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Sport aus Cham
Samstag, 21. Juli 2018 26° 8

Handball

Wem die Daumen drücken, den Ungarn etwa?

Das Chamer Schicksal fürs nächste Landesliga-Spiel liegt nun in der Hand der Tschechen. Mit Tahovsky und Pelikan wäre besser.

Die zwei Herzen, die in Filip Tureceks Brust wohnen ... Foto: Tschannerll
Die zwei Herzen, die in Filip Tureceks Brust wohnen ... Foto: Tschannerll

Cham.Wer ganz genau hinhört, dem ist nicht entgangen, dass Filip Turecek, ASV-Trainer, Pilsener und nie Nationalspieler, immer wieder einwirft, dass die Ungarn „auch eine Super-Mannschaft haben, dass sie gegen Spanien nur mit zwei Toren verloren haben, dass sie unbedingt gewinnen müssen gegen Tschechien“, um so den Super-GAU abzuwenden und als Gruppendritter noch in die Hauptrunde zu schlüpfen. Ja, ist denn dieser Filip Turecek, ehemaliger torintensiver Wirbelwind zu Bayernliga-Zeiten unterm Dach der Fraunhofer-Halle, kein Patriot, heißt es nicht am Mittwoch ab 18.15 Uhr alle Daumen zu drücken, damit die von Petr Tahovsky erfolgsorientiert massierten und getapten Nationalhelden diesen einen Punkt rausarbeiten gegen die Ungarn? – Turecek lacht breit und relativiert sogleich wieder: „Natürlich bin ich Patriot, das war absolut super, was wir gegen Dänemark geschafft haben, aber als Trainer des ASV Cham muss ich ...“

Zu vollenden braucht der Übungsleiter den Satz nicht unbedingt, denn nicht nur den Magyaren im fernen Kroatien droht der Super-GAU, auch dem heimischen Landesligisten, sollten Tahovsky und Pelikan wirklich nicht die Koffer packen müssen in Varaždin, das auch Hauptrundenspielort ist. Sollte der Flieger nicht starten mit der CZ-Delegation, könnte Cham einen Sieg in Stadeln wohl abschreiben. Ohne Tahovsky und Pelikan, ohne Lukas Kagermeier, Jeremias Geißler und Manuel Wagener. „Eine blöde Situation“, nennt es Turecek, „mir wäre lieber, Ungarn gewinnt“, ist der ASV-Übungsleiter ehrlich. Der Spatz in der Hand ...

Dennoch will Turecek mitfiebern vorm Fernseher, sofern es viel mitzufiebern gibt, Ungarn ist bekanntlich stark, muss gewinnen, die Landsleute haben ihr Pulver vielleicht verschossen gegen die Dänen, die obendrein zuvor zu viel Dosenbier – egal, so wird Ungarn den Außenseiter sicher nicht unterschätzen, wie das die Dänen gemacht haben, wer weiß. Wie eng es für den ASV Cham wird ohne sieben, acht Tore von Tahovsky, obendrein bei einem Gegner, der nicht zum Kindergeburtstag kommt, das offenbarte das 22:22 zuletzt gegen die Oberfranken. Natürlich hat Münchbergs Top-Mann Jan Lad, der bei Turecek angestellt ist, nicht zur Strafe das Lager zusammenkehren müssen. Vielmehr wurde über die sechs Tore von Vit Kalas gefachsimpelt. Münchberg wollte ja unbedingt diese Vorrunden-Heimpleite tilgen.

Jakub Skavril, Sohn von Ex-ASV-Pionier Milan Skvaril nach der Wende, war mit drei Treffern beteiligt, Nationalspieler Milan Skvaril, der jüngere Sohn, war übrigens verletzt, könnte bei der EM aber wieder eingreifen gegen die Ungarn. Doch der ASV-Coach weiß nicht, ob das entscheidend wäre. Denn die Ungarn sind stark, „wir werden sehen“, grinst Turecek. (gu)

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