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Ultra Trail

„Atemlos“ zur Pause auf der Scheiben

Wie erging es unseren „Helden des Trails“? Jeder erlebte seinen eigenen Kampf, doch alle sind 2016 wieder am Start.

Erhebendes Gefühl – unter Beifall liefen die Trailrunner über den Roten Teppich ins Ziel in Lam.
Erhebendes Gefühl – unter Beifall liefen die Trailrunner über den Roten Teppich ins Ziel in Lam. Foto: Felgenhauer

Cham.Der Ultra Trail Lamer Winkel (UTLW) hat noch seine Nachwirkung. Unsere fünf „Helden des Trails“, die wir über Monate in der Vorbereitung begleitet haben, ziehen nun den Schlussstrich und erzählen ihre ganz persönliche Renngeschichte.

Doris und Michael

„Frisch gestärkt auf der VP3 Scheiben geht es rauf aufs Zwercheck. Wir wissen was uns erwartet, dass macht es allerdings nicht wirklich leichter! Der Anstieg zieht sich und an laufen ist hier leider für uns nicht zu denken. Bei schönem Wetter wird man hier oben mit einem gigantischen Ausblick auf die gesamte UTLW-Strecke belohnt, doch jetzt heißt es Regenjacke an, Kapuze drüber und weiter laufen.

Der anspruchsvolle Downhill vor allem bei den Witterungsverhältnissen erfordert meine volle Konzentration, da dies nicht unbedingt meine Stärke ist. Mein Mann Michael wartet in der Zeit schon etwas ungeduldig an der Schotterstraße! Bevor es auf vier Kilometern Forststraße weitergeht, gönnen wir uns einen Riegel und lockern unsere müden Beine.

Grinsen beim „10-to-go-Schild“

Nach den anstrengenden Trails macht diese Strecke sogar richtig Spaß und beim „10 to go“ Schild haben wir beide schon ein Grinsen im Gesicht! Die Zeit vergeht wie im Flug und schon geht es wieder steil zum Osser hinauf! Mit der Gewissheit, dass am Gipfel des Großen Ossers ein Weißbier auf uns wartet, geht es auf den felsigen Weg recht gut voran. Auf der VP4 warten trotz des kalten Wetters lauter fröhliche Helfer und laute Musik auf uns. Nach Weißbier, Cola, Tomaten, Kuchen und sonstigen Leckereien geht es zum Endspurt, wobei der Anstieg zum kleinen Osser nicht unterschätzt werden darf. Es wird dann nicht leichter auch oder gerade weil es nun nur noch bergab geht und die Knie schon schmerzen. Bei der Maria-Hilf-Kapelle treffen wir auf Manuel, der dort Streckenposten ist, und uns für die letzten drei Kilometer nochmals ermutigt. Wir sehen die Schilder zum groß angekündigten „Holy-Trail“, das einzige Teilstück, dass wir aus der Vorbereitungszeit noch nicht kannten. Ein gigantischer Trail, aber nichts für müde Beine. Wir waren froh als wir endlich auf der Wiese beim „1 to-go“ Schild angekommen waren. Gemeinsam laufen wir auf dem roten Teppich in Lam ein. Ein unbeschreibliches Gefühl, es tatsächlich geschafft zu haben! Als erster gratuliert uns ein strahlender Max Hochholzer. Unser Finishergeschenk, das Trail-Wasserl bekommt natürlich einen Ehrenplatz. Wir kommen 2016 wieder!“

Jörg als Streckenposten am Start

Nicht als Läufer, sondern als Streckenposten erlebte Jörg Memmel den UTLW.
Nicht als Läufer, sondern als Streckenposten erlebte Jörg Memmel den UTLW. Foto: Felgenhauer

