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Eishockey

Eisbären überrollen die Blue Devils

Die Gegenwehr der Gäste aus Weiden erlahmt nach dem ersten Drittel. Igor Pavlovs Mannschaft siegt im Oberpfalz-Derby mit 8:3.
Von Heinz Gläser

Belagerungszustand vor dem Tor der Blue Devils: Die Eisbären (rote Trikots) spielten ab dem zweiten Drittel ihre ganze Klasse aus. Foto: Nickl
Belagerungszustand vor dem Tor der Blue Devils: Die Eisbären (rote Trikots) spielten ab dem zweiten Drittel ihre ganze Klasse aus. Foto: Nickl

Regensburg.Die Eisbären gehen als Tabellenführer in die knapp zweiwöchige Deutschland-Cup-Pause: Nach Anlaufschwierigkeiten schoss der Regensburger Eishockey-Oberligist am Sonntag vor 2835 Zuschauern einen 8:3 (3:3, 4:0, 1:0)-Sieg gegen die Blue Devils Weiden heraus. Für die Schützlinge von Coach Igor Pavlov war es bereits das zwölfte Erfolgserlebnis in Folge, die stolze Siegesserie dauert also an. Zudem gelang nach dem 2:1 nach Penaltyschießen am Freitag in Landshut der zweite Derbysieg am Wochenende.

Pavlov, den die Fans nach dem Spiel mit Sprechchören zur Jubelarie aufs Eis holten, war dennoch nicht ganz einverstanden mit der Leistung seines Teams. Offenbar hätten die vielen Aktionen am „Kids Day“ in der Donau-Arena auf seine Spieler abgefärbt, monierte er. „Wir haben heute gespielt wie die Kinder“, klagte der 53-Jährige. Von der von ihm angestrebten Dominanz auf dem Eis sei zu wenig zu sehen gewesen. Die Spielpause nutzt der Deutsch-Russe selbst zu einem Kurztrip nach Moskau. Eis werde es in dieser Woche nur in Form von „Vanille, Schoko oder Banane“ geben, fügte er scherzhaft hinzu. Blue-Devils-Coach Ken Latta bilanzierte: „Wir waren auf einem guten Weg. Aber dann haben wir es dem Gegner zu leicht gemacht.“

Am Rande der Begegnung gab Eisbären-Geschäftsführer Christian Sommerer bekannt, dass das erst 16 Jahre alte Talent Fabian Herrmann aus dem EVR-Nachwuchs bereits im Februar einen Dreijahresvertrag signiert hat.

Am „Kids Day“ wurden in der Donau-Arena zunächst Geschenke verteilt. 3300 Euro Reinerlös hatten die „F*ck-Cancer“-Aktionen am Rande des Spiels gegen Riessersee erbracht, dieser Betrag floss wohltätigen Zwecken zu.

Zweifelhaftes Prädikat

Anschließend waren die Eisbären auch sportlich in Geberlaune. Die Hausherren erlaubten in einem rasanten ersten Drittel, das phasenweise allerdings auch das zweifelhafte Prädikat „vogelwild“ verdiente, Weiden die dreimalige Führung. Marcel Waldowsky, Christian Ouellet und Martin Heinisch trafen jeweils im Nachfassen, die Regensburger Verteidigung ließ in diesen Szenen die Konzentration vermissen.

Allerdings schlugen die Eisbären in allen Fällen prompt zurück. Petr Heider, Philipp Vogel und Kapitän Peter Flache sorgten mit ihren Toren für den 3:3-Zwischenstand nach 20 Minuten. Wer gnädig über die Aussetzer der beiden Defensivreihen hinwegsah, durfte sich bestens unterhalten fühlen.

Eisbären-Torhüter Peter Holmgren und sein Gegenüber Daniel Filimonow hatten auch sonst alle Hände voll zu tun. Regensburger Chancen ließen beispielsweise Constantin Ontl, Flache und Jakob Weber ungenutzt. Früh in der Begegnung hatten die Eisbären das Handicap zu verkraften, dass Nikola Gajovsky mit muskulären Problemen angeschlagen auf der Bank blieb.

Gajovsky kehrte mit Beginn des zweiten Drittels aufs Eis zurück. Die Partie blieb stürmisch, allerdings blies jetzt vor allem den Blue Devils ein scharfer Wind ins Gesicht. In gut fünf Minuten Spielzeit zogen die Gastgeber durch Tore von Benedikt Böhm, Gajovsky und Flache auf 6:3 davon. Filimonow sah vor allem bei Gajovskys Tor nicht allzu gut aus und räumte nach einer Auszeit von Latta den Kasten. Johannes Wiedemann durfte ran.

Weiden ließ sich trotz der Rückschläge nicht hängen. Und Hauptschiedsrichter Göran Noeller, der bisweilen eine klare Linie vermissen ließ, brummte Gajovsky wegen eines angeblichen Checks gegen den Kopf zwei plus zehn Strafminuten auf.

Flaches dritter Streich

Doch die Eisbären ließen sich auch davon nicht irritieren. In Unterzahl stellte Flache mit seinem dritten Streich an diesem Abend das Resultat auf 7:3. Lukas Heger schob einen krachenden Pfostenschuss hinterher, quasi als akustisches Ausrufezeichen hinter einem torreichen zweiten Drittel.

Das Schlussdrittel geriet zum beiderseitigen Schaulaufen ohne den letzten Einsatz. Matt Abercrombie scheiterte bei einem fragwürdigen Penalty an Holmgren. Jonas Franz setzte schließlich mit dem achten Regensburger Treffer den Schlusspunkt.

Weiter geht’s für die Eisbären am Freitag, 16. November (20 Uhr), mit dem Auftritt beim Höchstadter EC.

Eisbären – Blue Devils 8:3 (3:3, 4:0, 1:0)

Eisbären Regensburg: Holmgren – Heider, Gulda; Vogel, Schütz; Schiller, Weber; Tippmann – Gajovsky, N. Kroschinski, Divis; Flache, Heger, Böhm; Vinci, Keresztury, Ontl; Schwarz, Franz, Stöhr

Bue Devils Weiden: Filimonow (26. Wiedemann) – Schreyer, Herbst; Bäumler, Willaschek; Deichstetter, Noe; Lehner, Voigt – Siller, Kirchberger, Waldowsky; Geisberger, Abercrombie, Heinisch; Ouellet, Pronath, Habermann; K. Kroschinski, Wolf

Tore: 0:1 (10:28) Waldowsky (Siller, Kirchberger); 1:1 (12:01) Heider (Holmgren); 1:2 (13:27) Ouellet (Pronath, Habermann); 2:2 (14:45) Vogel (Keresztury); 2:3 (15:28) Heinisch (Abercrombie, Geisberger); 3:3 (16:19) Flache (Vogel, Böhm); 4:3 (21:04) Böhm (Holmgren, Heger bei 5-4); 5:3 (24:50) Gajovsky (Vogel, N. Kroschinski); 6:3 (25:35) Flache (Böhm); 7:3 (34:41) Flache (Heger bei 4-5); 8:3 (59:33) Franz (Stöhr, Schwarz); Besonderes Vorkommnis: Abercrombie scheitert mit Penalty an Holmgren (55.)

Schiedsrichter: Göran Noeller (Bad Muskau); Zuschauer: 2835; Strafminuten: 6 plus 10 Gajovsky – 8

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