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Satte 16 Runden Vorsprung am Ende

Zum Saisonfinale bezwingt der Pösinger Rainer Steinberger das flache Land von Oschersleben. Verfolger haben wenig zu Lachen.

  • Rainer Steinberger (Mitte) ist zufrieden mit dem Saisonabschluss. Fotos: Steinberger
  • Rainer Steinberger war wieder einmal der strahlende Sieger.

Pösing.Extremradler Rainer Steinberger hat die nächste famose Saison hingelegt. War 2016 schon sehr erfolgreich, hat es der Ausdauerathlet heuer getoppt. Drei Mal ging der zweifache Familienvater bei Ultra-Langdistanzen an den Start, zweimal gewann er, einmal wurde er Fünfter.

Sein letztes Saisonrennen bestritt der 41-Jährige in Oschersleben, wo sonst DTM-Fahrzeuge über den Rundkurs heizen, beim 24-Stunden-Rennen und gewann. Dieser Sieg hat zusätzlichen Stellenwert, denn Steinberger hat rund um die Uhr sagenhafte 906,5 Kilometer zurückgelegt, damit den Weltrekord von Christoph Strasser gebrochen. Allerdings gilt dieser noch als inoffiziell, weil die Bestätigung fehlt.

Im Fahrerlager bezog Steinbergers Team eine eigene Box. Mit Dusche und WC. Zum Rennstart wurde das Wetter immer besser. Kurz vor Mittag ging Steinberger auf seine Warm Up-Runde, um die Strecke zu studieren: „Sehr flach, windanfällig, kurviger Rundkurs“. Dann konnte es losgehen für die 244 Starter plus Steinberger.

Die vielen Überrundungen störten

Hinter einem Motorrad ging es auf die Einführungsrunde. Aus Steinbergers Sicht eher suboptimal: „Wenn du hinter einem Motorrad herfährst, das nur 25 Stundenkilometer drauf hat, dann ist das zu gemütlich.“ Als das Motorrad weg war, ging es zum fliegenden Start und so war von der ersten Minute an Kampflinie angesagt. Noch etwas war neu für Steinberger: Wegen des hohen Tempos störte auf dem kurzen Rundkurs bei den vielen Teilnehmern das schnell einsetzende Überrunden. „Du bist nur noch am Rufen und Schreien, damit dich keiner vom Rad holt, du schnell vorbeikommst“, so Steinbergers bleibende Eindrücke. Am Ende waren alle Vierer- und Achter-Teams langsamer als Steinberger, nur das Zweier-Team um Julian Becker und Markus Gärtner schaffte eine Runde mehr.

„Es war einmal etwas ganz anderes, ich fahre eigentlich gerne in der Gruppe oder auch ein Loch zu. Im Normalfall hast du das als Ultraradrennfahrer nicht“, war sogar der Blick in die Landschaft gewöhnungsbedürftig: Anstatt Alpen-Panorama Leitplanken und Reifenstapel als ständige Begleiter.

Der Verfolger musste mitleiden

Der Zweitplatzierte Kai Tegethoff wollte den Pösinger herausfordern, klebte übers halbe Rennen am Hinterrad. Irgendwann hatte Steinberger aber die Faxen dicke: „Ich habe mir gesagt, wenn du unbedingt bei mir am Hinterrad kleben willst, dann musst du jetzt leiden. So hab ich immer wieder das Tempo angezogen, dann wieder herausgenommen, dann wieder angezogen.“ Doch: „Das ist auch an mir nicht spurlos vorbeigegangen.“ Tegethoff ließ dann abreißen. Steinberger hatte am Ende 16 Runden Vorsprung. Ausklingen lässt Steinberger die Saison mit kleinen Fahrten, ehe sich alles um 2018 dreht. (rtn)

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