MyMz

Radl-Challenge in der Corona-Pause

Die SG Waldmünchen macht derzeit „Fun-Training“. Bei manchen Kreisligisten macht sich Skepsis über den Start-Termin breit.

Die Neubäuer, hier gegen den SV Michelsdorf, laufen ihren Ansprüchen hinterher. Sie befinden sich sogar in Abstiegsgefahr.Foto: Simon Tschannerl
Die Neubäuer, hier gegen den SV Michelsdorf, laufen ihren Ansprüchen hinterher. Sie befinden sich sogar in Abstiegsgefahr.Foto: Simon Tschannerl

Cham.Der Fußball befindet sich noch in der Zwangspause – Corona hat den Fußballern, die sich bereits mitten in der Vorbereitung befanden auf die Restrückrunde einen gehörigen Strich durch die Rechnung gemacht. Bei den Kreisligisten SG Waldmünchen, SV Neubäu und SV Michelsdorf lief die Vorbereitung auf die Restsaison richtig gut – alles für die Katz’.

Aufsteiger SG Waldmünchen/Geigant steht auf Platz fünf der Tabelle. Für die Trenckstädter wird nach vorne und nach hinten nichts mehr anbrennen. 29 Punkte hat die Spielgemeinschaft in 17 Spielen gesammelt. Abteilungsleiter Stefan Umlauf ist, wie viele seiner Kollegen, traurig über diese unfreiwillige Pause: „Na klar würden wir gerne spielen, wir hatten eine gute Vorbereitung und waren schon am Ende dieser wichtigen Wochen angelangt.“ Doch auch in der Trenckstadt und im Nachbarort Geigant muss man sich weiter in Geduld üben.

Es heißt, einfach abwarten – allerdings mit gemischten Gefühlen. Keiner ist sich sicher, ob es wirklich zum 1. September losgeht. „Wir hoffen natürlich darauf, doch mein Bauchgefühl sagt mir, dass es eher nichts werden wird“, sagt Umlauf. Als Tabellenfünfter liegt die SG komfortabel im Mittelfeld der Tabelle. Das könnte den Schluss nahelegen, dass sich die Waldmünchner für einen Saisonabbruch entschieden haben. Das Gegenteil ist der Fall, wie Umlauf sagt. Bei seinem Verein stand der Fairnessgedanke an erster Stelle.

Challenge für das Training

Für das Training hat sich die Spielgemeinschaft etwas Besonderes einfallen lassen, wie Umlauf mit einem Schmunzeln verrät: „Wir haben eine Trainings-Challenge entwickelt. Das heißt, wir haben Fünferteams gebildet, bei denen es darum ging, wer in einer Woche mehr Kilometer auf dem Fahrrad und beim Laufen schafft.“ Das Siegerteam brachte es auf stolze 1318 Gesamtkilometer. Aber auch für die Jugend hat man sich was einfallen lassen. Die „Profis“ der ersten Mannschaft lassen sich Tricks einfallen, filmen diese und die Jugendlichen können sie dann nachmachen. Finanziell trifft die Pause den Verein ebenfalls empfindlich, denn die Zuschauereinnahmen fallen weg. Von den Sponsoren gab es noch keine Info, dass sich jemand zurückzieht.

Highlight für den MSV war das Spiel gegen Untertraubenbach. Foto: rtn
Highlight für den MSV war das Spiel gegen Untertraubenbach. Foto: rtn

In der Vorstandschaft ist man derweil dazu gezwungen, sich über die neuen Medien auszutauschen. An eine mögliche neue Saison will Stefan Umlauf gar noch nicht denken: „Das Wichtigste war für uns die Verlängerung mit Trainer Andreas Herrmann, alles andere machen wir dann zu gegebener Zeit.“ Fragt man den Spartenboss, welches Spiel ihm in der bisherigen Saison besonders in Erinnerung geblieben ist, will er keines herausheben, dabei betont er aber, dass sich die junge Mannschaft kontinuierlich weiterentwickelt.

