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Kehrtwende: Es darf doch getestet werden

Der BVF hat erwirkt, dass das Verbot von Testspielen aufgehoben wird. Manchen Chamer Funktionären ist das Hin und Her zuviel.
Von Thomas Mühlbauer

Am 7. März hatte der ASV Cham den letzten Test vor Aussetzung der Saison absolviert. Seit Mittwochabend steht fest, dass ab sofort wieder Vorbereitungsspiele erlaubt sind, die Zeichen stehen also auf Re-Start.
Am 7. März hatte der ASV Cham den letzten Test vor Aussetzung der Saison absolviert. Seit Mittwochabend steht fest, dass ab sofort wieder Vorbereitungsspiele erlaubt sind, die Zeichen stehen also auf Re-Start. Foto: Simon Tschannerl

Cham.Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt – von Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe wurde mancher Satz zum geflügelten Wort. Selbst für die momentane Situation der Amateurfußballer, genauer des nahenden Re-Starts mit entsprechenden Testspielen im Vorfeld, kann es (umgekehrt) gelten. Am Dienstagabend teilte der Bayerische Fußballverband mit, dass die Staatsregierung Trainingsspiele vorläufig bis zum 16. August verboten hat. Am Mittwochabend wird vermeldet, dass Trainingsspiele ab sofort wieder möglich sind – für die Vereine die reine Achterbahnfahrt.

Am Dienstagabend sprach etwa Furths Sportlicher Leiter Jürgen Kreipl davon dass er „langsam keinen Nerv mehr für dieses Thema“ habe. Vilzings Trainer Christian Stadler nannte die Situation „ein Fass ohne Boden“ und Chams Sportlicher Leiter Andreas Lengsfeld war geknickt („Ein Wettkampf wäre sehr wichtig gewesen.“). 24 Stunden später bekommen die Vereine nun doch die Möglichkeit zu Testspielen, denn Innenminister Joachim Herrmann hat nachgebessert.

Fussball

Testspiele bleiben weiter untersagt

Die vom BFV erhofften Lockerungen für die Amateurfußballer blieben aus. Bis zum 16. August geht außer Training gar nichts.

Der Verband lässt in seiner Pressemitteilung am Mittwochabend verlauten: „Trainingsspiele sind im bayerischen Amateurfußball ab sofort wieder möglich. Das hat Joachim Herrmann, Bayerischer Staatsminister des Innern, für Sport und Integration, nach einem Schreiben des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) in einem Brief an BFV-Präsident Rainer Koch klargestellt.

Nach der Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung sei unter der Voraussetzung einer Kontaktdatenerfassung gemäß Rahmenhygienekonzept das Training in festen Trainingsgruppen zugelassen. Auch dem Training dienende Spiele gehörten grundsätzlich zu den erlaubten Lockerungsmaßnahmen bei Mannschaftssportarten mit Kontakt. Sofern solche Trainingsspiele vereinsübergreifend angesetzt werden, seien sie auf Partien zwischen Vereinen aus Bayern begrenzt. Eine namentliche Erfassung aller am Spielbetrieb Beteiligten sei zu gewährleisten. Die Spiele müssen ohne Zuschauer stattfinden.

„Es hat sich gelohnt, dass wir im Sinne unserer Vereine noch einmal bei der Politik vorgesprochen und unsere Interessen klar zum Ausdruck gebracht haben. Wir sind sehr glücklich, dass ab sofort wieder Trainingsspiele möglich sind – wenn auch ohne Zuschauer. Gemeinsam mit unserem Verbandsarzt werden wir in den kommenden Tagen ein handhabbares Hygienekonzept präsentieren, mit dem wir und unsere Vereine unserer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht werden“, sagt BFV-Geschäftsführer Jürgen Igelspacher.

Der Re-Start

  • Testspiele:

    Das am Dienstag bekanntgegebene Verbot der Staatsregierung wurde zurückgenommen. Trainingsspiele sind ab sofort möglich.

  • Pflichtspiele:

    Die Re-Start-Pläne des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) sehen aktuell noch vor, dass die derzeit unterbrochene Spielzeit 2019/20 im September nach vierwöchiger Vorankündigung fortgesetzt wird, sollten dies die staatlichen Vorgaben dann auch erlauben.

In Vilzing freut man sich über die Kehrtwendung. Roland Dachauer, Sportlicher Leiter der DJK, sagt: „Das ist natürlich sehr positiv und für den Ablauf elementar wichtig.“ Denn hätte ab diesem Wochenende nicht getestet werden dürfen, wäre auch der Start in die Pflichtspiele ab dem 1. September mehr als gefährdet gewesen.

Christopher Gierstl vom SV Neukirchen b. Hl. Blut hält mit seiner Meinung zu diesem Hin- und Her nicht hinter den Berg: „Die sind weit weg von der Realität. Nach der Meldung vom Dienstag haben wir bis auf weiteres den Trainingsbetrieb eigentlich wieder eingestellt gehabt.“ Die Planungssicherheit sei komplett abhandengekommen, denn die Entscheidungen des BFV seien wie das Fähnchen im Wind. Gierstl sagt: „Die Spieler sitzen ja auch nicht daheim und warten, dass ich anrufe. Es ist ein Unding, dieses Hin und Her binnen 24 Stunden.“

Ein paar Kilometer weiter kann Jürgen Kreipl vom FC Furth auch nur noch den Kopf schütteln. „Es war am Ende sicherlich ganz einfach so, dass der Druck immer größer wurde und der BFV nun bei der Staatsregierung einfach vorsprechen musste.“ Doch damit sei die Sache für den Further noch lange nicht beendet. Kreipl wirft ein, man müsse jetzt erst einmal schauen, wie lange gespielt werden darf, bis alles wieder eingestampft wird. „Da kennst du dich irgendwann einfach gar nicht mehr aus“, sagt er.

Rodings Fußballboss Michael Sagmeister kann ebenfalls nur noch den Kopf schütteln und stellt die Gegenfrage: „Was soll ich dazu nur sagen?“ Für den Rodinger fehle es an der klar erkennbaren Linie. Allerdings werde der TB03 gleich am Sonntag ein Testspiel bestreiten. Glücklich ist Sagmeister aber nicht ganz: „Das bin ich erst, wenn Testspiele wieder mit Zuschauern stattfinden dürfen.“

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