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Eishockey

Eisbären legen einen Fehlstart hin

Herne siegt beim Regensburger Oberligisten mit 5:1. Igor Pavlovs Team steht beim zweiten Duell am Sonntag enorm unter Druck.
Von Heinz Gläser

Björn Linda im Herner Tor ließ sich nur ein Mal von den Eisbären um Nikola Gajovsky (Mitte) überwinden. Foto: Andreas Nickl
Björn Linda im Herner Tor ließ sich nur ein Mal von den Eisbären um Nikola Gajovsky (Mitte) überwinden. Foto: Andreas Nickl

Regensburg.Das nennt an einen herben Dämpfer: Die Regensburger Eisbären haben im ersten Playoff-Duell die hochgesteckten Erwartungen und eigenen Ansprüche nicht erfüllt. Sie unterlagen dem Herner EV am Freitagabend mit 1:5 (0:1, 1:2, 0:2). Die Mannschaft von Coach Igor Pavlov steht nun vor dem zweiten Aufeinandertreffen am Sonntag (18.30 Uhr) in Herne enorm unter Druck. Ein Sieg in dieser Best-of-five-Serie ist Pflicht, ansonsten droht den mit Playoff-Finalambitionen gestarteten Regensburgern ein frühes Aus. Kurzum: Herne ist wohl eine viel, viel härtere Nuss, als im Vorfeld allgemein erwartet worden war.

Hernes Mannschaftsbus stand auf der Anreise aus dem Ruhrgebiet gleich zweimal im Stau. Das Teamgefährt fuhr erst kurz vor 19 Uhr an der Donau-Arena vor, weshalb das erste Bully um eine Viertelstunde auf 20.15 Uhr verschoben wurde. Immerhin war zum Playoff-Start die Hütte gut gefüllt. 3018 Zuschauer, davon rund 500 Fans aus Herne, sorgten für ein stimmungsvolles Ambiente – inklusive einer imposanten Choreografie.

K.o.-Runden beschleunigen offenbar Heilungsprozesse. Kapitän Peter Flache nach kurzer und Lukas Heger nach langer Verletzungspause standen wieder in Igor Pavlovs Aufgebot, ebenso Nico Kroschinski. Die Eisbären gingen mit großem Elan ins Spiel. Dass sie nach dem ersten Drittel in Rückstand lagen, war einer kurios anmutenden Szene geschuldet.

Verteidiger Andre Bühler verrutschte ein Pass im eigenen Verteidigungsdrittel, und der verdutzte Eisbären-Torhüter Peter Holmgren ließ die Scheibe nach knapp acht Minuten passieren. Ein blitzsauberes Eigentor, aber da es ein solches im Eishockey bekanntlich nicht gibt, wurde der Treffer Hernes Moritz Schug gutgeschrieben.

Eigenwillige Entscheidung

Referee Patrick Altmann hatten es die Regensburger anschließend zu verdanken, dass sie trotz phasenweise drückender Überlegenheit nicht sogar mit zwei Toren Rückstand in die Kabine gingen. Nach einem Konter der Gäste hatten alle den Puck schon im Tor gesehen – mit Ausnahme des Schiedsrichters und seiner Linesmen, die sich bei ihrer eigenwilligen Entscheidung auch nicht von geharnischten Protesten der Herner irritieren ließen.

Zuvor, zwischendurch und nachher hatten die Hausherren Björn Linda vor viele Aufgaben gestellt, die Hernes erfahrener Torhüter jedoch allesamt bestand. Benedikt Böhm tat sich dabei besonders hervor, nach wenigen Spielminuten scheiterte er gleich bei drei Anläufen. Egal, ob der Schuss im ersten Drittel von Tomas Gulda, Richard Divis, Felix Schwarz, Nikola Gajovsky oder Jonas Franz kam, Linda fischte die Scheibe weg oder blockte sie gekonnt.

War Hernes Drittelführung glücklich, so war der zweite Treffer das Produkt einer feinen Kombination. Und diesmal hatte auch der Schiedsrichter keinerlei Einwände. Erik Keresztury saß gerade mal acht Sekunden einer Zwei-Minuten-Strafe ab, da staubte Brad Snetsinger zum 2:0 ab. Marcus Marsall sattelte per Einzelaktion das dritte Tor drauf, und die Körpersprache der Eisbären ließ sich mit dem Wort konsterniert treffend beschreiben.

Erster Torjubel

Umso befreiender war der erste Torjubel. Gajovsky schrie nach seinem Treffer zum 1:3 aus spitzem Winkel seine Erleichterung förmlich hinaus. Was folgte, war ein wildes Anrennen der Hausherren. Ihre spielerische Linie, die sie ganz am Anfang ausgezeichnet hatte, ließen Pavlovs Schützlinge nun vermissen. Aber sie stemmten sich nach Kräften gegen die drohende Pleite. Früchte in Form von Toren trug der körperliche Aufwand indes im weiteren Verlauf des Drittels keine mehr.

Pavlov stellte seine Formation um. Youngster Fabian Herrmann stürmte nun in der ersten Reihe, Heger in der zweiten. Am Einsatz fehlte es nicht. Dafür oft am Verständnis. Patrick Asselins Pfostenschuss war die Folge eines Aussetzers in der Eisbären-Defensive.

Fünfeinhalb Minuten vor Schluss nahm Pavlov die Auszeit und Torhüter Holmgren vom Eis. Auch Trainerkollege Danny Albrecht beorderte wenig später seine Jungs zur Unterweisung an die Bande. Nils Liesegang traf zum 4:1 ins leere Tor, und die Eisbären-Stadionregie spielte den Song „So a saudummer Tag!“ ein – noch vor Snetsingers zweiten Streich zum 1:5.

Regensburg – Herne 1:5 (0:1, 1:2, 0:2)

Eisbären Regensburg: Holmgren – Heider, Gulda; Vogel, Schütz; Weber, Bühler; Schiller, Tippmann – Divis, Gajovsky, Tausch; Flache, Keresztury, Böhm; Franz, Kroschinski, Schwarz; Sauer, Herrmann, Heger

Herner EV: Linda – Klingsporn, Bauermeister; Suchomer, T. Schmitz; Ackers, Esch – Kuhnekath, Asselin, Snetsinger; Spitzner, Marsall, Hauptig; Fominych, Schug, Thielsch; M. Schmitz, Liesegang, Krämer

Tore: 0:1 (7:56) Schug; 0:2 (21:14) Snetsinger (Marsall-Liesegang bei 5-4); 0:3 (23:05) Marsall (Ackers-Liesegang); 1:3 (23:25) Gajovsky (Gulda-Tausch); 1:4 (56:26) Liesegang (Schmitz-Liesegang ins leere Tor); 1:5 (58:39) Snetsinger (Liesegang-Klingsporn)

Schiedsrichter: Patrick Altmann (Brackwede); Zuschauer: 3018; Strafminuten: 12 – 8

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