick sollte ihm kein zweites Mal passieren. Hans Brandhuber drehte beim Stoßen erst so richtig auf. Für den letzten Versuch ließ er um drei Kilo mehr als seine Bestmarke von 170 kg auflegen. Und wieder tobte die Halle, als Rodings Topmann mit Wut im Bauch die Rekordlast von 173 kg erstmals zur Hochstrecke brachte. Damit gab es auch persönliche Rekorde beim Zweikampf mit 305 kg und in der Relativwertung von 130,8 Punkten. Da war natürlich der Chef, Simon Brandhuber, gefordert, wollte seinen Beitrag zum Saisonrekord leisten, was ihm auch mit sechs Gültigen und 130 bzw. 155 kg gelang. Jeweils um fünf Kilo mehr als gegen Obrigheim, bei starken 146 Punkten.

Tamara Voit überzeugte nach dem Einbruch beim Stoßen gegen Obrigheim diesmal mit drei Gültigen und glatten 100 Relativpunkten. Ihr Bruder Hermann Voit brachte jeweils nur zwei Gültige in die Wertung, blieb etwas hinter den Erwartungen zurück. Aber dafür agieren die TBler ja im Kollektiv, da fängt der eine den anderen auf. Peter Kulzer hat nach seiner Verletzung wieder vorsichtig begonnen, sich in kleinen Schritten herangetastet, doch beim ersten Stoßversuch trat die alte Verletzung wieder auf. Um nichts zu riskieren, verzichtete Kulzer auf weitere Versuche. Sicher ist sicher. War auch nicht nötig, der Saisonrekord von 737,6 Punkten war im Kasten.

Kucera belässt den Hallenrekord

Die Goldstadtlöwen aus Pforzheim fühlten sich wohl in Roding, schafften ebenfalls Bestleistungen und Mannschaftssprecher Steffen Krämer lobte: „Ihr ward ein Hammerpublikum“. Natürlich freuten sich die Gäste vom Nordrand des Schwarzwaldes über den achten Tabellenplatz, der Klassenerhalt ist gesichert. Im Team der Gäste aus der achtgrößten Stadt Baden-Württembergs hebt auch ein Bayer mit vietnamesischen Wurzeln aus Erding: Tuan Dang, vielfacher Deutscher Meister in der 56 kg-Klasse, der mit exzellenter Technik begeisterte.

Im Fokus natürlich der Auftritt des tschechischen EM-Dritten Kamil Kucera aus Sokolov. Die 141 kg Körpergewicht sah man ihm gar nicht an. Kucera wagte sich nach 170 und 177 sogar an 182 kg, um ein Kilo mehr als in Bukarest vor Wochenfrist. Doch das war an der Rodinger Regenreibm diesmal zuviel. Nach 203 kg und 213 kg beim Stoßen verzichtete Kucera auf den letzten Versuch und so bleibt der Rodinger Hallenrekord bei 227 kg bestehen. Trotzdem, mit 153 Relativpunkten schob sich Kucera noch vor Gregor Nowara mit 151,6 Punkten.

Der „Zweiten“ gelang mit 500,0 Punkten ebenfalls Saisonbestleistung beim 3:0 über Empor Berlin. Die Gäste aus der Bundeshauptstadt erzielten 436,8 Relativpunkte. Marie-Kristin Biener erzielte Oberpfalzrekorde und der 42-jährige Steffen Pilz glänzte mit seiner Bestleistung im Stoßen. (rhe)

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