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Eishockey

Der Eisbären-Hoffnungsträger heißt Divis

Der Tscheche wird der Nachfolger von Torjäger Bosas. Seinen potenziellen Sturmpartner Gajovsky kennt er lange und bestens.
Von Claus-Dieter Wotruba

Nach fast 800 Spielen in Tschechien sucht Richard Divis (links) bei den Eisbären in Regensburg eine neue Herausforderung. Foto: HC Dukla Jihlava

Regensburg.Kaum hatten Trainer Igor Pavlov und der sportliche Leiter Stefan Schnabl den Kandidaten unter die Lupe genommen, war der Name Richard Divis auch schon im Umlauf. Seit gestern ist es jetzt auch hochoffiziell und wurde beim Großsponsor Rewag verkündet, wo stets die gewichtigsten der EVR-Nachrichten verkündet werden: Der Tscheche, der am 5. Juni 33 Jahre alt wird, wird bei den Eisbären vom EV Regensburg in der neuen Saison die zweite Kontingentstelle neben Nikola Gajovsky besetzen und tritt damit die Nachfolge des litauischen 49-Tore-Manns Arnoldas Bosas an. Wie zuletzt sein potenzieller Sturmpartner Gajovsky unterschrieb der neue Mann mit der Rückennummer neun einen Vertrag für zwei Jahre.

Die Neun ist eine Hommage von Divis an seinen Vater. „Der war Fußballer und dort gingen früher die Nummern von eins bis elf – und er hat offensiv gespielt“, erklärte Richard Divis. „Ich komme aus Trutnov und mein Vater und meine Mutter haben sehr viel dafür getan, dass ich professionell Eishockey spielen konnte.“

Richard Divis wird wohl der Partner von Topskorer Nikola Gajovsky: Vor der Kamera haben die beiden das Zusammenspiel schon mal geübt.

Das neue Traumpaar der Eisbären Regensburg

Dass Divis nach fast 800 Spielen in der ersten und zweiten tschechischen Liga jetzt in Regensburg spielt, hat viel mit Eisbären-Topskorer Gajovsky zu tun. „Ich habe vor zwei, drei Jahren schon mal über Regensburg nachgedacht, als ich mit Gajo Kontakt hatte. Er hat mir auch den Kontakt zu Martin Ancicka vermittelt. So hat das alles begonnen“, sagt der EVR-Neue, der in Chomutov (1. Liga) und Kadan (2. Liga) in Tschechien mit Gajovsky auch schon in einer Reihe spielte. „Ich kenne auch David Stieler (ehemaliger EVR-Topskorer, jetzt DEL in Augsburg, d. Red.) und habe mit ihm gespielt. Oder Martin Prochazka. Vorjahres-Goalie Jakub Urbisch ist ein Freund von mir.“

Ein Mann für Entscheidendes

„Wir haben ihn zweimal bei Spielen seines Klubs Jihlava gegen Kladno beobachtet. Igor und ich waren uns schon nach dem ersten Spiel einig, dass er passt“, sagte Schnabl. „Wir brauchen Spieler, die Verantwortung übernehmen. Richard war in Jihlava auch Assistenz-Kapitän. Alles, was er macht, hat Hand und Fuß. Immer, wenn es wichtig war, hat ihn der Trainer aufs Eis geschickt. Im zweiten Spiel hat er viereinhalb Minuten vor Schluss das 2:1 geschossen.“

„Die Verhandlungsbasis war locker und angenehm. Leuten mit seiner Punkteausbeute aus diesen Ligen spielen auch in der DEL“, berichtete Schnabl. „Wir haben das ja schon lange unter Dach und Fach“, ergänzte Pavlov. „Es war sehr professionell, fachlich und schmerzfrei. Richard wird wichtig sein für die Struktur auf dem Eis und in der Kabine.“ Der Coach ist sehr zufrieden mit dem Team, das er hat. Divis ist Spieler Nummer 17 – ohne Verteidiger Sebastian Alt, dessen Vertragsauflösung noch nicht über die Bühne ist. „Wir sind mit dem Kader fertig“, sagt Pavlov. „In der Konstellation können wir eine sehr gute und erfolgreiche Saison spielen.“ Schnabl geht einen Schritt weiter: „Ich freue mich, wenn einer an Weihnachten sagt: Wow, die spielen aber geiles Eishockey – und das wird passieren.“ Die Jugendlichkeit des Kaders? Kein Problem! „Ein Korbi Schütz ist 23 und geht in seine fünfte Saison. Ein Philipp Vogel mit 20 in seine vierte. Die haben also Erfahrung. Und wir haben Spieler, die das Gerüst tragen“, sagt Schnabl. Wie jetzt Divis.

Alle Daten und alle Stationen von Richard Divis finden Sie bei der Eishockey-Datenbank Eliteprospects hier.

„Scheibe halten, passen, schießen – Richard ist ein kompletter Spieler“, sagt Nikola Gajovsky. „Er ist nicht der klassische Torjäger, aber kann Tore schießen. Ob wir zusammenspielen, muss der Trainer entscheiden. Ich hoffe es, weil wir uns verstehen. Er ist mein Typ. Deswegen habe ich gesagt, er muss unbedingt kommen. Aber er kann auch Center spielen.“ Trainer Pavlov konkretisierte das: „Plan A ist, dass sie zusammen spielen. Aber es muss nicht unbedingt so sein.“

Dom, Brücke, Stadion

Divis war auf der Suche nach Veränderung: „Ich wollte ein neues Land, neue Teamkollegen, eine neue Liga und einen neuen Klub sehen. Regensburg ist nah an der Grenze. Nikola hat mir geholfen, das umzusetzen.“ Bereits am Mittwochabend machte Richard Divis seine erste Besichtigungstour in Regensburg mit den Stationen Dom, Steinerne Brücke und Stadion. „Das sah perfekt aus“, sagt Divis. „Ich bin zufrieden hier, also muss er es auch sein“, sagte Nikola Gajovsky.

SC Riessersee in die Oberliga?

  • Böse Überraschung: Damit hatte niemand gerechnet: Der SC Riessersee gewann in dieser Saison die Hauptrundenmeisterschaft der DEL 2 und unterlag erst im Playoff-Finale Bietigheim. Jetzt ziehen sich die Garmischer mit einem Minus von angeblich 600 000 Euro und Altlasten aus der zweiten Liga zurück und bewerben sich um einen Oberliga-Platz.

  • Gerücht:

    Auch eine Rückkehr von Louke Oakley aus Riessersee zum EVR wurde kolportiert. „Da war nie etwas dran. Wir hatten keinen Kontakt“, sagt Eisbären-Geschäftsführer Christian Sommerer.

Divis könnte auch anderweitig schnuppern. „Ich mache an der Karls-Universität in Prag die Trainerlizenz und bin sehr interessiert an der Entwicklung von jungen Spielern. Ich hoffe, das eines Tages machen zu können.“ Regensburg wäre mit der Topbewertung von fünf Sternen im Nachwuchskonzept eine gute Gelegenheit.

Alle Nachrichten rund um die Eisbären des EV Regensburg finden Sie hier.

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