„Da ich nicht laufen kann, bin ich als Streckenposten dabei. Spontan hat sich Uschi Emberger, Läuferin und gebürtige Lamerin, entschlossen, mich zu unterstützen. Um 7 Uhr kommen wir im Seepark an. Wir bekommen eine Teilnehmerliste und begeben uns in den Startbereich. Unsere Aufgabe mit noch einigen anderen Helferinnen ist es, die Pflichtausrüstung bei allen zu kontrollieren. Zeig mir mal dein Handy... dein Notfallset... oder die Regenjacke –keiner ist genervt, es wird gelacht und es gibt lockere Sprüche. Uschi und ich fahren sofort nach dem Startschuss zu unserem ersten Streckenpunkt nach Trailing. Kaum stehen wir, kommt auch schon der erste interessierte Einöd-Bauer. Wir müssen nicht lange auf die Läufer warten. Mit Klatschen und Anfeuerungsrufen bringen wir sie auf den richtigen Trail. Ein Stück tun die Jungs der Bergwacht dasselbe. Das Feld der Läufer ist noch relativ nah zusammen. Markus Mingo führt! Aber hier ist erst Kilometer fünf! Um 10 Uhr kommen wir bei unserem zweiten Streckenabschnitt an – Ebensäge. Wir beschließen, das Auto an der Strecke zu platzieren und die Musik voll aufzudrehen! Stimmung und Motivation für die Läufer.

Radiomusik zur Motivation

Ich packe meinen Rucksack und ein Markierungsspray und mache mich auf den Weg zur Mooshütte. Oben angekommen treffe ich schon Publikum an – benachbarte Landwirte, Radler und die Jungs von Dynafit. Ein nettes Gespräch entsteht. Selbst der starke Regen kann uns nichts. Wir denken aber auch an die Läufer, die jetzt bei Eiseskälte auf dem Arber sind. Etwa um 10.45 Uhr kommt der führende Matthias Baur, kurz darauf Markus Mingo.

Unsere fünf Gesichter des UTLW

  • Jörg Memmel (50)

    Der Pösinger verletzte sich im Vorfeld , musste passen.

  • Lena Schindler (28)

    Die Gleißenbergerin entdeckte neben Mountainbiken und Crosstriathlon auch die Leidenschaft zum Trailrunning.

  • Michael (38) und Doris Rackl (37)

    Das Ehepaar aus Rattenberg ist bisher zehn Kilometer bis Halbmarathon gelaufen. Die Faszination für den Berglauf begann beim „Kine vom Kaitersberg“.

  • Matthias Schwarze (36)

    Der Polizeibeamte aus dem Harz ist Mitglied der Frontrunner.

Wir sind bei Kilometer 30. Mit einigen der Letzten laufe ich mit runter zur Ebensäge. Ein super Gefühl! Unterwegs treffe ich einen verletzten Läufer. Umgetreten! Wir versuchen zu tapen. Es hält nicht weil seine Haut nass und verschwitzt ist. Er läuft weiter. Ich sehe ihn wieder beim Zieleinlauf, so sind sie die Trailrunner. An der Ebensäge warten wir noch einige ab und fahren dann ins Ziel. In Lam haben wir die Ankommenden natürlich bejubelt, so wie Hunderte anderer Fans. Ich freue mich auf 2016!“

Lena bestellte die Eltern zum Arber

„Ich lief die Strecke mit einer Freundin, und wir hatten meine Eltern um 12 Uhr zum Großen Arber bestellt, die zum Anfeuern mit dabei waren. Um 12.01 Uhr liefen wir an der Gondelstation ein – die Zeiteinteilung war also schon mal ideal. Gestärkt mit all den Leckereien der Verpflegungsstation begaben wir uns auf den langen Downhill – hier war ich froh um die Forststraße, da man sich nicht so sehr auf den Weg konzentrieren musste. Immer wieder liefen wir vorbei an Zuschauern, die uns lauthals anfeuerten. Unten angekommen, machten wir uns wieder auf den Weg bergauf in Richtung Scheiben, wo die nächste Verpflegungsstation und der zweite Cutt-off sein sollte.

So walkten wir der kommenden Essenspause entgegen und dort erwartete uns „Atemlos“ von Helene Fischer aus den Lautsprecherboxen und viele gut gelaunte Helfer mit einer echt sagenhaften Verpflegung. Die Speicher aufgefüllt, ging es noch ein kleines Stück bergauf weiter in Richtung Zwercheck, leider wurde hier der Nebel wieder dichter und man konnte außer dem schönen Trail vor sich nicht allzu viel sehen. Mein Satz zum UTLW: Es war einfach der Wahnsinn, trotz des Wetters. Wann öffnet die Anmeldung für 2016?“ (cgm)

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