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Eishockey

Aufgeben wird der EV Regensburg nicht

Der EVR will am Freitag in Duisburg ein viertes Spiel im Playoff-Halbfinale erzwingen. Gründe für Zuversicht gibt es einige.
Von Dieter Krelle, MZ

  • Der Gang durch den Tunnel in Regensburg am Mittwoch soll für die EVR-Spieler für diese Saison nicht der letzte gewesen sein. Sie wollen gegen Duisburg ein viertes Spiel erzwingen. Foto: Nickl
  • Spieler und Funktionäre waren begeistert von der Unterstützung der Fans. Foto: Nickl
  • Der Schlüssel zum erhofften Erfolg: Am Freitag wollen die EVR-Goalies ihr Tor sauber halten. Foto: Nickl

Regensburg.Die Halle in Regensburg tobte am Mittwochabend und belohnte mit Standing Ovations die Einstellung des Eishockey-Oberligisten EV Regensburg, obwohl dieser nach der 2:6 (0:3, 0:3, 2:0)-Klatsche gegen den EV Duisburg im Playoff-Halbfinale mit 0:2 in Rückstand geriet. „Wir haben zwei Drittel lang Super-Eishockey geboten“ zog EVD-Trainer Uli Hegen nach der Galashow von Pascal Zerressen, Fabio Pfohl, Andre Huebscher, Dominik Meisinger und Dominik Lascheit zufrieden Bilanz. Und dennoch warnte er sein Team, das Spiel drei am Freitag um 19.30 Uhr in Duisburg schon als Selbstläufer auf dem Weg ins Finale abzuhaken. „Regensburg hat uns im letzten Drittel bewiesen, dass die Mannschaft nie aufgibt.“

Für Doug Irwin, den höchst respektierten Coach des EVR, waren die Erkenntnisse aus dem Schlussabschnitt, als die Seinen endlich wieder in den Playoff-Modus zurückfanden, der Anlass für nicht versiegenden Optimismus. „Wir liegen 0:2 zurück, aber aufgeben werden wir nicht. Ich sehe noch Chancen für ein viertes Spiel. Die Mannschaft wird sicher alles geben, um das zu erreichen.“ Das wäre auch im Sinne der mit einer überragenden Saison zurückgewonnenen Fans. „Wie sie die Mannschaft nach einem 0:6-Rückstand noch unterstützt haben, war sensationell“ lobte man in Funktionärskreisen.

EVR ist zuversichtlich

Was die Zuversicht des EVR-Trainers stärkte, war außerdem der Auftritt der DNL-Youngsters. „Cody Brenner hat nach seiner Einwechslung für Martin Cinibulk 30 Minuten lang kein Gegentor einstecken müssen. Der erst 16-jährige Philip Vogel spielte eine glänzende Verteidiger-Partie und Dimitri Komnik bestätigte seine große Veranlagung“, lobte Irwin das Youngster-Trio, das im 13. Spiel einer kräftezehrenden Playoff-Serie (sechs Spiele gegen Peiting und fünf gegen Selb) bei der ersten Bewährungsprobe einen imponierenden Eindruck hinterließ.

EVR unterliegt in Spiel zwei gegen Duisburg 2:6

Diesen Widerstandsgeist bewiesen auch die Spieler aus dem zweiten Glied, die am Ende den Gegner auch zu einigen heftigen Reaktionen herausforderten. Dagegen wurde der EVR-Paradereihe von den läuferisch und technisch imponierenden Westdeutschen der Zahn gezogen. „SOS“ musste Gäste-Goalie Felix Bick jedenfalls am Mittwoch in der zum dritten Mal in Serie mit 4961 Zuschauern ausverkauften Donau-Arena nicht funken. Und Barry Noe, den der Coach am Ende schonte, war auch ohne seine leichte Schulterblessur kein Faktor in dieser Partie, in der der Gastgeber erste Verschleißerscheinungen der praktisch die ganze Saison immer wieder entscheidenden Leistungsträger konstatieren musste.

Fakten zum EVR

  • 22. Mal ausverkauft

    Seit dem Umzug in die Donau-Arena 1999 meldete der EV Regensburg zum 22. Mal ausverkauft. Nach dem 5:2 gegen Selb im Oberliga Viertelfinale 2014/15 war die Bilanz erstmals positiv. Nach dem 2:6 gegen Duisburg – der höchsten Heimniederlage vor vollen Rängen (zuvor zwei 1:4-Niederlagen gegen Straubing/9. Dezember 2001 und Landshut/5. Januar 2007) – stehen jetzt elf EVR-Siege und elf EVR-Niederlagen zu Buche.

  • 1999 das erste Mal volles Haus

    Der erste Gegner, der die Arena restlos füllte, war am 5. Dezember 1999 Crimmitschau. Es folgten sechs weitere Klubs. Am zugkräftigsten waren die Derbys gegen Straubing (neun Mal ausverkauft) und Landshut (vier Mal). Dahinter folgt schon der aktuelle Playoff-gegner Duisburg (drei Mal). Dazu kamen insgesamt je zweimal Crimmitschau und Selb, je einmal Weiden und Ingolstadt.

  • Publikumsmagnet Aufstiegssaison

    Öfter als in dieser Spielzeit war die Donau-Arena nur in der Aufstiegssaison in die 2. Bundesliga 2000/01 gefüllt, als Straubing und Crimmitschau und dann in den Playoffs zweimal Duisburg für volles Haus sorgten. Allerdings: Drei ausverkaufte EVR-Spiele hintereinander wie diesmal gab es noch nie in der Arena-Geschichte.

  • Sechs Mal länger als 60 Minuten

    Länger als 60 Minuten dauerten übrigens sechs der 22 Spiele. Auch hier ist alles ausgeglichen: Zweimal gewann der EVR nach Penaltys, zweimal gewann er. Ein Spiel wurde (zuletzt im Viertelfinale 2014/15 gegen Selb) gewonnen, eines verloren. (cw)

Die EVR-Anreise bereits am Donnerstag dürfte auch den Füchsen Warnung vor der hohen Motivation des Oberliga Süd-Dritten sein. „Wir geben alles, nur nicht auf“ – dieses in der so erfolgreichen und oft emotionalen Saison von den Fans propagierte Motto soll in der Scania-Arena nochmals vorgelebt werden. Ob´s zum ersten Sieg und damit zum Verbleib in der Serie reichen kann, ist die höchst spannende Frage.

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