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Schach

Ein Blitzturnier im Gedenken an K. D. S.

Klaus-Dieter Schmidt war mehr als ein Vierteljahrhundert ein erfolgreicher Fernschachspieler. Die Partien gingen über Jahre.
Von Maximilian Riedl

Bis wenige Monate vor seinem Tod im Februar 2019 spielte Schmidt für Furth. Foto: Maximilian Riedl
Bis wenige Monate vor seinem Tod im Februar 2019 spielte Schmidt für Furth. Foto: Maximilian Riedl

Furth im Wald.Am Samstag, 21. Dezember, trägt der Further Schachclub das 1. Klaus-Dieter- Schmidt-Gedächtnisturnier aus. Gespielt wird ab 13 Uhr ein Blitzschachturnier im Gasthof zur Post in Eschlkam. Vor 48 Jahren, an seinem 35. Geburtstag, leistete sich Klaus-Dieter Schmidt (K.D.S., wie er sich in seinen Schachpartien nannte) einen Luxus: Er meldete sich beim Deutschen Fernschachbund an und spielte mehr als ein Vierteljahrhundert Fernschach gleichzeitig mit Gegnern aus aller Welt. Da zog sich eine Partie, die an einem Abend nach drei Stunden beendet worden wäre, gut und gerne eineinhalb bis zwei Jahre hin, weil man ja im Durchschnitt statt drei Minuten drei Tage zum Nachdenken über den nächsten Zug bekam. Schmidt nahm nicht nur an nationalen Turnieren teil, sondern auch am Weltpokal, und das mit achtbaren Ergebnissen.

Die Fernschachspieler haben alle eine gemeinsame Sprache, die in Zahlen ausgedrückt wird. Jedes Feld wird durch zwei Zahlen gekennzeichnet, und ein Zug wie Sg1 nach f3 heißt für die Fernschachspieler 7163. Manche Gegner schickten die arglistigsten Züge freundlich verpackt mit Ansichtskarten oder seltenen Briefmarken. Besonders in der Vorinternetzeit war Fernschach eine gute Trainingsmöglichkeit. Das erklärt auch den Leistungsvorteil, den Schmidt gegenüber vielen Vereinskollegen in den 70er Jahren dauerhaft hatte. So wurde Schmidt 2004 Oberpfalzvizemeister der über 60-Jährigen. Und man musste Zeit haben wie der kinderlose Schmidt, der mit dem Fernschach erst dann haderte, als der Einfluss der Computer immer stärker wurde und schwache Schachspieler ihre Leistung verschleierten, indem sie auf gute Schachcomputer oder auf deren Programme zurückgriffen.

Mehr als ein Vierteljahrhundert spielte K.D.S. gut und gerne Fernschach und hinterließ hunderte von Partien. Vom Präsidenten des Deutschen Fernschachbundes, Dr. Fritz Baumbach, wurde er 1996 für 25 Jahre Mitgliedschaft ausgezeichnet. Am 21. Dezember wäre er 83 Jahre alt geworden. (fmr)

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