Mit 23 Punkten liegt der SV Michelsdorf auf Platz acht. Der Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz beträgt neun Punkte. Im Chamer Vorort bedauert man es, dass das gesellschaftliche Leben im Verein aktuell komplett stillsteht. Dass 2020 der Ball noch einmal rollt, daran glaubt Spartenleiter Norbert Althammer nicht. „Ich denke eher, dass ab März/April 2021 wieder weitergespielt werden kann“, blickt der Michelsdorfer in die Glaskugel. Dennoch gab es auch bei den Violetten keine zwei Meinungen – sie haben sich ebenfalls für den BFV-Vorschlag ausgesprochen. Für sie sei die Aussetzung die sportlich fairste Variante.

Kreisliga-Überblick

  • Status quo:

    Die Kreisligisten sind immer noch in der Winterpause, denn im Jahr 2020 hat noch kein Team ein Punktspiel absolviert. Die DJK Arnschwang führt die Tabelle mit 41 Punkten aus 17 Partien an.

  • Restprogramm:

    Wenn es wieder losgehen sollte, dann stehen für die 14 Mannschaften noch acht Partien an. Zudem haben die DJK Beucherling, SG Waldmünchen, SV Neubäu, DJK Arnschwang, SV Obertrübenbach und der FC Miltach noch eine Nachholpartie zu bestreiten.

Althammer stellt die Gegenfrage: „Hätten wir abgebrochen, wäre es auch frühestens ab 1. September weitergegangen. Lieber lassen wir dann die Saison 2020/2021 ausfallen“, sagt er. Nachdem klar war, dass es frühestens ab dem 1. September wieder losgehen kann, hat man sich beim MSV entschieden, den Spielern zu raten, das individuelle Training auszusetzen und einfach „Just vor Fun“ zu trainieren. „Sollte sich abzeichnen, dass es im September wieder losgeht, werden wir im August wieder loslegen.“

Der Shutdown im Fußball trifft den kleinen Kreisligisten sehr hart, denn er lebt vom Vereinsleben, auch wenn auf der anderen Seite kaum Ausgaben vorhanden sind. Geplant für die neue Saison werde nur eingeschränkt, wobei die Michelsdorfer sowieso keine Neuzugänge ins Auge gefasst haben, nachdem der ganze Kader schon zugesagt hat. Fragt man Althammer nach dem bisherigen besten Spiel der Saison, nennt er die Partie am 6. Oktober gegen den FC Untertraubenbach. Vor 400 Zuschauern besiegte der MSV den Jugendkooperationspartner mit 4:2 und schickte ihn geschlagen nach Hause.

Der Blick geht nach unten

Die guten Jahre sind vorbei, in denen man regelmäßig an das Tor zur Bezirksliga klopfte und es sogar durchschritten hatte – diese Erkenntnis reift seit ein paar Jahren immer mehr beim SV Neubäu. In dieser Saison geht es abermals nur gegen den Abstieg. 16 Punkte hat der SV auf der Habenseite, was nur zwei Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsrang bedeutet.

Aufsteiger SG Waldmünchen steht komfortabel im Mittelfeld. Foto: wfl
Aufsteiger SG Waldmünchen steht komfortabel im Mittelfeld. Foto: wfl

Vorstand Rainer Gleixner sagt nüchtern: „Natürlich hätten wir uns eine bessere Platzierung vorgestellt.“ Auch am Triftweg habe man sich für den BFV-Vorschlag ausgesprochen, weil ihn der SV für alternativlos hält und er die fairste sportliche Lösung sei. Trainer Georg Gleixner hat seine Truppe mit Trainingsplänen versorgt, die der Vorstand gut „überwachen“ kann, wie er mit Augenzwinkern sagt: „Wenn ein Spieler zur lockeren Laufrunde in die Umgebung von Neubäu startet, muss er bei mir daheim vorbei, so hab ich da einen guten Überblick.“

Ansonsten läuft beim SV Neubäu die ganze Organisation digital ab, wobei man hofft, dass die zweite Corona-Welle ausbleibt und man ab September wieder in den Spielbetrieb starten kann. Bei den Sponsoren habe man aktuell keine Ausfälle zu befürchten. Zudem seien für die neue Saison – Stand jetzt – keine Neuzugänge geplant, vielmehr möchte der Verein – im Gegensatz zu früheren Zeiten – auf die eigene Jugend setzen.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht