MyMz

Handball

Der ASV Cham ist klarer Außenseiter

Am Samstag steigt das erste Relegationsspiel gegen den TuS Fürstenfeldbruck II. Der tritt mit einigen Drittliga-Spielern an.
von Thomas Mühlbauer

Spielen wie gegen die TG Heidingsfeld lautet die Maxime für Tahovsy und die Chamer. Dann könnte gegen Fürstenfeldbruck war drin sein... Foto:Tschannerl
Spielen wie gegen die TG Heidingsfeld lautet die Maxime für Tahovsy und die Chamer. Dann könnte gegen Fürstenfeldbruck war drin sein... Foto:Tschannerl

Cham.Die Chamer Handballer haben am Samstag (Anwurf 19.30 Uhr) zum ersten Relegationsspiel um den Aufstieg in die Bayernliga den TuS Fürstenfeldbruck II zu Gast. Eigentlich könnte im Vorfeld von einem sogenannten Duell auf Augenhöhe gesprochen werden, treffen doch die beiden Tabellenzweiten der Nord- und Süd Staffel aufeinander. In dieser Relegation ist das anders. Der ASV Cham gilt als klarer Außenseiter.

Die Oberbayern möchten mit ihrer zweiten Mannschaft unbedingt in die Bayernliga, spielt doch ihre erste Mannschaft in der Dritten Liga. So ist es ein offenes Geheimnis, dass der TuS mit einigen Spielern der ersten Mannschaft die beiden Relegationsspiele bestreiten wird. Unabhängig davon, wie die Relegation ausgeht, die Chamer haben eine hervorragende Saison absolviert. Kaum jemand hatte der Turecek-Truppe zugetraut, dass sie am Ende den zweiten Platz belegt.

Einen großen Anteil am Chamer Aufschwung haben die Trainer Filip Turecek und Volker Komossa (li.). Beide haben es verstanden, der Truppe ein neues Spielsystem zu vermitteln, so dass man Torgefährlichkeit auf allen Positionen hat. Foto Tschannerl
Einen großen Anteil am Chamer Aufschwung haben die Trainer Filip Turecek und Volker Komossa (li.). Beide haben es verstanden, der Truppe ein neues Spielsystem zu vermitteln, so dass man Torgefährlichkeit auf allen Positionen hat. Foto Tschannerl

Die Bilanz der 26 Partien – 17 Siege, ein Unentschieden, acht Niederlagen. Und klammert man die vier Niederlagen zwischen dem vierten und achten Spieltag aus, in dieser Phase hatten Tahovsky & Co. einen veritablen Durchhänger, kann mit Fug und Recht davon gesprochen werden, dass der ASV eine nahezu perfekte Saison gespielt hat. Gegner Fürstenfeldbruck holte 21 Siege und zwei Unentschieden bei drei Niederlagen.

Fürstenfeldbruck „muss“ rauf

Am Ende reichte es beim TuS um zwei Punkte nicht zur Meisterschaft. Kurt Neumaier, Trainer der zweiten Mannschaft aus Fürstenfeldbruck, sagt im Gespräch mit unserem Medienhaus: „Wir möchten natürlich aufsteigen, Anzing war einfach zu stark für uns. Wir waren aber die beste Rückrundenmannschaft.“ Zum Saisonstart hatte der TuS Fürstenfeldbruck nach dem Aufstieg aus der Bezirksoberliga Anlaufprobleme. „Wir haben fast mit dem gleichen Kader weitergespielt, deshalb hat keiner bei uns damit gerechnet, dass wir in die Relegation kommen. Wir hatten am Ende einfach einen längeren Atem als die Konkurrenz“, sagt der Coach der Oberbayern.

In der Relegation habe man schon einen gewissen Druck, wie Neumaier durchblicken lässt, denn die Vereinsführung habe der zweiten Mannschaft den Aufstieg als Ziel ins Klassenbuch geschrieben. Das hätte für den gesamten Verein einen Vorteil, wie Neumaier sagt. Es sei dann nur noch eine Liga zwischen der ersten Mannschaft (3. Liga) und der zweiten Mannschaft (Bayernliga). Der Weg von unten nach oben wäre einfacher, zudem hätte man einen Vorteil in Sachen Spielerverpflichtungen. Den ASV Cham, so heißt es aus Fürstenfeldbruck, könne man sehr schwer einschätzen. Allerdings betrachte man sich rein von der Papierform her als Favorit, allein schon deshalb, weil der ASV etliche Minuspunkte mehr auf dem Konto hat. Neumaier räumt außerdem ein: „Wir haben natürlich einen physischen Vorteil und werden auch ein wenig Unterstützung aus der ersten Mannschaft erhalten.“ Dem Vernehmen nach werden neben Hoffmann, Haller und Schweinsteiger, die zum erweiterten Kader der Ersten Mannschaft gehören, weitere Kräfte nach Cham mitfahren.

