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Eishockey

Eisbären unterliegen im Penaltyschießen

Der Regensburger Eishockey-Oberligist zieht nach einer Torflut gegen die Blue Devils aus Weiden mit 6:7 den Kürzeren.
Von Heinz Gläser

Nikola Gajovsky (rechts; hier gegen seinen ehemaligen Teamkollegen Barry Noe) trifft gegen die Blue Devils zweimal, scheitert jedoch im Penaltyschießen.  Foto: Nickl
Nikola Gajovsky (rechts; hier gegen seinen ehemaligen Teamkollegen Barry Noe) trifft gegen die Blue Devils zweimal, scheitert jedoch im Penaltyschießen. Foto: Nickl

Regensburg.Am Tag der offenen Tür hatten die Blue Devils aus Weiden gegen die Regensburger Eisbären das bessere Ende für sich. Das Team von Coach Igor Pavlov unterlag im Derby der Eishockey-Oberliga Süd am Mittwochabend vor 1825 Zuschauern in der heimischen Donau-Arena den Nordoberpfälzern mit 6:7 (2:3, 3:3, 1:0, 0:1) nach Penaltyschießen. In der jederzeit rasanten und äußerst unterhaltsamen, aber auch von eklatanten defensiven Mängeln beider Mannschaften geprägten Begegnung verpassten die Regensburger nach dem 4:2 gegen Peiting am dritten Spieltag den zweiten Saisonsieg. Am Freitag (20 Uhr) sind sie zu Gast bei den Memmingen Indians.

Das Tor der Eisbären hütete erstmals in dieser Spielzeit Raphael Fössinger, und als sein Back-up saß Jonas Leserer auf der Bank. Peter Holmgren pausierte aus privaten Gründen. Fabian Herrmann kehrte in den Kader zurück und stürmte an der Seite von Nikola Gajovsky und Richard Divis. Igor Pavlov bot zudem den jungen Alex Grossrubatscher in der Verteidigung auf.

Kein Pardon für Ontl

Auf den ersten Blick fast kurios mutet die Entscheidung an, die der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) den Eisbären erst am Spieltag telefonisch mitteilte. Wie im Fußball, so im Eishockey: Stürmer Constantin Ontl fehlte nach seiner Spieldauerstrafe am Sonntag gegen Peiting gesperrt, weil es sich um eine Tatsachenentscheidung der Schiedsrichter handelte. Der eigentliche Übeltäter, Eisbären-Stürmer Erik Keresztury, entging deshalb einer Strafe für seinen Stockschlag auf den Helm eines Peitinger Gegenspielers. Der Deutsch-Ungar hatte sich wegen der „blödsinnigen und fast kindischen Aktion“ harsche Worte Pavlovs gefallen lassen müssen. Die Regensburger hatten beim DEB interveniert und auf einen Freispruch für Ontl gehofft, jedoch vergeblich.

Schlafmützig: Mit diesem schönen Wort ist der Start der Gastgeber in dieses Derby treffend beschrieben. Gerade mal 30 Sekunden waren verstrichen, da schlug Ralf Herbsts Geschoss aus Fössingers Sicht links oben zur Weidener Führung im Eisbären-Tor ein. Dorthin zielte auch Tomas Rubes beim zweiten Streich der munter aufspielenden Gäste. Zwischendurch hatte Richard Divis für die Eisbären ausgeglichen. Doch Martin Heinisch stellte in Weidener Überzahl die Zwei-Tore-Führung wieder her.

Ähnlich wie am Sonntag gegen Peiting ließen die Pavlov-Schützlinge sogar eine Zwei-Mann-Überzahl auf dem Eis ungenutzt, diesmal eine 77-sekündige. Gajovsky verkürzte immerhin zum 2:3-Zwischenstand nach dem ersten Drittel. Fössingers Aktionen war in einigen Szenen die fehlende Spielpraxis deutlich anzusehen. Aber auch Weidens Jonas Neffin ließ Unsicherheiten erkennen.

Wie reife Früchte

Auch im zweiten Drittel fielen die Tore wie reife Früchte. Zunächst markiere Nicolas Sauer den 3:3-Ausgleich, aber die Blue Devils konterten durch Treffer des kanadischen Neuzugangs Chase Clayton und Michael Kirchberger. Gajovskys zweites Tor an diesem Abend brachte die Regensburger wieder auf 4:5 heran. Doch auf die defensiven Schwächen blieb sehr zum Unmut des eigenen Anhangs Verlass. Clayton gelang prompt der sechste Weidener Treffer.

Bemerkenswert war bei allen spielerischen Mängeln der Kampfgeist, mit dem sich die Eisbären immer wieder im Spiel hielten. Tomas Schwamberger stellte in Unterzahl das Ergebnis auf 5:6. Glasklare Torchancen hüben wie drüben komplettierten das muntere Scheibenschießen im zweiten Abschnitt.

Die Torflut fand im Schlussdrittel sofort eine Fortsetzung. Eisbären-Kapitän Peter Flache machte bei angezeigter Strafe gegen die Blue Devils mit dem 6:6 früh das Dutzend voll. Anschließend war der Torhunger vorübergehend gestillt. Fössinger steigerte sich von Minute zu Minute und bot nun einige Glanzparaden.

Mit drei gegen drei ging es in die fünfminütige Verlängerung. Das Penaltyschießen musste schließlich die Entscheidung bringen. Während für die Eisbären Herrmann, Sauer und Gajovsky scheiterten, gelang Weidens Rubes gegen Fössinger das Siegtor.

Statistik

Eisbären – Blue Devils 6:7 (2:3, 3:3, 1:0, 0:0, 0:1) n.P.

Eisbären Regensburg: Fössinger – Gulda, Heider; Vogel, Grossrubatscher; Tippmann, Schiller; Weber, Schütz – Divis, Herrmann, Gajovsky; Flache, Schwamberger, Heger; Reisnecker, Sokolov, Sauer; Schwarz, Keresztury, Tausch

Blue Devils Weiden: Neffin – Schusser, Herbst; Noe, Poldruhak; Klein, Schreyer – Siller, Rubes, Heinisch; Geisberger, Clayton, Habermann; Piehler, Kirchberger, Pronath; Maschke, Wolf

Schiedsrichter: Daniel Harrer; Zuschauer: 1825; Tore: 0:1 (0:30) Herbst (Rubes, Schusser); 1:1 (2:51) Divis (Gulda, Gajovsky); 1:2 (5:11) Rubes (Heinisch); 1:3 (9:44) Heinisch (Rubes bei 5-4); 2:3 (16:39) Gajovsky (Gulda, Herrmann bei 5-4); 3:3 (22:18) Sauer (Sokolov, Reisnecker); 3:4 (23:26) Clayton (Geisberger); 3:5 (26:41) Kirchberger (Pronath, Wolf); 4:5 (30:43) Gajovsky (Divis, Heider); 4:6 (31:55) Clayton (Pronath, Klein); 5:6 (34:12) Schwamberger (bei 4-5); 6:6 (41:57) Flache (Grossrubatscher); Penaltyschießen: 6:7 Rubes; Strafminuten: 6 – 14

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