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In 24 Stunden 176 Mal um „Kirschhalle“

Bernhard Steinberger startete beim Rennen in Österreich mit einem Teampartner. In großen Teilen fuhr er aber alleine.
von Thomas Mühlbauer

Bernhard Steinberger hatte jede Menge Spaß beim 24-Stunden-Rennen in Österreich. Zusammen mit seinem Teampartner fuhr er auf Platz drei. Als bester Stimmungsmacher im Wettkampf gab es sogar noch einen Sonderpreis für ihn.
Bernhard Steinberger hatte jede Menge Spaß beim 24-Stunden-Rennen in Österreich. Zusammen mit seinem Teampartner fuhr er auf Platz drei. Als bester Stimmungsmacher im Wettkampf gab es sogar noch einen Sonderpreis für ihn. Foto: ??

Pösing.Das Corona-Jahr hat den Rennkalender der Ultracycler ganz schön ausgedünnt, doch ein paar Rennen finden doch noch statt. So nahm Bernhard Steinberger vor wenigen Tagen zusammen mit seinem Mitstreiter Christoph Gerblinger im Hitzendorf (bei Graz) an der 15. Austragung der Radtrophy „Rund um die Kirschhalle“ teil. Bei diesem Wettbewerb startet er mit seinem Partner als „Mühlbauer Racing Team“. Für die beiden Radfahrer reichte es am Ende mit 176 Gesamtrunden für den dritten Platz, wobei sie Rang zwei nur um eine Runde verpassten.

Ohne Ambitionen angereist

Große Ambitionen, vorne mitzufahren hatte Bernhard Steinberger vor dem Rennen nicht, ging es doch eigentlich für ihn nur um das Motto „Dabeisein ist alles.“ Der Rundkurs hatte lediglich eine Länge von knapp vier Kilometern mit 30 Höhenmetern. Sein Start hatte eine Vorgeschichte, „Der Veranstalter hat mich beim Rennen in Italien angesprochen, ob ich mir eine Teilnahme vorstellen könnte.“ So entstand die Idee, im Vierer-Team zu starten. Doch kurzfristig vielen zwei Mitstreiter aus, so dass es Gerblinger und Steinberger zu zweit anpackten.

Für Christoph Gerblinger war dies eine Riesenherausforderung, wie Steinberger mit einem Lachen erzählt, war er doch vorher als längste Radtour nur 97 Kilometer am Stück gefahren. Pro Woche fährt sein Mitstreiter zwei bis vier Mal mit dem Rad. „Ein richtiger Hobbyradfahrer eben“, so der Extremradsportler. Und die Erfahrung, die der hoch dekorierte Extremradsportler hat, sollte ihn nicht täuschen.

„Christoph Gerblinger wusste nicht, auf was er sich einlässt“, sagt Bernhard Steinberger. Zu Beginn des Rennens lautete die Abmachung, dass jeder vier Runden am Stück fährt, dann wird gewechselt. Dies habe man nach dem Start am Samstag gegen 10 Uhr drei Stunden lang so praktiziert. Dann änderte das Team seine Renn-Taktik. „Mein Partner brauchte einfach mehr Pause“, erklärt Steinberger. Denn der Pösinger brauchte für die knapp vier Kilometer Runde nur knapp sieben bis acht Minuten, zu kurz, als dass sich sein Partner erholen konnte. Deshalb wurde der Rhythmus gewechselt. Steinberger fuhr sechs Runden am Stück, Gerblinger vier.

Kraft war zunächst am Ende

Der Hobbyradfahrer hielt derweil tapfer durch, doch gegen 22.15 Uhr streikte der Körper endgültig. Wegen Kopf- und Knieschmerzen war zunächst an eine Weiterfahrt für Gerblinger nicht zu denken. Bernhard Steinberger fuhr zunächst alleine weiter ohne den Wechsel. Gegen 00.45 Uhr griff dann sein Partner wieder ins Rennen ein.

Die Zahlen zum Rennen

  • Team:

    Zusammen mit Gerblinger belegte Steinberger im Mühlbauer Racing-Team mit 176 Runden Platz drei. Dies entspricht einer Strecke von 677,6 Kilometern. Während Steinberger 117 Runden drehte, fuhr Gerblinger 59 Runden.

  • Erfolge:

    Auch weitere „Teammitglieder“ sahnten ab. Laura Berschneider belegte bei den Frauen im 24-Stunden-Rennen Platz eins, Christine Bogner wurde beim 6-Stunden-Rennen Zweite. Bei den 24 Stunden belegte Michael Brinsteiner Platz 14.

Für Steinberger war es eine Umstellung, in einem Zweier-Team zu fahren. „Das Problem war, ich bin sechs Runden gefahren, dann hab ich mich hingesetzt und im Wechselbereich gewartet, bis er wieder gekommen ist.“

Doch diese neue Erfahrung hat dem Pösinger, wie er versichert richtig viel Spaß gemacht. Am Morgen des Sonntags ging dann bei Hobbyradfahrer Christoph Gerblinger irgendwann gar nichts mehr. „Wir haben dann entschieden, dass ich wieder alleine weiterfahre“, sagt Steinberger. Erst 45 Minuten vor dem Ende des Rennens wechselte die Beiden noch einmal durch, ehe man die Schlussrunde schließlich gemeinsam ins Ziel fuhr. Am Ende wurde es ein zu Beginn niemals für möglich gehaltener dritter Gesamtrang. Steinbergers Fazit fällt entsprechend positiv aus: „Das war wie ein Familienausflug.“ Das würdigte auch der Veranstalter, denn bei der Siegerehrung erhielt das Duo sogar den Sonderpreis für die besten Stimmungsmacher im Wettkampf. Bleibt die Frage zu klären, kann sich Ultracycler Bernhard Steinberger vorstellen, künftig häufiger im Team zu starten? „Warum denn nicht, das Ambiente, die Stimmung, die Verpflegung, das Team, es hat einfach alles gepasst. Ich kann es mir durchaus vorstellen, hier nun regelmäßig zu starten.“

Auch mit den Abstands- und Hygieneregeln gab es keine Probleme. Dass das Rennen zudem sehr beliebt ist, zeigte sich auch darin, dass in diesem Jahr 200 Teilnehmer starteten und 80 weitere gar keinen Startplatz mehr ergattern konnten.

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