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Eishockey

Eisbären siegen im Torefestival

Die Regensburger haben beim 7:5-Erfolg in Höchstadt das bessere Ende für sich. Am Sonntag kommen die Selber Wölfe.
Von Heinz Gläser

Erzielte seine Saisontore 25 bis 27: Eisbären-Stürmer Nikola Gajovsky (hier im Duell mit Höchstadt Mitte Dezember in Regensburg) Foto: Andreas Nickl
Erzielte seine Saisontore 25 bis 27: Eisbären-Stürmer Nikola Gajovsky (hier im Duell mit Höchstadt Mitte Dezember in Regensburg) Foto: Andreas Nickl

Höchstadt.Am Ende eines verrückten Torefestivals standen die Eisbären als glückliche Sieger da. Der Regensburger Eishockey-Oberligist siegte am Freitagabend mit 7:5 (1:2, 4:3, 2:0) beim Höchstadter EC – in einem Duell, das von ständig wechselnden Führungen geprägt war. Die Mannschaft von Trainer Igor Pavlov baute damit ihre Tabellenführung aus, da sich der Verfolger EC Peiting eine 3:4-Heimniederlage gegen die Starbulls Rosenheim leistete. Am Sonntag (18 Uhr) empfangen die Eisbären in der Donau-Arena die formstarken Selber Wölfe.

Lukas Heger fehlte weiterhin verletzungsbedingt, und auch Leopold Tausch steht Pavlov zumindest an diesem Wochenende wegen Leistenbeschwerden nicht zur Verfügung. Aus dem EVR-Nachwuchs rückten Andre Bühler und Nicolas Sauer ins Oberligateam. Letzterer ersetzte Tausch als Partner von Nikola Gajovsky und Richard Divis in der ersten Sturmreihe.

„Wir wissen, was uns hier erwartet“, hatte der Eisbären-Coach vor dem Spiel gesagt. Höchstadt hatte sich nach der sportlichen Talfahrt mit lediglich zwei Siegen aus 14 Spielen am Dienstag von Trainer Martin Ekrt getrennt. HEC-Urgestein Daniel Sikorski stand als Interimscoach an der Bande.

Blitzstart der Gäste

Die Eisbären, deren eigens kreiertes Playoff-Trikot ab sofort erhältlich ist, legten los, als wollten sie die Alligators überfahren. Schon ihr erster Angriff war von Erfolg gekrönt. Tomas Gulda traf nach 43 Sekunden und nach Vorarbeit von Divis und Gajovsky mit seinem sechsten Saisontreffer zur frühen Gästeführung. Doch HEC-Altstar Vitalij Aab stellte umgehend wieder auf Gleichstand. Zwar wirkte der Spielaufbau der Hausherren oftmals wie vom Zufall diktiert, doch hatte ihnen der neue Übungsleiter Sikorski offenbar frisches Selbstvertrauen eingeimpft.

Die Eisbären bauten Druck auf, ohne zunächst weitere Großchancen zu produzieren. Kapitän Peter Flache prüfte Alligators-Torhüter Phillip Schnierstein gleich mehrfach.

Tore in Unterzahl sind eigentlich in dieser Spielzeit die absolute Spezialdisziplin der Eisbären, doch auch Höchstadt beherrscht dieses Kunststück. Martin Vojcak drückte die Strafbank, als Aab mit einem überlegten Pass Ondrej Nedved den Weg zum 2:1 ebnete.

Das saß. Mit dem Rückstand ging es für die Regensburger in die Kabine – aus der sie sich wieder als Blitzstarter zurückmeldeten. In Überzahl markierte Gajovsky nach einem Solo das 2:2, da waren erst zwölf Sekunden im zweiten Drittel gespielt. Es war Gajovskys 25. Treffer in dieser Spielzeit. Und dann nahm gut eine Minute später Benedikt Böhm in mittlerweile bekannter Manier hinter dem Tor Tempo auf und überwand Phillip Schnierstein mit einem Rückhandschuss.

Es entwickelte sich nun ein munteres Spiel, in dem die Eisbären zwar ihr Chancenplus nach oben schraubten, doch ständig auf der Hut sein mussten. Torhüter Peter Holmgren sah sich mit kniffligen Aufgaben konfrontiert.

Erik Keresztury und Felix Schwarz handelten sich kurz nacheinander Strafzeiten ein, was 1:41 Minuten Unterzahl drei gegen fünf bedeutete. Höchstadt ließ nur 15 Sekunden davon verstreichen, dann war Nedved der Torschütze zum 3:3. Aber die Regensburger besannen sich auf ihre Spezialität. Gajovsky glückte das bereits 13. Unterzahltor der Eisbären-Saison.

Im Minutentakt

Mit offenem Visier und Toren im Minutentakt ging’s weiter. Nedved und Richard Stütz bestraften abermals das immer fahrlässigere Regensburger Abwehrverhalten. Die Flut der Treffer schrieb Flache mit seinem ersten Tor an diesem Abend fort. Das Mitzählen fiel immer schwerer: 5:5 stand’s am Ende des zweiten Abschnitts.

Das beherrschende Thema von Pavlovs Kabinenansprache dürfte die phasenweise liederliche Defensivarbeit seines Teams gewesen sein. Apropos Blitzstart: Natürlich gab’s wieder einen. Gajovskys dritter Streich an diesem Freitag war ein spielerischer Leckerbissen. Gulda traf anschließend die Latte, und die Eisbären schafften es in der Folge, den topmotivierten Gegner in Schach zu halten – bis Divis zum 7:5 ins verlassene Tor traf.

Höchstadt – Eisbären 5:7 (2:1, 3:4, 0:2)

EC Höchstadt Alligators: Schnierstein – Nedved, Wiedl; Cejka, Stütz; Babinsky, Roth – Kolesnikov, Petrak, Aab; Seibel, Mikesz, Grau; Fröhlich, Vojcak, Neugebauer; Deske

Eisbären Regensburg: Holmgren – Gulda, Heider; Vogel, Schütz; Tippmann, Weber; Schiller, Bühler Sauer, Gajovsky, Divis; Ontl, Keresztury, Flache; Schwarz, Böhm, Franz; Stöhr, Kroschinski, Vinci

Tore: 0:1 (0:43) Gulda (Divis, Gajovsky); 1:1 (2:38) Aab (Petrak); 2:1 (15:25) Nedved (Petrak, Aab bei 4-5); 2:2 (20:12) Gajovsky (Heider, Gulda bei 5-4); 2:3 (12:18) Böhm (Franz, Schwarz); 3:3 (31;37) Nedved (Petrak, Vojcak bei 5-3); 3:4 (32:47) Gajovsky (Divis bei 4-5); 4:4 (34:10) Petrak (Nedved, Neugebauer); 5:4 Stütz (35:25) (Mikesz, Neugebauer bei 5-4); 5:5 (39:09) Flache (Gajovsky, Divis bei 5-4); 5:6 Gajovsky (40:59) Gajovsky (Heider, Sauer); 5:7 (59:23) Divis (Gajovsky, Flache ins leere Tor)

Schiedsrichter: Dominic Erdle (Finning); Zuschauer: 673; Strafminuten: 14 – 6

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