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Inline-alpin

Sing und Bertsch funken dazwischen

Auf Bundesebene ist ein Duo aus Baden-Würtemberg nicht zu schlagen. Die Bayerwaldtitel bleiben großteils in Minstacher Hand.
Holder Hierl

  • Mona Sing war beim Rennen in Bad Kötzting das wieder eine Klasse für sich.Fotos: chi
  • Auch die Kleinsten waren auf der Strecke unterwegs. Foto: chi
  • Bundes- und FCC-Vereinstrainer Peter Schödlbauer beobachtet die Fahrt von Christoph Gruber. Foto: chi

Bad Kötzting.Die Baden-Württemberger Inline-alpin-Sportler sind derzeit das Nonplusultra in der Welt, das zeigte sich auch wieder bei den Wettbewerben am vergangenen Wochenende in Bad Kötzting, wo der FC Chammünster auf der Strecke beim Wertstoffhof die Rennen um die offene Bayerische Meisterschaft und die Bayerwaldmeisterschaft im Riesenslalom am Samstag sowie eins zum Deutschen Inline-alpin-Cup, um die Bayerwaldmeisterschaft und um den FCC-Inline-Cup im Slalom am Sonntag veranstaltete. Nur Läufer vom FC Chammünster sowie von den tschechischen Clubs Jirkov bzw. Krusnoborci konnten die südwestdeutsche Phalanx durchbrechen.

Rennkurs rechtzeitig trocken

„Des habt’s heut aber genau eingepasst“, meinte Simone Schödlbauer, als bei der Siegerehrung zu den Slalomrennen am Sonntagnachmittag wieder kohlraberlschwarze Gewitterwolken im Norden Bad Kötztings auftauchten und sich dem Renngelände näherten und erste Tropfen vom Himmel fielen. Doch die Verantwortlichen hatten wieder mal ziemliches Glück mit dem Wetter, wenn es auch am Morgen, als die Rennen um 10 Uhr gestartet werden sollten, gerade erst zu regnen aufgehört hatte und man den Rennkurs nur noch ungefähr trocken bekam, damit die Kleinsten über die Strecke gehen konnten, die noch nicht so schnell dran waren, dass ihnen die feuchte Fahrbahn Probleme bereitet hätte. So wurden auf dem etwas kürzeren Kurs für die Bambini und Kinder gleich beide Durchgänge hintereinander durchgezogen, so dass bereits für die Jugendlichen die Fahrbahn weitgehend abgetrocknet war und faire Bedingungen für alle gegeben waren.

Der FC Chammünster stellte ab den Schülern alle Bayerwaldmeister. Ausnahme waren nur die Seniorinnen. Foto: chi
Der FC Chammünster stellte ab den Schülern alle Bayerwaldmeister. Ausnahme waren nur die Seniorinnen. Foto: chi

Trotzdem gab es bei 114 Startern insgesamt rund 20 Ausfälle, besonders im ersten Lauf wurde für einige die Geschwindigkeit gegen Ende des Rennens zu hoch, so dass sie die Kurve um das nächste Tor nicht mehr schafften. Ein paar Läufer stürzten spektakulär auf die Stangen, doch blieb es zum Glück bei Prellungen oder leichten Abschürfungen, die Fahrer sind ja an den exponierten Stellen geschützt und tragen natürlich alle einen Helm. Trotzdem bekamen die Helfer vom BRK einiges zu tun an diesem Sonntag.

Ja, es wurde zum Teil atemberaubender Sport geboten, besonders dann in den Finalläufen um den Inlinecup des FC Chammünster der jeweils besten 15 aus den vorher gefahrenen Slaloms, in denen sich aber ziemlich die Reihung aus den vorherigen Rennen widerspiegelte. Leider kamen auch am Sonntag nur wenige Zuschauer, um sich die rasanten Fahrten zwischen den Toren anzuschauen und die Läufer anzufeuern. Der Stimmung an der Strecke oder dann auch bei der Siegerehrung tat das aber keinen Abbruch und ein Rennteilnehmer aus dem Seniorenbereich meinte: „Einmal erster Platz, einmal dritter – schön dass ich hier dabei war.“ Und das werden die anderen Sportler ähnlich gesehen haben, selbst wenn es nicht fürs Stockerl gereicht hat.

