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Eishockey

Auch Ontl hat unterschrieben

Gegen Rosenheim wurde die erste von zwei bösen alten Rechnungen beglichen. Jetzt hoffen die Eisbären auf mehr Euphorie.
Von Claus-Dieter Wotruba

Constantin Ontl (rechts; hier im Spiel gegen Lindau) Foto: Nickl
Constantin Ontl (rechts; hier im Spiel gegen Lindau) Foto: Nickl

Regensburg.Der 22. Dezember 2017 und der 28. Januar 2018 sind üble Eckdaten der zweifelsfrei unter einem ungünstigen Stern stehenden vergangenen Eishockey-Saison bei den Eisbären vom EV Regensburg. Beide Male setzte es in Rosenheim eine zweistellige Tracht Prügel: Die erste noch unter Beppi Heiß, die zweite schon unter der Trainerregie von Igor Pavlov und sogar mit der Kuriosität eines Eigentors. Seit Sonntagabend sind die bösen Stunden wenigstens zur Hälfte gesühnt: Diesmal fuhr das oberbayerische Traditionsteam mit bedröppelten Gesichtern nach einem deftigen 2:10 nach Hause.

Rosenheim, vor der Saison der erklärte Titelfavorit in der Eishockey-Oberliga Süd und jetzt bereits satte zwölf Punkte hinter den Eisbären Vierter der frisch gestarteten Meisterrunde, wähnte sich im falschen Film. „Was soll ich nach so einem Spiel groß sagen? Zuerst muss ich mich bei den mitgereisten Fans entschuldigen“, sagte Trainer Manuel Kofler nach dem Debakel, mit dem der Verein inmitten einer Negativserie den Vertrag um zwei Jahre verlängert hatte. „Wir waren heute über 60 Minuten absolut chancenlos. Das ist glaube ich der absolute Tiefpunkt. Weiter, als wir heute unten waren, geht’s nicht runter. Das war nullkommanull.“

Pavlov sah konzentrierte Leistung

Eisbären-Coach Igor Pavlov sah dagegen das erste Mal „über 60 Minuten eine konzentrierte und fokussierte Leistung“. Sogar Beifall spendete der stets so kritische Trainer an der Bande – ein höchst ungewöhnliches Bild. „Es hat fast alles funktioniert bei uns. Drei Punkte gegen Rosenheim tun immer gut.“ Ob’s das beste Spiel unter Pavlov- Regie war? „Möglicherweise, wahrscheinlich, mag sein.“

Eine Empfehlung aller Beteiligten war es allemal. „Jeder von den Spielern bietet sich für die nächste Saison an. Es wird keine leichte Entscheidung von unserer Seite, wen wir weiter verpflichten“, sagte Pavlov noch in der Pressekonferenz. „Nach dem heutigen Spiel hätte jeder einen Arbeitsvertrag für die nächste Saison verdient.“

Ontl unterschreibt für drei Jahre

Und noch am Abend war eine weitere Weichenstellung fixiert: Constantin Ontl, 20 Jahre alt, ein Tölzer Bua und vor der Saison aus Bayreuth gekommen, war nach der Korrektur der offiziellen Statistik nach dem Spiel zweifacher Torschütze und dreifacher Vorlagengeber gegen Rosenheim, – und er unterschrieb einen neuen Vertrag nicht um ein Jahr, nicht um zwei Jahre, sonder gar um drei Jahre bei den Eisbären. Ontl machte bereits das Dutzend an Verträgen 19/20 voll – wobei Verteidiger Tomas Gulda noch Zeit hat, aus seiner Sicht das Plazet zu geben.

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Eisbären: Ein Vertrag mit Signalwirkung

Die Regensburger verlängern vor dem Meisterrunden-Start Erik Kereszturys Kontrakt – und setzen damit ein Ausrufezeichen.

Derweil will Ontl, der jetzt 13 Treffer auf dem Konto hat und damit hinter den Erstreihenstürmern Nikola Gajovsky (21 Tore), Richard Divis (18) und Leopold Tausch (17) gemeinsam mit dem Reihenkollegen und Kapitän Peter Flache viertbester Torschütze im Eisbären-Team ist, im September eine Ausbildung als Physiotherapeut beginnen. „Aber auch ohne diese Ausbildung hätte ich verlängert. Es gefällt mir einfach sehr gut. Die Mannschaft ist perfekt, die Stadt, das ganze Drumherum. Es passt einfach alles“, sagt Ontl, der von Anfang an mit Erik Keresztury, der vergangene Woche um zwei Jahre verlängert hatte, ein starkes Gespann bildete. „Und jetzt noch Peter Flache – wir ergänzen uns gut“, sagt Ontl und findet: „Ich hatte gehört, dass Regensburg eine Top-Adresse ist. Für mich ist das hier der richtige Weg.“

Ontl denkt noch nicht an Aufstieg in DEL

Freilich überraschte auch Ontl die Deutlichkeit des 10:2 gegen Rosenheim: „Wir haben halt gezeigt, was wir können“, sagt er. Über einen Aufstieg in die DEL mag er nicht groß nahdenken. „Ich bin einer, der von Spiel zu Spiel denkt. Aber man muss sich Ziele setzen. Ich wusste schon nach den ersten Vorbereitungsspielen, dass mit dieser jungen Mannschaft einiges möglich ist. Aber auf den Aufstieg sollte man sich auch nicht zu sehr versteifen.“

So dämpfte gegen Rosenheim nur eine Zahl ein wenig die Stimmung. Gegen Rosenheim mit 2162 Zuschauern knapp unter dem aktuellen Schnitt von 2202 zu liegen, spricht nicht für allzu große Euphorie. „Die, die da sind, machen ihren Job“, fand Ontl die Stimmung gut. Doch einige Gesellschafter hoffen, dass die Erfolge der anfangs durchaus kritisch beäugten Youngster-Truppe für eine steigende Begeisterung sorgen. „Mehr können wir ja sportlich nicht mehr machen“, sagt Geschäftsführer Christian Sommerer und schaut auf die nächstbeste Gelegenheit. Schon am Freitag (20 Uhr) kommt nämlich der bei einem Spiel weniger jetzt vier Punkte entfernte Verfolger Peiting. Und am Sonntag wartet der nächste Schlager – in Rosenheim.

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