MyMz

Eishockey

Eisbären sind wieder Spitzenreiter

Die Regensburger siegen mit 4:2 in Sonthofen und profitieren vom Spielausfall in Peiting. Am Sonntag kommt Rosenheim.
Von Heinz Gläser

Bulls-Torhüter Patrick Glatzel (hier beim Spiel in Regensburg gegen Benedikt Böhm) stand häufig im Blickpunkt. Foto: Andreas Nickl
Bulls-Torhüter Patrick Glatzel (hier beim Spiel in Regensburg gegen Benedikt Böhm) stand häufig im Blickpunkt. Foto: Andreas Nickl

Sonthofen.Das Schneechaos in Oberbayern und der eigene 4:2 (2:2, 1:0, 1:0)-Sieg beim ERC Sonthofen haben den Regensburger Eisbären die Rückkehr an die Tabellenspitze der Eishockey-Oberliga Süd ermöglicht. Die Partie des bisherigen Spitzenreiters EC Peiting gegen die Selber Wölfe war wegen der gewaltigen Schneelast auf dem Hallendach abgesagt worden.

Der Erfolg in Sonthofen zum Auftakt der Meisterrunde fiel dem Team von Coach Igor Pavlov schwerer als erwartet. Vor allem defensiv erlaubten sich die Regensburger einige Nachlässigkeiten. Am Sonntag (18 Uhr) empfangen die Eisbären in der heimischen Donau-Arena die Starbulls Rosenheim.

Aus 90-prozentiger Wahrscheinlichkeit war über Nacht 100-prozentige Gewissheit geworden: Eisbären-Verteidiger Tomas Gulda feierte nach rund vierwöchiger Verletzungspause sein Comeback. Lukas Heger muss sich derweil weiterhin gedulden. Mit jeweils vier komplett besetzten Reihen waren die Gäste den Bulls, die nominell lediglich fünf Verteidiger aufs Eis brachten, personell in der Breite weit voraus.

Vor einer spärlichen Kulisse im tief verschneiten Allgäu nahm der zuletzt beim 3:6 in Landshut gesperrt fehlende Nikola Gajovsky gleich Fahrt auf, doch Leopold Tausch blieb ebenso wie kurz darauf Richard Divis der krönende Abschluss versagt. Divis war es anschließend, der mit einem Doppelpass Gajovsky den 20. Saisontreffer und die Eisbären-Führung servierte.

Aus dem Gewühl heraus

Nur rund 30 Regensburger Fans hatten bei winterlichen Straßenverhältnissen die beschwerliche Anreise auf sich genommen. Sie sahen die unverzügliche Reaktion der Hausherren. Es war Ex-Eisbär Franz Mangold, der aus dem Gewühl heraus den kurzzeitig orientierungslosen Peter Holmgren überwand. Das ließ ein weiterer Franz – Vorname Jonas – so nicht stehen. Bulls-Torhüter Patrick Glatzel schaute dem Hammer des Eisbären-Stürmers nur hinterher, 31 Sekunden waren seit dem Ausgleich verstrichen. Für Jonas Franz war es das sechste Tor in dieser Spielzeit.

Mangold hatte gegen seine früheren Kollegen eine Extra-Portion Motivation eingepackt. Überhaupt wehrte sich Sonthofen im ersten Drittel mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln, auch wenn diese spielerisch limitiert waren. Strafzeiten gegen Matteo Stöhr und Jakob Weber – an dessen 23. Geburtstag – überstanden die Regensburger noch relativ problemlos.

Dann war es erneut ein Jonas – Familienname Schlenker –, der mit einer Einzelaktion als Torschütze in Erscheinung trat. Er paarte beim Ausgleich Glück mit Können, mit 2:2 ging es für beide Mannschaften in die Kabinen. Den Eisbären mangelte es sichtlich an defensiver Stabilität. Das Verwalten eines Vorsprungs zählt aktuell nicht zu ihren Spezialdisziplinen – zum Verdruss ihres Trainers Igor Pavlov.

Ein Lattentreffer von Divis läutete den zweiten Abschnitt ein. Der 33-Jährige zielte beim zehnten Eisbären-Unterzahltor der Saison genauer und verwandelte per Rückhandschuss.

Lukas Slavetinsky, nach Scorerpunkten drittbester Verteidiger der Liga und im Nebenjob Sportchef der Bulls, sorgte federführend dafür, dass Sonthofen auch in der Folge Paroli bot. Wenigstens funktionierte das Unterzahlspiel der Regensburger weiterhin zuverlässig, und Peter Holmgren erwies sich in einigen brenzligen Situationen nunmehr als sicherer Rückhalt. Gajovsky und Eisbären-Kapitän Peter Flache verpassten jedoch kurz vor der zweiten Pause Chancen auf eine höhere Führung der Gäste.

Schuss ans Gestänge

Marc Sills Schuss ans Gestänge unterstrich sofort, dass die Partie umkämpft bleiben würde. Ein lockerer Winterspaziergang war das Duell mit dem Schlusslicht der Meisterrunde auch im letzten Drittel nicht. Igor Pavlov nahm drei Minuten vor Schluss eine Auszeit. Bulls-Trainer Martin Sekera holte Glatzel vom Eis – und Leopold Tausch machte mit einem Treffer ins verwaiste Tor den Deckel drauf.

Dieser Eisbären-Erfolg zählte definitiv zur Kategorie Arbeitssieg.

Sonthofen – Eisbären 2:4 (2:2, 0:1, 0:1)

ERC Sonthofen Bulls: Glatzel – Kames, Rau; Noack, Slavetinsky; Malzer – Voith, Mangold, Guth; Sill, Sinagl, Frolik; Schubert, Schlenker, Kuqi

Eisbären Regensburg: Holmgren – Heider, Gulda; Vogel, Schütz; Tippmann, Weber; Schiller, Bühler – Divis, Gajovsky, Tausch; Flache, Keresztury, Ontl; Franz, Böhm, Sauer; Stöhr, Schwarz, Vinci

Tore: 0:1 (4:30) Gajovsky (Divis); 1:1 (5:20) Mangold (Voit, Guth); 1:2 (5:51) Franz (Sauer); 2:2 (17:08) Schlenker; 2:3 (22:23) Divis (Gajovsky, Heider bei 4-5); 2:4 (59:36) Tausch (ins leere Tor)

Schiedsrichter: Vladislav Gossmann (Augsburg); Zuschauer: 507; Strafminuten: Sonthofen 4 – Regensburg 10

Alle Nachrichten rund um die Eisbären des EV Regensburg finden Sie hier.

Die wichtigsten Informationen des Tages direkt auf das Mobilgerät: Mit MZ und WhatsApp bleiben Sie stets auf dem Laufenden.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht