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Handball

ASV muss sich im Spitzenspiel steigern

Cham will nach desolater Vorstellung Wiedergutmachung betreiben. Doch es kommt ausgerechnet Tabellenführer Roßtal.
von Thomas Mühlbauer

Gegen den Tabellenvorletzten MTV Stadeln gelang dem ASV Cham zuletzt ein Heimsieg. Mit dem Spitzenreiter TSV Roßtal kommt nun ein ganz anderes Kaliber.  Foto: Simon Tschannerl
Gegen den Tabellenvorletzten MTV Stadeln gelang dem ASV Cham zuletzt ein Heimsieg. Mit dem Spitzenreiter TSV Roßtal kommt nun ein ganz anderes Kaliber. Foto: Simon Tschannerl

Cham.Das Spitzenspiel in der Handball-Landesliga Nord am Samstagabend (Anwurf 19.30 Uhr) gegen den TSV Roßtal kommt für den ASV Cham zur unpassendsten Zeit. Denn die Kreisstädter suchen im Jahr 2020 weiter nach ihrer Form. Deutlich sichtbar wird das beim Blick auf die letzten Ergebnisse. Denn nur drei von acht möglichen Punkten konnte die Turecek-Truppe zuletzt einfahren. Es setzte herbe Auswärtspleiten in Erlangen und vor Wochenfrist in Mainburg. Dem gegenüber stehen ein 23:23 gegen Erlangen-Bruck und der Pflichtheimsieg gegen den Tabellenvorletzten aus Stadeln.

Trainer Filip Turecek war in dieser Trainingswoche nicht zu beneiden. Klar ist, will der ASV weiter vorne mitmischen, muss sich grundlegend in der Mannschaft etwas ändern. So stand der Übungsleiter sicherlich vor der Frage: Was tun, nach diesem Debakel? Zum einen musste er die Mannschaft wieder aufrichten. Zum anderen dürfte es aber auch nicht hilfreich sein, die Mannschaft mit Samthandschuhen anzufassen.

Turecek: Viele Sachen wechseln

Turecek blieb diplomatisch, wie bei seiner Vorschau auf das Spitzenspiel am Samstagabend gegen den TSV Roßtal: „Nach dem Spiel in Mainburg müssen wir viele Sachen wechseln.“ Dafür blieben aber nur zwei Übungseinheiten Zeit, ein schwieriges Unterfangen: „Das ist eigentlich viel zu wenig, wir bräuchten dafür viel mehr.“ In erster Linie geht es aber darum, am Samstag wieder den Handball abzurufen, der den ASV in der Vorrunde so stark gemacht hat. „Wenn du so spielst, wie in Mainburg, kannst du nichts gewinnen“, blickt der Trainer enttäuscht zurück. Denn dort hat der ASV zum einen sehr langsam gespielt, zum anderen war alles auf die Rückraummitte ausgelegt. „Wir müssen wieder mehr in die Breite spielen“, so die Vorgabe des Trainers. Bleibt zu hoffen, dass der ASV Cham dies am Samstag, in dem so richtungweisenden Spitzenspiel umsetzen kann.

„Jeder der Spieler muss sich an die eigene Nase fassen und sich fragen, ob er sein ganzes Potenzial aktuell abruft.“ Gelingt das, ist der ASV schwer zu schlagen. Mit dem TSV Roßtal treffen die Chamer auf die aktuell beste Mannschaft der Liga. „Sie haben zahlreiche Schützen in ihren Reihen, die Tore machen können. Du kannst dich eigentlich auf keinen konzentrieren“, blickt der Trainer voraus. Das Hinspiel in Roßtal hat der ASV Cham gewonnen. Doch daran will Turecek gar nicht mehr zurückdenken. Denn zu dieser Zeit habe seine Mannschaft einen „hervorragenden Handball“ gespielt hat, wie der Trainer sagt.

Cham hat den Druck

Die Gäste freuen sich ebenfalls auf diese Partie, wie Trainer Bernd Hitzler bekundet. Kein Wunder, denn der TSV kommt mit der Empfehlung nach Cham, die letzten vier Spiele allesamt gewonnen zu haben. Doch zu viel Bedeutung will Hitzler der Partie nicht beimessen: „Das ist eine Momentaufnahme, es sind noch so viele Spiele zu spielen. Die Meisterschaft wird noch keinesfalls in dieser Partie entschieden.“

Die Gäste wollen alles in die Waagschale werfen, um als Sieger vom Feld zu gehen, verspürt aber keinen Druck. So sagt der Trainer: „Der ASV Cham hat den Druck, sie haben vor der Saison gesagt, dass sie Ambitionen haben und dass sie aufsteigen möchten. Sie haben eine erfahrene Mannschaft, wenn jeder sein Potenzial abruft, sind sie schwer zu schlagen.“ Die aktuelle Schwächephase des ASV ist auch für den Gästetrainer etwas unerklärlich, wobei jedes Team in einer langen Saison solche Phasen durchlebe.

Das große Plus der Roßtaler ist momentan der Teamgeist. „Bei uns gibt jeder Woche für Woche alles, das ist momentan unser Erfolgsrezept, so haben wir es auch geschafft, einige Ausfälle zu kompensieren.“ So dürfen sich die Zuschauer am Samstagabend um 19.30 Uhr auf jeden Fall auf ein Spitzenspiel freuen, dass durchaus spannend werden könnte – wenn der ASV es schafft, wieder mal eine sehr gute Leistung abzurufen.

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