Wichtig wird sein, dass Keeper Marius Bistrian, der in dieser Saison oft so ein starker Rückhalt war, auch die unmöglichen Bälle hält und so seiner Truppe die Sicherheit vermittelt. Doch wird es auch darauf ankommen, dass seine Abwürfe über die zweite Welle ihr Ziel finden. Foto: Tschannerl
Wichtig wird sein, dass Keeper Marius Bistrian, der in dieser Saison oft so ein starker Rückhalt war, auch die unmöglichen Bälle hält und so seiner Truppe die Sicherheit vermittelt. Doch wird es auch darauf ankommen, dass seine Abwürfe über die zweite Welle ihr Ziel finden. Foto: Tschannerl

Die Chamer wissen sehr genau, dass sie einen sehr schweren Gegner vor der Brust haben. Doch die weiße Fahne werde sicherlich nicht gehisst, so Filip Turecek: Der Chamer Trainer sagt: „Auf dem Papier spielen wir gegen die zweite Mannschaft aus Fürstenfeldbruck, allerdings weiß ich auch, dass sie Spieler der ersten Mannschaft dabei haben werden.“ Zwei Spiele des TuS Fürstenfeldbruck II hat sich der ASV-Trainer angeschaut und genau analysiert. Ihr Heimspiel würden die Chamer zu gerne gewinnen, um mit breiter Brust am Samstag, 25. Mai, in den Panther-Käfig reisen zu können (Anwurf 18.30 Uhr).

In Cham könnte das Publikum den Unterschied ausmachen. Denn beim ASV rechnet man mit 500 bis 600 Zuschauern, was eine großartige Stimmung garantiert. „Davon können wir in Fürstenfeldbruck nur träumen, meistens bringen die Gegner mehr Zuschauer mit als wir haben“, stellt Fürstenfeldbrucks Trainer Kurt Neumaier fest. Er hofft nicht, dass sich seine Spieler von der Hexenkessel-Atmosphäre in der Fraunhofer Halle zu sehr beeindrucken lassen.

 Zum Relegationsheimspiel am Samstag werden zwischen 500 und 600 Zuschauer erwartet. Es empfiehlt sich, sich frühzeitig in die Halle aufzumachen, um einen guten Platz zu ergattern. Die Zuschauer in der Fraunhofer-Halle werden wohl ganz eng zusammenrücken müssen. Foto: Tschannerl
Zum Relegationsheimspiel am Samstag werden zwischen 500 und 600 Zuschauer erwartet. Es empfiehlt sich, sich frühzeitig in die Halle aufzumachen, um einen guten Platz zu ergattern. Die Zuschauer in der Fraunhofer-Halle werden wohl ganz eng zusammenrücken müssen. Foto: Tschannerl

Turecek hat einen Plan, wie die die verstärkte Truppe des TuS Fürstenfeldbruck II bezwungen werden kann. „Wir müssen einfach so spielen wie gegen die TG Heidingsfeld. Jede Mannschaft hat es schwer, hier in Cham zu bestehen“, sagt er. Aufpassen müssen seine Leute, dass der Rückraum, der wohl aus den Drittligaspielern bestehen wird, nicht zu oft ungehindert zum Abschluss kommt.

Zuschauer als Vorteil?

ASV-Abteilungsleiter Norbert Meier nimmt vor den beiden Spielen den Druck von seiner Mannschaft: „Wir haben eine sehr erfreuliche Entwicklung hingelegt, es war nicht damit zu rechnen, dass wir in die Relegation kommen. Das haben wir unseren beiden Trainern zu verdanken, die der Mannschaft ein ganz neues Spielsystem verpasst haben.“ Die Relegation lasse man auf sich zukommen, um zu sehen, was am Ende dabei herauskommt.

Nicht mehr so häufig eingesetzt werden wird Tomas Soukup, der in der neuen Saison aus privaten Gründen etwas kürzer treten wird. Für seine Position wurde vom Bayernligisten der SG Regensburg Samuel Orlovsky verpflichtet. Foto: Tschannerl
Nicht mehr so häufig eingesetzt werden wird Tomas Soukup, der in der neuen Saison aus privaten Gründen etwas kürzer treten wird. Für seine Position wurde vom Bayernligisten der SG Regensburg Samuel Orlovsky verpflichtet. Foto: Tschannerl

Eine gewisse Brisanz möchte Meier allerdings nicht von der Hand weisen: „Sie werden Spieler mit Doppelspielrecht dabei haben, wir können nur mit Hilfe unserer Zuschauer im Rücken dagegen halten.“ Dass es laut werden wird in der Halle, dafür haben die Chamer gesorgt. Sie haben eigens „Klatschen“ machen lassen zum Anfeuern. Meier freut sich auf das Spiel. „Das wird, wie in früheren Jahren, sehr kuschelig.“ Daneben laufen beim ASV auch die Planungen für die kommende Saison. Samuel Orlovsky vom Bayernligisten SG Regensburg steht als erster Neuzugang fest. Allerdings wird Tomas Soukup in der neuen Saison etwas kürzer treten.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht