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Eishockey

Eisbären-Frust nach Achterbahnfahrt

Der Regensburger Eishockey-Oberligist führt in Sonthofen mit 2:0 und 4:3, unterliegt den kampfstarken Bulls aber mit 5:6.
Von Heinz Gläser

Aktivposten und Torschütze im Allgäu: Eisbär Jakob Weber (rechts; hier im Spiel gegen Riessersee) Foto: Andreas Nickl
Aktivposten und Torschütze im Allgäu: Eisbär Jakob Weber (rechts; hier im Spiel gegen Riessersee) Foto: Andreas Nickl

Sonthofen.Die Regensburger Eisbären haben ihren Negativtrend in einem Eishockey-Krimi fortgesetzt. Im Duell mit den Sonthofen Bulls unterlag die Mannschaft von Trainer lgor Pavlov am Sonntagabend vor 643 Zuschauern mit 5:6 (2:1, 1:2, 2:3). Nach der fünften Pleite im siebten Spiel der Oberliga Süd wächst der Frust im Lager der Regensburger, die zwischenzeitlich mit 2:0 und 4:3 geführt hatten.

Nach dem 3:4 nach Verlängerung gegen Riessersee, der dritten Heimniederlage am Stück, und dem Abrutschen auf den zehnten Tabellenplatz stand Pavlovs Team am Sonntag im Allgäu gewaltig unter Zugzwang. Leopold Tausch kam diesmal wie in der vergangenen Saison in der ersten Sturmreihe zum Zug. Luca Trinkberger vom Kooperationspartner Landshut war zwar mit angereist, fand aber keinen Platz im Kader. Ohne den angeschlagenen Tomas Schwamberger legten die Gäste einen Blitzstart hin.

Sonthofens Dominik Patocka drückte die Strafbank, als Xaver Tippmann die Scheibe nach einem Schuss des agilen Jakob Weber zur frühen Führung ins Bulls-Tor abfälschte. Pavlov hatte mit dem Team gezielt das Überzahlspiel gepaukt, das bislang ein neuralgischer Punkt im Eisbären-Spiel war. Weber legte anschließend ein Solo aufs Eis und überraschte ERC-Torhüter Konstantin Kessler mit einem Schlenzer zum 2:0. Das sollte Balsam für die zuletzt arg strapazierten Nerven sein, zumal die Regensburger den Gastgebern mit den schnellen Treffern den Wind aus den Segeln nahmen.

Mehrzahl der Chancen

Peter Holmgren war bei einem Pfostenschuss mit dem Glück im Bunde, aber die Mehrzahl guter Einschussmöglichkeiten hatten zunächst die Eisbären – so durch Fabian Herrmann, der mit Peter Flache und Lukas Mühlbauer die zweite Sturmreihe bildete. Dennoch meldeten sich die Hausherren mit dem Anschlusstreffer im Spiel zurück. Filip Stopinski stocherte den Puck ins Tor, nachdem Holmgren sie zuvor noch abgewehrt hatte. Sonthofen drängte jetzt auf den Ausgleich und traf im ersten Drittel auch noch die Latte.

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Dramatisches Eisbären-Ende

Die Regensburger spielen lange schwach, drehen das Spiel und verlieren am Ende gegen Riessersee in der Verlängerung doch.

Erneut drückten die Eisbären mit dem Start des zweiten Abschnitts enorm auf Tempo, doch der Elan fand nur in Michail Sokolovs Pfostenschuss einen Niederschlag und verpuffte anschließend. Tim Marek stellte für die Hausherren auf 2:2. Und als Lukas Mühlbauer und Philipp Vogel gemeinsam ihre Strafzeiten abbrummten, dauerte es 33 Sekunden, ehe die Bulls die doppelte Überzahl durch Ondrej Havlicek nutzten und die Begegnung drehten. Sonthofen hatte einen 0:2-Rückstand in ein 3:2 verwandelt. Die einheimischen Fans unter den 643 Zuschauern, die im ersten Drittel fast schon verstummt waren, waren nun wieder lautstark zur Stelle.

Schwer beeindruckt

Mühlbauer und Flache hatten Gelegenheiten zum Ausgleich, doch insgesamt wirkten die Regensburger schwer beeindruckt. Ihre anfängliche Solidität hatte sich verflüchtigt. Erik Keresztury brummte kurz nacheinander zwei Strafzeiten ab, die allerdings nicht in weiteres Ungemach für die Eisbären mündeten. Nikola Gajovsky hauchte seinem taumelnden Team mit dem 3:3 zehn Sekunden vor der Sirene neues Leben ein. Bereits gegen Riessersee hatte er mit drei Treffern geglänzt.

Nun nahm die Achterbahn richtig Fahrt auf. Gajovsky brachte sein Team wieder in Front, Sonthofen konterte mit einem Doppelschlag zum 5:4 durch Jayden Schubert und Edgars Homjakovs. Tomas Guldas 5:5 war symptomatisch für ein verrücktes Duell mit ständigen Wendungen. Marc Sill blieb die finale Pointe vorbehalten. Er sorgte für Sonthofens Happy End.

Statistik

Sonthofen – Eisbären 6:5 (1:2, 2:1, 3:2)

ERC Bulls Sonthofen: Kessler – Kames, Noack; Slavetinsky, Sander; Marek, Malzer; Skala – Sill, Homjakovs, Stopinski; Ovaska, Havlicek, Patocka; Schubert, May, Hechtl

Eisbären Regensburg: Holmgren – Gulda, Heider; Vogel, Heger; Tippmann, Weber; Schiller, Schütz – Divis, Gajovsky, Tausch; Flache, Herrmann, Mühlbauer; Reisnecker, Sokolov, Sauer; Ontl, Keresztury, Schwarz

SR: Singaitis; Zuschauer: 643; Tore: 0:1 (2:19) Tippmann (Weber, Reisnecker bei 5-4); 0:2 (4:59) Weber; 1:2 (16:11) Stopinski (Ovaska, Homjakovs); 2:2 (23:14) Marek (Hechtl, Schubert); 3:2 (26:30) Havlicek (Homjakovs, Kames bei 5-3); 3:3 (39:50) Gajovsky (Divis, Heider); 3:4 (43:25) Gajovsky (Divis, Tausch); 4:4 (44:42) Schubert (Hechtl, May); 5:4 (45:07) Homjakovs (Sill, Stopinski); 5:5 (52:13) Gulda (Heider, Tausch bei 5-4); 6:5 (57:09) Sill (Kames, Hechtl bei 5-4); Strafminuten: 4 – 12

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