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Ein Nordlicht, das immer in den Süden wollte

Serie Neuzugang Jan Hemmes will in Regensburg etwas erleben und zeigt sich überrascht von der Situation der Eisbären

Unglückliches Duell mit dem Ex-Klub: Ein Patzer von Jan Hemmes (links) trug zur Heimniederlage gegen Bremerhaven mit bei.Foto: Lex

Von Felix Jung, MZ

Regensburg. So hätte sich Jan Hemmes das alles nicht vorgestellt. Mit großen Erwartungen war der 25-Jährige nach Regensburg gekommen. „Diese Situation, in der wir uns momentan befinden, hatte ich nicht erwartet. Die Eisbären hatten einen guten Ruf“, sagt er. Bevor Hemmes bei den Eisbären zusagte, hatte er sich auch bei Sven Gerike erkundigt. „Den kenne ich aus Hannover. Er hat mir damals viel geholfen.“ Bereits vor drei Jahren gab es erste Kontakte. Dann unterschrieb der Verteidiger einen Zwei-Jahres-Vertrag bei den Fischtown Pinguins.

„Bremerhaven ist ziemlich überschaubar. Regensburg strahlt mit seiner Altstadt schon ein besonderes Flair aus. Es ist nicht zu klein, aber gemütlich“, schwärmt der gebürtige Hannoveraner. „Ich wollte schon immer mal in den Süden wechseln. Wenn man nicht in jungen Jahren diese Möglichkeit ergreift, wann dann? Ich will was erleben!“ Dass die Studentenstadt Regensburg auch einiges zu bieten hat, wusste Hemmes bereits, bevor er bei den Eisbären anheuerte. Ins Nachtleben hat sich der 25-Jährige, der spanische Tapas liebt, noch nicht so recht gestürzt. „Wir Spieler können uns das in der derzeitigen Situation einfach nicht erlauben. Für mich gilt das wenigstens. Der Spaß kommt erst dann wieder, wenn wir erfolgreich sind.“

Freundin Nina Gall ist mit nach Regensburg gezogen. Als er mit neun Jahren – Hemmes: „Das ist eigentlich viel zu spät“ – mit dem Eishockey beim Kultklub Hannover Indians („Die Atmosphäre am Pferdeturm ist so der Wahnsinn, dass man Gänsehaut bekommt“) begann, haben sich beide auf dem Eis kennen gelernt. Er wurde Spieler in der DEL in Hannover und Frankfurt (70 Spiele) und sie Nationalspielerin bei den Frauen. Die Sport- und Fitnesskauffrau tourt mittlerweile als Stewardess von München aus durch ganz Europa. Hemmes kommt als ruhiger Zeitgenosse daher. „Ich bin ein positiv denkender Mensch. Was hilft es, wenn ich mich über etwas aufrege, wenn ich es nicht ändern kann. Natürlich ist Aggressivität und Härte auf dem Eis gefragt, aber ich versuche, nicht die Kontrolle zu verlieren. Ich will solide meinen Job erledigen, ohne große Schwankungen.“

Fehler wie am Sonntag beim 0:1 gegen seinen Ex-Verein dürften ihn dennoch gewaltig wurmen. „Wenn es nicht läuft, komme ich erst mal schlecht gelaunt nach Hause“, gibt er zu. Beim Gassigehen mit Artos, seinem Berner Sennenhund – manchmal ist auch Kollege Paul Flache und sein Hund mit von der Partie – werden solche Negativerlebnisse schnell aufgearbeitet sein.

Im Sommer geht es regelmäßig von der Eisfläche zum Golfen aufs grüne Terrain. „Das ist ein guter Ausgleichssport an der frischen Luft“, erklärt Hemmes. Nach der Saison lockt das 25-jährige Nordlicht das Skifahren. Doch bevor in den vergangenen Jahren die Saison für ihn zu Ende ging, war der Schnee geschmolzen.

„Ich vermisse es sehr. Bremerhaven ist ja leider nicht gleich um die Ecke. Vielleicht ist es ja in diesem Jahr möglich.“ Jan Hemmes wischt diesen Gedanken schnell beiseite und sagt: „Jetzt ist es erst einmal wichtig, dass es hier weiter geht.“

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