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Eissport

Donau-Arena: Anbau ist im Herbst fertig

Die drangvolle Enge für Regensburger Vereine ist passé: Noch heuer geht ein zusätzliches 700-Quadratmeter-Gebäude in Betrieb.
Von Gertrud Baumgartl und Claus-Dieter Wotruba, MZ

Die Bauarbeiten haben schon begonnen: Im Herbst ist der 700-Quadratmeter-Anbau fertig, auf den die Regensburger Eissportvereine sehnsüchtig gewartet haben.
Die Bauarbeiten haben schon begonnen: Im Herbst ist der 700-Quadratmeter-Anbau fertig, auf den die Regensburger Eissportvereine sehnsüchtig gewartet haben. Foto: Tino Lex

Regensburg.Eigentlich hatte keiner von den Regensburger Eissportlern damit gerechnet, dass sich ihre Wünsche nach mehr Räumlichkeiten sich nun doch so schnell erfüllen würden, schildert Hauptgeschäftsführer Bernd-Reinhard Hetzenecker. Die Situation in der Donau-Arena schien nämlich bis bis zum vergangenen Sommer ziemlich verfahren.

Nachdem der EVR Ende 2012 finanziell ins Schlingern geraten war, waren die bereits genehmigten Pläne für einen Anbau in der Schublade verschwunden. Die Regensburger Bäderbetriebe als Betreiber der Donau-Arena hatten offensichtlich keine Lust mehr, für einem fast bankrotten Verein, der sogar die Miete schuldig bleiben musste, Geld auszugeben.

Drangvolle Enge

Leidtragende waren am Ende nicht nur die Eishockey-Spieler, sondern auch die Eiskunstläufer des EC Regensburg oder Eisstockschützen: In den Umkleidekabinen herrschte eine drangvolle Enge, wann immer eine Großveranstaltung in der Donau-Arena stattfand. Große Tourneen beanspruchten nämlich die Nebenräume weitgehend für sich, wenn sie in der Donau-Arena gastierten. Eng wurde es aber auch, weil der Eissport in Regensburg seit der Eröffnung 1999 weit populärer wurde, als gedacht. Somit mussten auch wesentlich mehr Vereinsmitglieder untergebracht werden, als ursprünglich geplant.

„Ich hoffe schon, dass die Miete nach dem Umbau nicht teurer wird.“ Ferdinand Dedovich
„Ich hoffe schon, dass die Miete nach dem Umbau nicht teurer wird.“ Ferdinand Dedovich

Es war OB Joachim Wolbergs, der im Sommer 2014 das Thema von sich aus anpackte, schildert Bernd-Reinhard Hetzenecker. Nachdem beim EVR und seinem neuen Vorstand alles bestens laufe, stehe dem Anbau nun nichts mehr im Weg, versprach Wolbergs. Und weil die Pläne seit 2012 fix und fertig in der Schublade liegen,kann es jetzt mit dem Bau rasch vorangehen. Die ersten Bagger sind schon vorgefahren. Erfreulich: Mit Kostensteigerungen bei dem 2,3-Millionen-Projekt sei nicht zu rechnen, betont Hetzenecker . Er verspricht, dass der Anbau schon heuer im Herbst fertig wird.

Beseitigt werden vor allem die drängendsten Probleme und Versäumnisse von 1999. „Wir bekommen endlich Kassenhäuschen“, freut sich EVR-Vorstand Ivo Stellmann-Zidek. Auch der in Eigenregie zuvor improvisierte Kraftraum wird ein fixer Bestandteil des Neubaus. Vor allem aber bekommen „die erste Mannschaft und das DNL-Team feste Kabinen“. Die leidigen Umzüge, die bei jeder Großveranstaltung in der Arena bislang fällig waren, sind passé.

„Im Alltag sind wir mit den Veranstaltern kollidiert und mussten Spiele absagen.“ Ivo Stellmann-Zidek
„Im Alltag sind wir mit den Veranstaltern kollidiert und mussten Spiele absagen.“ Ivo Stellmann-Zidek

Dazu kommen noch neue Büros für die Vertreter der Eishockeyspieler und Eiskunstläufer. Auch die schulischen Pflichten der jungen Sportler wurden berücksichtigt: Sie bekommen eigene Räume, um in den Trainingspausen ihre Hausaufgaben zu erledigen. „Bisher ist das oft in einer dunklen Ecke passiert“, sagt Stellmann-Zidek.

„Signal für Vertrauen“

Entsprechend glücklich sind EVR und EC als Haupt-Nutznießer der Baumaßnahme. „Das ist auch ein Signal, dass wieder Vertrauen in uns da ist“, sagt Stellmann-Zidek, der seit Ende April 2013 mit seinem Team das Zepter als EVR-Vorstand schwingt. „Im Alltag sind wir mit den Veranstaltern kollidiert , wenn etwas vergessen wurde. Wir mussten auch mal Nachwuchsspiele absagen“, berichtet er.

Der Anbau der Donauarena  vom Westen her
Der Anbau der Donauarena vom Westen her Animation:Regensburger Bäderbetriebe

Das ist bald vorbei. „Die erste Mannschaft und das DNL-Team bekommen eigene Kabinen.“Der Anbau sollte nebenbei helfen, das in Schieflage geratene Verhältnis der Arena-Klubs wieder gerade zu rücken. So wünscht sich Stellmann-Zidek, dass „das Zusammenleben wieder harmonischer wird“. Wenn „sich die Vereine nicht ganz grün sind und es zu Missverständnissen kam“, habe das oft auch an den fehlenden Umkleiden gelegen. „Das hat immer wieder zu Engpässen geführt“, findet auch Ferdinand Dedovich, Trainer, ECR-Motor und einst Olympia-Teilnehmer. Ebenso wie der EVR durfte er einen Wunschzettel schreiben, was beim Anbau umgesetzt werden soll.

Wird die Miete teurer?

Ob sich das auch in der Miete niederschlagen wird, wissen die Klubs noch nicht. Während Ivo Stellmann-Zidek glaubt, dass es teurer wird, hofft Dedovich, „dass es nichts kostet. Auf alle Fälle sollte es ein Fortschritt sein für alle, die Eissport in Regensburg treiben.“ Auch Ivo Stellmann-Zidek setzt darauf, dass die verbesserten Rahmenbedingungen dafür sorgen, dass es in der Donau-Arena „familien- und kinderfreundlicher wird“. Dedovich schwebt bei diesem Thema noch mehr vor. „Eine pädagogische Kraft für beide Vereine wäre eine tolle und notwendige Sache.

Die Donau-Arena

  • Fertigstellung:

    Die Donau-Arena wurde 1999 als Multifunktionshalle gebaut und wird mit ihren 5000 Plätzen auch für Konzerte genutzt. Vorgänger war das alte Eisstadion an der Nibelungenbrücke.

  • Gebäudekomplex:

    Die Donau-Arena umfasst neben der Haupthalle eine Trainingshalle mit einer weiteren Eisfläche sowie mehrere Tagungsräume und Umkleidekabinen. Die Eisfläche der Haupthalle beträgt 60 mal 30 Meter, die der Trainingshalle 58 mal 29 Meter. Hauptnutzer sind EVR , EC und EHC.

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