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Trailrunning

Fantastische Strecke durch den Schnee

Die siebte Etappe des Transalpine Runs kostet Christian Mayer aus Chamerau viel kraft. Dennoch landet er auf Platz 13.
Von Christian Mayer

Trailrunner Christian Mayer in der Uinaschlucht
Trailrunner Christian Mayer in der Uinaschlucht

Chamerau.Für den Chamerauer Trailrunner Christian Mayer stand die siebte Etappe des Transalpine Runs an. Er schreibt in seinem Tour-Tagebuch: Als ob der Transalpine Run nicht schon Prüfung genug wäre, so stellt uns die Witterung abermals auf eine harte Probe. Die siebte Etappe führt von Scuol aus über die italienische Grenze bis nach Prad am Stilfserjoch. Dabei werden nochmals 45 Kilometer mit 1.700 Höhenmeter im Anstieg überwunden. Dafür verläuft die Route durch die romantische Uinaschlucht. Aber dazu später mehr!

Regen schon am Start

Das Trailduo kurz vor dem Start der Etappe.
Das Trailduo kurz vor dem Start der Etappe.

Die Wetterprognosen versprachen uns eigentlich einen trockenen Vormittag. Erst am frühen Abend sollte starker Dauerregen einsetzen. Aus diesem Grund staunten Eric und ich nicht schlecht, als wir nach dem Frühstück in Richtung Startbereich in Scuol gingen. Tiefhängende Wolken und leichter Regen verhießen für diesen Tag nichts Gutes. Kurzerhand beschlossen wir unsere Regenjacken und auch die Handschuhe anzuziehen. Eine gute Entscheidung wie sich später herausstellen sollte. Anschließend der gewohnte Ablauf: Bei den Physiotherapeuten die angegriffenen Bänder tapen lassen, danach ab zur Ausrüstungskontrolle und in den Startblock A gehen. Da man sich mittlerweile untereinander gut kennt und auch versteht, gemeinsames Leiden verbindet, nutzen wir wieder die Gelegenheit für Gespräche und Fachsimpeleien. Irgendwie dreht sich heute alles um die widrigen Witterungsbedingungen und die richtige Kleidungswahl. Der Blick in den Startbereich zeigt, dass sich sehr viele unschlüssig sind. Zum Glück vergeht die Zeit sehr schnell, so dass man nun Farbe bekennen muss und nicht mehr viel Zeit zum Wechseln verbleibt. Da ertönt schon ACDC und mit dem bekannten Countdown werden wir auf unsere Etappe geschickt.

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Über das Geröllfeld auf den 11. Platz

Trailrunner Christian Mayer aus Chamerau ist bei der sechsten Etappe des Transalpine Runs in den Graubündner Alpen unterwegs.

Die Uinaschlucht
Die Uinaschlucht

Die ersten acht Kilometer liegen uns beide nicht. Eine relativ flache Forststraße die aufgrund ihrer Beschaffenheit zu einem viel zu hohen Tempo verleitet. Diejenigen die in der Anfangsphase bereits abreißen lassen, werden diesen Zeitnachteil später bitter bereuen. Nach einer scheinbar endlosen Zeit biegt der Weg ab und führt nun einen wild tosenden Gebirgsbach entlang. Wir nähern uns der bereits genannten Uinaschlucht. Diese Schlucht war zu früheren Zeiten nicht begehbar. Erst im Jahr 1910 wurde im Auftrag des Alpenvereins ein knapp ein Kilometer langer Pfad in den Fels gehauen. Dieser Pfad ist ein absolutes Highlight für uns Läufer. Natürlich nutzen wir trotz des Wettkampfes kurze Momente, um unvergessliche Bilder zu machen.

Zweidrittel der Strecke geschafft

Trailrunner Christian Mayer muss den Neuschnee bezwingen.
Trailrunner Christian Mayer muss den Neuschnee bezwingen.

Fast unbemerkt überschreiten wir in diesem Bereich die Schweizer-Italienische-Grenze und befinden uns ab jetzt im Zielland unserer langen Reise. Leider werden wir witterungstechnisch ablehnend empfangen. Der zunächst leichte Regen wurde immer stärker und je höher sich der Weg windet, umso mehr wandelt sich der Regen in Schnee. Am höchsten Punkt der heutigen Strecke steht wieder der Streckenkoordinator Martin Hafenmair und feuert uns an. Auch dieser ist heute nicht für seinen Job beneidenswert. In einem langgezogenen Downhill geht es nun hinab nach Glurns. Die Tatsache, dass wir mittlerweile bereits zweidrittel der Strecke hinter uns gebracht haben, kann uns nicht mehr aufmuntern. Trotz Regenjacke sind wir einfach nur komplett durchnässt. Die Strecke wird nun wieder etwas flacher und dadurch auch wieder schneller. Trotzdem ist nun erhöhte Aufmerksamkeit erforderlich, um sich auf den komplett aufgeweichten Wiesentrails nicht flach hinzulegen. Aber wieder einmal beweisen die Italiener, dass sie große Sportfans sind und auch mit den Athleten mitleiden. Trotz des schlechten Wetters stehen die Einwohner der kleinen Gemeinden am Straßenrand und feuern uns an.

Trailrunning

Team Mayer sprintet auf Platz zehn

Kurz und knackig – auf der fünften TAR-Etappe war ein Sprint angesagt. Zieleinlauf am Berg war ein echter Gänsehautmoment.

Nun liegen nur noch die letzten zehn Kilometer vor uns und mit einer großen Burgruine auf dem Lichtenberg wird zum einen zwar nochmals ein letzter Anstieg von uns abverlangt, zum anderen können wir uns über dieses Monument erfreuen. Mit einem letzten Sprint überschreiten wir in einer Zeit von 4:51 h das Ziel und erreichen damit den 13. Platz. Diese Etappe hat Kraft gekostet, das erkennt man auch an den sehr hohen Ausfallzahlen der anderen Teams. Nun stehen zwischen uns und dem Abschluss in Sulden nur noch 30 Kilometer. Die Erfüllung des sportlichen Lebenstraums ist in greifbare Nähe gerutscht.

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