Bayerwaldmeisterin der Mädchen wurde Johanna Kolbeck vor Melanie Lohberger und Laura Stocker (alle Arrach).  Foto: chi
Bayerwaldmeisterin der Mädchen wurde Johanna Kolbeck vor Melanie Lohberger und Laura Stocker (alle Arrach). Foto: chi

Wie gesagt, bei diesen Rennen durften auch die Nachwuchsfahrer an den Start gehen und besonders die Vereine aus Arrach, Chammünster, Gerzen (bei Landshut), Dreiburgenland oder aus dem tschechischen Jirkov nutzten diese Gelegenheit, ihrer Rennzukunft eine Chance zu einem richtig großen Rennen zu geben. Der FC Chammünster hatte sogar Kinder im Team, die erst seit einem halben Jahr auf den Inlineskates stehen. Die Allerjüngste war die Anna Schießl vom FCC, die erst vier Jahre ist. Sie durfte an der Hand vom Papa im Steilstück die Fahnen umrunden und schaffte das auch fehlerfrei trotz einiger Plumpser auf den Hosenboden. Die bisschen älteren Kinder zeigten schon sichere Fahrten, teils mit kurzen Stecken, mit denen sie die Slalomstangen wegschubsten, meistens aber ohne Stecken, die Hände nach vorne gestreckt, um ein besseres Gleichgewicht zu bekommen.

Ab dem Schülerbereich wurde dann schon richtig um Hundertstelsekunden gekämpft, mit zum Teil beeindruckender Fahrtechnik und vor allem starkem Kampfgeist. Höhepunkt des Tages waren die Finalläufe, bei denen man gegen Ende, als die Besten des Slalomrennens an den Start gingen, immer wieder meinte: Schneller geht’s nimmer. Denkste! Der oder die nächste Läufer/in unterbot die bisherige Bestzeit noch mal um ein paar Hundertstel. Einfach sensationell, zumal man bei manchen Läufern gar nicht die Schnelligkeit der Fahrt sah und dann von der Anzeigetafel beim Zielhaus und die Durchsage von Streckensprecher Alexander Kregiel überrascht wurde.

Meisterschaft in Arrach

Sigi Zistler, Abteilungsleiter Ski und Inline im FC Chammünster, dem Ausrichter dieses „Minstacher Inline-alpin-Rennwochenendes“ in Bad Kötzting, und selber Teilnehmer in beiden Wettbewerben und trotz Trainingsrückstands sehr passabel gefahren, verzichtete bei der Siegerehrung angesichts des drohenden Unwetters auf viele Worte, dankte nur allen Helfern, die wieder alles ausgezeichnet vorbereitet und durchgeführt hatten, und überreichte dann die Medaillen und Pokale an die drei Erstplatzierten jeder Altersklasse sowie schließlich an die Sieger des FCC-Inline-Cups und an die Bayerwaldmeister, die einem Verein im Skiverband Bayerwald angehören müssen.

Eine kleine Rennpause gibt es für die Inline-alpin-Fahrer nun, außer man will Weltranglisten-Punkte sammeln, dazu wäre an den kommenden Wochenenden in der Slowakei sowie in Serbien Gelegenheit, die Bayerische Meisterschaft im Inline-alpin-Slalom ist am 28. Juli beim ASV Arrach, Mitte August sind dann Europameisterschaften und Weltcuprennen im spanischen Villablino, Mitte September folgen noch deutsche Meisterschaften und der Abschluss des Weltcups. Fast zu viele Gelegenheiten, sich noch auszuzeichnen. (chi)

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