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Der Basketball in Weiden hat keine Zweitliga-Zukunft mehr

Keine neue Lizenz beantragt / Schwindelerregende Spielerrotation

Nur Markus Schobert und Claus Weiss sind von den Spielern übrig geblieben, die vom Riesentransparent bei der Saison-Auftaktveranstaltung der Weidener prangten. Foto: Frenzel

Von Wolfgang Frenzel, MZ

WEIDEN. Auch im zweiten Anlauf – nach der Saison 1993/94 – sind die Weidener Basketballer beim Versuch gescheitert, sich in der 2. Basketball-Bundesliga zu etablieren. Obwohl die Mannschaft Chancen hat, sich sportlich den Verbleib in der Liga zu sichern, verzichteten die Verantwortlichen darauf, eine Lizenz für die nächste Spielzeit zu beantragen.

Dabei hatte im Sommer 2005 alles so gut begonnen. Zunächst wurde eine Basketball-Weiden GmbH mit dem Geschäftsführer Karlheinz Meier gegründet. Diese beauftragte die Spielervermittlungsagentur AbsoluteAll-agency for sportsmanagement und deren Mitarbeiter Stephan Landgraf und Michael Hirmer mit der organisatorischen Abwicklung des Spielbetriebs und mit der Zusammenstellung des Teams – in enger Abstimmung mit dem Trainer. Zugleich wurde mit dem Deko-Sand Hersteller Coocoon ein Namenssponsor präsentiert.

Mit diesen Maßnahmen glaubte das etwa ein Dutzend verantwortlicher Funktionäre des Weidener Basketballs, die strukturellen Voraussetzungen für ein Bestehen im Profibasketball geschaffen zu haben. Hinter vorgehaltener Hand wurde sogar von einem einstelligen Tabellenplatz gesprochen. Mit dem etablierten Trainer Keith Grey, der bereits die Bundesligisten aus Würzburg und Freiburg coachte, hatte man frühzeitig die entscheidende Position besetzt, um auch gute Spieler nach Weiden zu locken. Gute Leistungen in den ersten Spielen bestätigten den guten Ruf, der der Mannschaft vorauseilte. Höhepunkt war der Heimsieg gegen den ehemaligen Deutschen Meister Bayreuth.

Nach nur zwei Spielen wurde jedoch der zuletzt verpflichtete US-Boy Elija Warren von Trainer Keith Grey und Stephan Landgraf wegen angeblicher Gewichtsprobleme schon wieder gefeuert. Und fortan drehte sich das Spielerkarussell in Weiden. Die Rotation nahm schwindelerregende Züge an. Selbst das Basketball-Internetportal www.eurobasket.com blieb da nicht mehr auf dem Laufenden. 25 Spieler durchliefen die Mannschaft in dieser noch nicht beendeten Saison.

Spieler gegen Gehaltskürzung

Dazu Geschäftsführer Karlheinz Meier: „Uns ist vor Weihnachten ein Sponsor abgesprungen und somit hat ein hoher fünfstelliger Betrag in der Kasse gefehlt.“ Mit deshalb nötiger Gehaltskürzung zeigten sich jedoch Leistungsträger wie Justin Hall, Damian Matacz, Darrell Mickens und John Bynum nicht einverstanden – und sie waren nicht die einzigen. Trotz zahlreicher Neuer war bald klar, dass das Team in der Rückrunde nur begrenzt konkurrenzfähig sein würde. Mit der Trennung von Aufbauspielers Marco Grimaldi und Trainer Keith Grey im Januar 2006 wurden zudem die beiden letzten Grundpfeiler der ursprünglichen Mannschaft eingerissen.

Bei der Ursachenforschung liegen die beiden Hauptprotagonisten, Basketball-Weiden GmbH-Geschäftsführer Meier und „AbsoluteAll“ Manager Stephan Landgraf, der Mitte Februar das Handtuch warf, gar nicht so weit auseinander. „Wir hätten eine hauptamtliche Kraft mit viel Entscheidungskompetenz gebraucht,“ so Meier. „Ein starker Geschäftsführer in der Basketball-Weiden GmbH hätte das Ding durchziehen sollen und auch eine Verschuldung in Kauf nehmen sollen,“ meint Landgraf und verweist auf Bayreuth, das angeblich jedes Jahr Verlust machen. Beide verweisen auch auf die Verletzungen der beiden Spieler Robert Dill und Marco Meier, die den Erosionsprozess der Mannschaft beschleunigten.

Einig sind sich auch beide, dass es in der Region Weiden alleine nicht genügend Sponsorenpotenzial für die benötigten 200000 bis 250000 Euro gibt, die eine Mannschaft in der zweiten Liga kostet. Meier denkt nun über ein „überörtliches Engagement an Sponsoren und Basketballbegeisterten, das die ganze Oberpfalz umfassen könnte,“ nach. Nach dem Verzicht auf die 2. Liga geht Meier davon aus, dass Weiden in der nächsten Spielzeit mit einer Mannschaft in der 1. Regionalliga antreten wird, da der Verein auch eine Gesamtverantwortung für den Basketball in der Oberpfalz hat.. „Wir wollen erst die Saison zu Ende spielen und den Sponsoren und Fans in den letzten Spielen guten Basketballsport zeigen,“ sagt ein enttäuscht wirkender Meier.

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