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Bundestrainer hört nach 14 Jahren auf

Bernhard Stelzig sagte leise „Servus“.

Vor zwei Jahren führte Bernhard Stelzig (von rechts) die deutsche Nationalmannschaft mit Andreas Greil, Christoph Öttl, Matthias Peischer, Manuel Schmid und Martin Kamml zum WM-Titel.
Vor zwei Jahren führte Bernhard Stelzig (von rechts) die deutsche Nationalmannschaft mit Andreas Greil, Christoph Öttl, Matthias Peischer, Manuel Schmid und Martin Kamml zum WM-Titel. Foto: Riess

Cham.Corona bedingt, aber eigentlich seinem Naturell entsprechend, hat Bernhard Stelzig aus Gangkofen zurückhaltend die Bühne des internationalen Eisstocksports verlassen. Der für den SC Reicheneibach aktive Bundeshonorartrainer hat sich zum 31. Mai nach 20 Jahren Trainertätigkeit beim Deutschen Eisstock-Verband (DESV) zurückgezogen. In den zwei von ihm wesentlich geprägten schwarz-rotgoldenen Jahrzehnten hat er bei Europa- und Weltmeisterschaften allein im Herrenbereich 13 Gold-, 11 Silber- und 17 Bronzemedaillen für Deutschland gewonnen. Hinzu kommen zahlreiche internationale Medaillen im DESV-Nachwuchsbereich.

Allerdings durchlebte Stelzig nicht nur Höhen, sondern auch Tiefen. Wenige Tage, bevor die WM 2016 in Klobenstein/Südtirol eröffnet wurde, erlitt der damals 48-Jährige im Beisein vieler DESV-Sportler und -funktionäre in den Katakomben der WM-Arena Ritten einen Zusammenbruch bei dem die Atmung aussetzte. Nur einer perfekt funktionierenden italienischen Rettungskette mit Herzdruckmassage durch die Ersthelfer, Einsatz eines Defibrillators und künstlicher Beatmung konnte er reanimiert werden.

Stelzig, der auch als Schiedsrichter fungiert, begann seine Karriere als DESV-Kadertrainer im Jahr 2000 im Nachwuchsbereich. 2006 gab es dann einen Wechsel an der Verbandsspitze. Christian Lindner vom TSV Peiting wurde Präsident und Stelzig Bundeshonorartrainer. Nur etwas mehr als ein Jahr ist es her, dass Stelzig mit der von ihm zusammengestellten schwarz-rot-goldenen Moarschaften seinen letzten großen Titel feierte. Zusammen mit Kapitän Christoph Öttl (EC Zell), Andreas Greil (EC Moitzerlitz Regen), Manuel Schmid (FC Ottenzell), Matthias Peischer und Florian Lechle (beide FC Penzing) wurde er in Litauen Europameister im Mannschaftsspiel auf Winterbahnen. Ein Jahr zuvor holte man im niederösterreichischen Amstetten mit der fast gleichen Besetzung sogar den WM-Titel. Zur Titelverteidigung reichte es für das „Goldene Sextett“ bei der WM 2020 in Regen allerdings nicht mehr, es wurde Bronze. (cal)

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