MyMz

LEICHTATHLETIK

Corinna Harrer läuft Hallen-Bestzeit

Geglückter Formtest für das Regensburger Ass der LG Telis Finanz in Glasgow. Weitspringerin Michelle Weitzel feilt an „den letzten drei Schritten“.
Von Claus-Dieter wotruba, mz

Starke Leistung über 3000 Meter beim Auftritt für Deutschland in Glasgow: Corinna Harrer Foto: Hensel

GLASGOW/SINDELFINGEN. Leichtathletik in der Halle ist wie Fußball in der Halle: Es ist ein Übergangsprogramm. Was zählt, ist die Freiluftsaison – zumal in einem Jahr wie diesem, in dem mit den Europameisterschaften in Helsinki (27. Juni bis 1. Juli) und den Olympischen Spielen in London (27. Juli bis 12. August) gleich zwei internationale Großereignisse anstehen. Weitspringerin Michelle Weitzel und Läuferin Corinna Harrer sind zwei Asse im Trikot der LG Telis Finanz Regensburg, die sich diese hohen Ziele gesteckt haben und im Winter fleißig daran arbeiten.

Am Wochenende war das Duo mit unterschiedlichem Erfolg unterwegs: Während Harrer beim Länderkampf im Deutschland-Trikot in Glasgow über 3000 Meter neue Hallenbestzeit lief (9:02,64 Minuten), kam Weitzel in Sindelfingen nicht so gut zurecht und musste sich mit 6,27 Metern und Rang zwei begnügen.

„Bombastische Stimmung“

„Die Stimmung war bombastisch, die Arena rappelvoll, so etwas habe ich noch nie erlebt.“ Corinna Harrer wusste wieder einmal, warum sie auf ihren Trainer Kurt Ring hören sollte. „Er wollte mich unbedingt in Glasgow sehen – und jetzt bin ich auch froh, es gemacht zu haben. Denn ich weiß, dass die Form stimmt“, sagte Harrer.

Noch vor einer Woche hatte die 21-Jährige der Alleinlauf zum bayerischen Titel unzufrieden gemacht, weil er fast 9:20 Minuten gedauert hatte. In Glasgow geriet sie an hochklassige Konkurrenz. Fast die Hälfte des Rennens folgte sie der Kenianerin Helen Obiri (8:42,59) und der britischen Hallen-Europameisterin Helen Clitheroe (8:45,59), dann riss der Kontakt ab und Harrer lief fortan bis ins Ziel alleine, weil die Russin Yelena Korobkina (9:36,75) und die Amerikanerin Tara Erdmann (9:39,01) weit hinter ihr lagen. „Ich glaube, das habe ich mit diesem Mittelweg ganz klug gelöst. Denn in meiner Winterverfassung kann ich bei so einem Tempo nicht mitgehen“, sagte die Wenzenbacherin fast entschuldigend. „Ich hatte mir eine 9:10 vorgenommen, jetzt ist es eine 9:02 geworden. Und die Hallen-WM mit der Norm von 8:59 war für mich sowieso kein Thema.“

Start am Donnerstag in Linz

Auch Michelle Weitzel, die am Donnerstag beim Indoor-Metting in Linz ihren letzten Start vor den deutschen Hallen-Meisterschaften am 25/26. Februar in Karlsruhe absolviert, war mit einem Auge in Glasgow und beäugte, was die nationale Konkurrenz da so machte. „Bianca Kappler ist 6,36 gesprungen, die Amerikanerin Funmi Jimoh 6,24. Ich habe den Eindruck, bei uns herrscht so etwas wie die Ruhe vor dem Sturm.“

Ihr selbst hatte in Sindelfingen die Jugendliche Malaika Mihambo von der LG Kurpfalz im letzten Versuch sogar noch den Titel abgenommen, den sie im Vorjahr mit 6,50 Meter erreicht hatte. „Es ist ungewohnt für mich, dass es zum Start mal nicht so klappt. Aber das muss man auch durchlebt haben“, sagte die Hessin im Regensburger Trikot, die zudem nach einer Erkältung den Ernstfall testete, angeschlagen anzutreten („Die Abschlusstests waren gut“) und ohne ihre Trainerin Steffi Pietsch auskommen musste. „Was jetzt nicht stimmt, sind die letzten drei Schritte vor dem Absprung“, sagte Weitzel nach ausführlicher Telefon-Analyse mit der Trainerin. „Die Form stimmt, die Leistung auch, das Ergebnis noch nicht.“

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht