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Eishockey

Eisbären-Sieg nach Kraftakt

Die Regensburger besiegen Memmingen mit 4:3 nach Verlängerung. Am Sonntag steht das Derby in Weiden an.

Regensburg.Die Regensburger Eisbären haben mit einem Kraftakt eine weitere Niederlage abgewendet und dringend benötigtes Selbstvertrauen getankt. Mit einer engagierten Vorstellung besiegte die Mannschaft von Trainer Igor Pavlov im vorgezogenen Heimspiel am Donnerstagabend den ECDC Memmingen Indians vor 1590 Zuschauern mit 4:3 (1:1, 0:2, 2:0, 1:0) nach Verlängerung. Mit einem neuen Torhüter und über weite Strecken mit frischem Elan beendeten die Regensburger gegen das Oberliga-Spitzenteam aus dem Allgäu ihre dramatische Negativserie der letzten Wochen. Am Sonntag um 16 Uhr steht für die Eisbären nun das Derby bei den Blue Devils Weiden auf dem Programm. Im ersten Aufeinandertreffen der Saison hatten die Regensburger gegen den Oberpfälzer Dauerrivalen im Penaltyschießen den Kürzeren gezogen.

Die Eisbären hatten vor der Partie gegen die Allgäuer auf die angespannte Situation auf der Torhüterposition reagiert und den gebürtigen Zwieseler Patrick Berger vom Kooperationspartner Landshut mit einer Förderlizenz ausgestattet. Der 22-Jährige, der in der vergangenen Saison großen Anteil am Aufstieg der Niederbayern in die DEL2 hatte, stand mit der Nummer 90 auf dem Trikot gegen die Indians bereits im Tor der Regensburger. Die etatmäßige Nummer eins der Eisbären, Peter Holmgren, droht mit einem Fingerbruch eventuell sogar bis zum Beginn des neuen Jahres auszufallen. Holmgren-Ersatz Raphael Fössinger ließ die Konstanz vermissen und erwies sich nicht wie erhofft als sicherer Rückhalt. Er saß als Back-up auf der Bank.

Munter rochiert

Größere defensive Stabilität sollte gegen den Tabellenzweiten der Schlüssel zum Erfolg sein. Erneut rochierte Pavlov munter durch, schickte diesmal in der Verteidigung Korbinian Schütz als Partner von Tomas Gulda aufs Eis, stellte Fabian Herrmann in die erste Sturmreihe, beorderte Kapitän Peter Flache zurück in die zweite Reihe.

Vor den Augen von Jason Phillips, eines EVR-Helden vergangener Tage, bestand Berger nach sieben Spielsekunden seine erste Bewährungsprobe bei einem Schuss von Fabian Voit. Auch gegen Milan Pfalzer und Leon Kittel griff sich Berger die Scheibe sicher, ehe die Eisbären wieder zum Opfer ihres defensiven Schlendrians wurden. Korbinian Schütz servierte Voit mit einem Diagonalpass im eigenen Drittel den Puck, dieser bedankte sich mit dem Memminger Führungstreffer, bei dem Berger machtlos war. Doch die Eisbären schlugen zurück. Der Ausgleich in Unterzahl war blitzsauber herauskombiniert. Nikola Gajovsky bediente Richard Divis, dem der 14. Saisontreffer gelang. Ein Pfostenschuss von Leopold Tausch war anschließend Ausdruck des Einsatzes, den die Eisbären diesmal an den Tag legten. Mängel im Spielaufbau blieben indes unübersehbar.

Eine Zwei-Mann-Überzahl von 1:38 Minuten verstrich am Ende des ersten und zu Beginn des zweiten Drittels ohne Eisbären-Treffer, aber insgesamt erarbeiteten sich die Hausherren ein Chancenplus. Nicolas Sauer war wohl zu verdutzt, als er nach einem Memminger Scheibenverlust frei vor Jochen Vollmer stand. Gajovsky und Tomas Schwamberger blieben jeweils freistehend am Indians-Goalie hängen. Wie man es schnörkellos besser macht, demonstrierten die Gäste. Lubor Pokovic verlängerte einen Pass von Brad Snetsinger an Berger vorbei zur abermaligen Memminger Führung.

Gewohntes Bild

Snetsinger, in der vergangenen Saison noch in Diensten von Herne der Eisbären-Schreck in den Playoffs, besorgte in einer unübersichtlichen Situation vor Berger den dritten Treffer. Die Eisbären ließen jetzt – mittlerweile zum Leidwesen ihrer Fans ein fast schon gewohntes Bild – die Köpfe hängen.

Im Schlussdrittel begann das Spiel vor sich hinzuplätschern. Torszenen waren eher Mangelware, bis Gajovsky mit einem Lupfer Vollmer zum Anschlusstreffer überwand.

Wieder einmal rafften sich die Eisbären zu einem Kraftakt kurz vor Schluss auf. Flache glückte in Überzahl der umjubelte Ausgleich. Es ging in die Verlängerung. in der ausgerechnet Jakob Weber der entscheidende Treffer gelang. Pavlov hatte Weber zuletzt kaum berücksichtigt.

Statistik

EVR – Memmingen 4:3 (1:1, 0:2, 2:0, 1:0) n.V.

Eisbären Regensburg: Berger – Gulda, Schütz; Vogel, Heider; Tippmann, Schiller; Weber, Bühler - Herrmann, Gajovsky, Divis; Flache, Schwamberger, Sauer; Mühlbauer, Sokolov, Tausch; Keresztury, Heger, Ontl

ECDC Memmingen Indians: Vollmer – Neal, N. Meier; Pokovic, Kittel; Stotz, Welz; Keil - Snetsinger, Voit, Pfalzer; Svedlund, Beck, Miller; Staub, M. Schmid, Miettinen; Langer, Nix, Abstreiter

Schiedsrichter: Stefan Vogl

Zuschauer: 1590

Tore: 0:1 (3:12) Voit (Pfalzer, Snetsinger); 1:1 (4:48) Divis (Gajovkybei 4-5); 1:2 (29:12) Pokovic (Snetsinger, Neal bei 5-4); 1:3 (31:21) Snetsinger (Pokovic, Voit); 2:3 (49:58) Gajovsky (Gulda, Divis);3:3 (54:50) Flache (Gulda, Divis bi 5-4); 4:3 (62:09) Weber (Schwamberger)

Strafzeiten: 10 – 12

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