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Steinberger bleibt auf Platz zwei

Der Pösinger Radsportler muss zum Führenden etwas abreißen lassen Nach hinten baut er den Vorsprung aber aus.
von Thomas Mühlbauer

Aller Orten erlebt Rainer Steinberger die Unterstützung der Zuschauer.
Aller Orten erlebt Rainer Steinberger die Unterstützung der Zuschauer. Foto: Georg Braun

Pösing.Seit Dienstagabend ist er auf der Strecke – Rainer Steinberger aus Pösing, der gerade in Österreich dabei ist, die Alpenrepublik mit dem Fahrrad zu überrunden. Am Mittwoch gegen 15.30 Uhr hatte Steinberger die Donaubrücke bei Wien überquert. Zu diesem Zeitpunkt saß er bereits 18 Stunden im Sattel und hatte dabei schon 600 Kilometer zurückgelegt und lag auf Platz zwei.

Zu diesem Zeitpunkt betrug der Vorsprung auf den Drittplatzierten Ralph Diseviscourt „nur“ 16 Minuten. Dann wurde es gegen Abend, nach einem sehr heißen Tag etwas kühler, was Steinberger unglaublich half, denn auf den nächsten 400 Kilometern, bis die 1000 Gesamtkilometer erreicht waren, änderte sich an der Spitze nichts. Christoph Strasser durchquerte die Time-Station 22 „Abtei“ dabei am Donnerstagmorgen um 5.55 Uhr. Im Sattel saß er dabei schon 33 Stunden und legte die ersten 1000 Kilometer mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 30,53 Kilometern pro Stunde zurück. Allerdings war dies eine der letzten flacheren Passagen, ehe nun über den ganzen Donnerstag die Quälerei in den Bergen anstand.

Ab Donnerstag in den Bergen

Das Rennen

  • Herausforderung:

    Sind die ersten 1000 Kilometer noch relativ flach und wellig, wird es im zweiten Teil richtig anstrengend, wenn die großen Berge warten. (rtn)

Rainer Steinberger überstand die zweite Nacht ebenfalls unbeschadet, hierbei legte er ein kurzes Power-Napping ein. Er durchquerte die Time-Station Abtei dabei um 7:28. So betrug der Rückstand auf Strasser nach 1000 Kilometern nur knapp 90 Minuten. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 29,20 Km/h ist Steinberger immer noch extrem schnell unterwegs. In körperlich guter Verfassung, ging es für ihn in den Donnerstag. Der Luxemburger Ralph Diseviscourt, so scheint es, hat sich auf den ersten 600 Kilometern deutlich übernommen und kassierte dabei in der Nacht dafür die Quittung, denn er durchquerte „Abtei“ erst um 10.28 Uhr. Von einst 31,43 Km/h pro Stunde bis zur Donaubrücke, fiel seine Durchschnittsgeschwindigkeit nun auf 26,81 Km/h pro Stunde. So ist der Rückstand auf Rainer Steinberger mittlerweile auf fast drei Stunden angewachsen. Doch die erfahrenen Rennfahrer wissen, dass zu diesem Zeitpunkt noch harte 1200 Kilometer vor den Fahrern lagen.

Regen sorgte für etwas Abkühlung.
Regen sorgte für etwas Abkühlung. Foto: Georg Braun

Auch über den ganzen Donnerstag gab Steinberger nichts von seinem Vorsprung auf Platz drei aus der Hand, auch wenn er Christoph Strasser an der Spitze weiter ziehen lassen musste. Am Donnerstagabend konnte dann auch Steinberger das „Dach“ des Race Around Austria – das Hochtor des Großglockners auf 2457 Metern überqueren. Anschließend ging es in einer rasanten Abfahrt ins Tal hinab, ehe noch 1000 Kilometer auf ihn warteten.

Auf seinem Weg in Richtung Ziel, muss der Pösinger am Freitag aber noch einmal seine Kletterqualitäten unter Beweis stellen, wenn es in Kühtai, nach 1500 zurückgelegten Kilometern noch einmal auf 2000 Meter hinauf geht. Nach der enormen Hitze am Mittwoch und in vielen Stunden am Donnerstag tat es dem Pösinger auch sichtlich gut, als zum Aufstieg zum Großglockner auch ein kleiner Regenschauer sich über ihn ergoss.

Zielankunft am Samstag

Mit Blick nach vorne heißt es am Freitag weiter kräftig in die Pedale zu treten, auch dem Betreuerteam wird da eine wichtige Aufgabe zu Teil werden, wenn es nun heißt, ihn eine dritte und vierte Nacht wach zu halten und einen der besten Ultracycler in Europa über die Straßen der Alpenrepublik in Richtung Ziel zu führen. Den Ausgangspunkt Sankt Georgen im Attergau, wird Steinberger wohl im Laufe des Samstages erreichen. Und egal welcher Platz es wird, vor dieser Leistung kann man dann nur den Hut ziehen.

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