MyMz

Eishockey

Eisbären-Chef: „Wir sind im Erdgeschoss“

Geschäftsführer Christian Sommerer spricht über Sponsorenpläne, die aktuelle Lage und die GmbH-Mängel.
Von Claus-Dieter Wotruba

Geschäftsführer Christian Sommerer sieht die Eisbären auf einem guten Weg. Foto: Brüssel
Geschäftsführer Christian Sommerer sieht die Eisbären auf einem guten Weg. Foto: Brüssel

Regensburg.Christian Sommerer war schon in der alten Eisbären-GmbH zu Zweitliga-Tagen als Gesellschafter dabei. Der Musiker sollte als Geschäftsführer erst als Übergangslösung tätig sein – und ist längst fest installiert. Wohin der Eisbären-Weg führt, sagt er im Interview.

Was ist aus Sicht der Eisbären GmbH der Unterschied zwischen der Saison 2018/19 und 2019/20?

Dass wir uns in der Geschäftsstelle und im Marketing stark verbessert haben, auch personell. Das war wichtig, weil das mit zwei Leuten nicht machbar ist. Jetzt sind wir zu fünft. Das spiegelt sich auch wider in der Zufriedenheit der Sponsoren und wird mittelfristig dazu führen, den Sponsorenetat anzuheben. 70 Sponsoren sind eben von einer Person nicht zu betreuen. Die Zeiten, dass man einmal im Jahr eine Bande reinhängt und alle sind glücklich, sind ja schon ganz lange vorbei.

Eishockey

Pavlov sieht sein Team besser gerüstet

Der Eisbären-Trainer ist überzeugt, „dass wir mit diesem Kader gut spielen können“ – und spricht von Aufstieg.

Was soll der Stand vor 2020/21 sein?

Unser Ziel ist, dass wir die 100er-Marke bei den Sponsoren knacken. Das könnte sogar noch in diesem Kalenderjahr passieren. Wir hatten zuletzt zwischen 75 und 85. Mittelfristig – also in zwei, drei Jahren – möchten wir auf 150 Sponsoren kommen.

In welcher Bandbreite?

Die gesamte – uns ist es egal, ob Klein- oder Großsponsor. Natürlich will jeder gerne große Sponsoren, aber das ist nicht unser Fokus. Wir haben so viel Potenzial in der Region in unseren Kern-Landkreisen mit Regensburg, Schwandorf und Kelheim.

Hand aufs Herz: Wenn die Eisbären diese Saison hätten DEL 2 spielen können und dürfen, hätte das funktioniert? Und wenn ja, in welcher Form?

Es hätte funktioniert, aber es hätte uns das gleiche Schicksal blühen können wie Deggendorf. Dass du oben bleibst, ist die Herausforderung. Und wenn das Fundament nicht stimmt, ist es schwer. Ich fange beim Hausbau ja auch nicht mit dem Dach an.

Sehen Sie hier den kompletten Eisbären-Kader.

Wie ist das Fundament der Eisbären?

Es fängt an, dass Keller und Bodenplatte passen und wir uns im Erdgeschoss aufhalten, wo wir ganz glücklich sind. Und es kommt bald die Decke.

Schränkt der Fußball-Erfolg des SSV Jahn ein?

Im Gegenteil: Ich bin der Meinung, dass sich das befruchtet. Je besser es dem Jahn geht, desto besser geht es uns und umgekehrt, denke ich. Ich finde zwar längst nicht mehr alles geil in Amerika, aber was mich fasziniert, dass dort kollektiv die ganze Stadt ausflippt, wenn ein Team um die Meisterschaft spielt. Die sind schon Fans ihres Teams, aber halt stolz, wenn ihre Stadt sportlich gut dasteht, egal ob das im Baseball, Basketball, Eishockey oder Football ist. Diese Mentalität gibt es in Deutschland, ja Europa eher weniger.

Christian Sommerer über...

  • ...seinen Job:

    „Es hat seine Ups und Downs. Es gibt viele verrückte Phasen und ist zeitlich immer noch Irrsinn, aber langsam kriegt es die Richtung, die wir uns vorstellen: nämlich, dass es ein solides Unternehmen wird.“
    „Die schlimmste Zeit ist April bis Juli: Lizenzierung, Wohnungsübergaben, Sponsoring, Marketing, Folien auf dem Eis, Bandenwerbung. Ab Oktober wird es entspannter. Dann denken wir aber schon an die nächste Saison.“

Ins Strategische spielt auch die langfristige Ausrichtung bei den Spielerverträgen.

Wir wurden belächelt, kritisiert und es wurde verwundert zur Kenntnis genommen, ja. Für mich ist das der einzige Weg. Du kannst nichts entwickeln, wenn du alle acht Monate einen Großteil umkrempelst.

Wie ist die Erwartungshaltung des GmbH-Geschäftsführers zum Abschneiden?

Längere Playoffs als vergangene Saison (lacht). Eine möglichst lange Playoff-Teilnahme ist immer super, nicht nur für die Fans, auch für uns, weil das die emotionalste Zeit des Jahres ist. Da ist es megaenttäuschend, wenn es so läuft wie vergangene Saison. Das war schon erstmal deprimierend.

Wie lang ist die Sommerer-Agenda noch?

Ewig lang. Wir wissen um unsere Baustellen und Mängel. Aber man kann nicht alle Baustellen gleichzeitig aufmachen.

Alle Nachrichten um die Eisbären des EV Regensburg finden Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht