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Eisbären
Freitag, 25. Mai 2018 23° 8

Eishockey

Eisbären kämpfen sich zurück

Nach den indiskutablen 20 Derby-Minuten gegen Weiden gelingt in Sonthofen nach viel Hin und Her ein 6:5 nach Verlängerung.
Von Claus-Dieter Wotruba

Benjamin Kronawitter durfte diesmal nach einem aufregenden Spielverlauf und elf Treffern einen 6:5-Erfolg bei seinem Vorjahres-Klub in Sonthofen bejubeln. Foto: Andreas Nickl

Sonthofen.Es ging hin und her und immerhin: Am Ende standen ein Sieg und zwei Punkte in der Meisterrunde der Eishockey-Oberliga Süd für die Eisbären des EV Regensburg. 1:2, 4:2, 4:5 und 6:5 waren die Stationen von 64:48 aufregenden Minuten beim Angstgegner ERC Sonthofen bis zu einem 6:5 (1:2, 3:3, 1:0, 1:0)-Erfolg vor 845 Zuschauern im Allgäu.

„Wir haben große Schulden bei unseren Fans, bei unserem Arbeitgeber, bei allen.“ Nach einem in der Vereinsgeschichte denkwürdigen 1:6 gegen Weiden nach 20 Minuten (Endergebnis 5:7) hatte Trainer Igor Pavlov seine drei Kapitäne am Freitagabend in eine denkwürdige Pressekonferenz geholt gehabt und das Trio Rede und Antwort stehenlassen. Nikola Gajovsky und Franz Mangold saßen da wie begossene Pudel, nur Peter Flache redete, benutzte Worte wie „peinlich“ und „lächerlich“ und versprach für das Duell im Allgäu Besserung.

Selbst Pavlov hatte bei Flache nachgehakt und gefragt, wie das so plötzlich denn genau jetzt gehen solle. Ins Tor stellte Pavlov in Sonthofen, das in der vergangenen Saison in den Playoffs so abrupt die Eisbären in die Sommerpause geschickt hatte und auch in dieser Saison zwei der drei bisherigen Duelle (2:4, 4:3 und 4:1 aus Sonthofener Sicht) gewann, wieder Peter Holmgren. „Da muss er durch“, meinte Pavlov und hatte ihn schon gegen Weiden bewusst nicht durch Justin Schrörs ersetzt gehabt. Auch Peter Flache blieb in der Verteidigung – obwohl mit Sebastian Alt erstmals seit langem wieder ein sechster gelernter Verteidiger zur Verfügung stand. Alt wechselte sich bei seinem neuerlichen Comeback mit Philipp Vogel ab.

Penaltyschuss trudelt über Linie

Und tatsächlich sah vieles besser aus: Die beiden Gegentreffer der nur anfangs überrannten Eisbären kamen unglücklich zustande. Beim Penalty von Maximilian Hadraschek schien Holmgren schon der Sieger zu sein, doch die Scheibe trudelte irgendwie über die Linie (10.). 20 Sekunden später antwortete Gojovsky mit feiner Einzelleistung und dem 1:1. Dann traf Martin Guth aus unmöglichem Winkel (13.).

Der zweite Abschnitt war ein Dreierpack-Drittel. Peter Flache ging mit gutem Beispiel voran, fälschte erst einen Schuss von Sebastian Wolsch ab und war fünf Minuten später per Bauerntrick erfolgreich. Franz Mangold rundete mit dem dritten EVR-Tor in 328 Sekunden den Auftritt bis dahin sehenswert ab – aus einem 1:2 war ein 4:2 geworden.

Doch Sonthofen brauchte seinerseits ziemlich genauso viel Zeit, um daraus wieder eine Führung zu machen. Binnen 321 Sekunden brachten Robert Wittmann (33.), erneut Hadraschek (36.) und Ralf Rinke (38.) die Allgäuer wieder in Führung. Und hätte nicht Holmgren danach zweimal, unter anderem gegen Chris Stanley bei Alleingängen blendend pariert – es wäre um die Eisbären wohl wieder schon da geschehen gewesen. Ein weiteres Mal präsentierte sich die Regensburger Defensive (38 Gegentreffer in den letzten sechs Partien) so offen wie das sprichwörtliche Scheunentor.

Lukas Heger böse verletzt

Die Regensburger, bei denen Sebastian Alt diesmal bis zum Ende durchhielt, liefen also noch einmal einem Rückstand nach – und machten auch diesen durch eine Einzelleistung von Sebastian Wolsch sieben Minuten vor dem Ende wieder wett. Wenig später musste das Pavlov-Team das vermeintliche 5:6 hinnehmen.Lukas Heger, der heftig blutend mit Verdacht auf Bruch des Unterkiefers in die Kabine gebracht werden musste, hatte die Scheibe jedoch ins Gesicht bekommen und der Treffer zählte nicht.

Und zwölf Sekunden vor Ende der Verlängerung zeigte Kapitän Peter Flache, dass den Worten diesmal vielleicht dann doch Taten folgen und erzielte das siegbringende 6:5 nach einem Konter.

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