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Eishockey

Eisbären zittern Derbysieg ins Ziel

Nach einer 3:0-Führung wird’s gegen Landshut am Ende nochmal knapp. Am Sonntag geht es zu den Selber Wölfen.
Von Claus-Dieter Wotruba

Felix Schwarz und die Eisbären erkämpften sich gegen Landshut den nächsten Derbysieg. Foto: Andreas Nickl
Felix Schwarz und die Eisbären erkämpften sich gegen Landshut den nächsten Derbysieg. Foto: Andreas Nickl

Regensburg.Die Eisbären vom EV Regensburg haben ihre Lektion gelernt. Im zweiten Heimspiel der Eishockey-Oberliga Süd brachten sie vor 2354 Zuschauern dem EV Landshut mit dem 3:2 (2:0, 1:0, 0:2) in der Donau-Arena die erste Saisonniederlage bei und fahren mit zwei Derbysiegen im Rücken positiv gestimmt zum Auswärtsspiel bei den Selber Wölfen, die am Freitagabend mit einer 3:7--Niederlage in Lindau ihre Tabellenführung ein büßten.

Ein wenig anders war die Aufstellung dann doch. Kapitän Peter Flache wärmte sich diesmal nicht nur auf, sondern lief tatsächlich auf. Und auch Verteidiger Korbinian Schütz meldete sich fit genug für einen Einsatz. Folglich ließ Trainer Igor Pavlov inklusive der DNL-Nachwuchskräfte Andre Bühler und Nicolas Sauer vier komplette Blöcke auflaufen – also acht Verteidiger, wieder mit Lukas Heger, und zwölf Stürmer. Erst einmal aber wogte das Spiel zwar mit voller Intensität hin und her, aber gleichzeitig auch ohne die großen Chancen.

Constantin Ontl hatte die erste ganz große Gelegenheit der Partie nach 8:36 Minuten, als er alleine vor Patrick Berger auftauchte, aber am EVL-Keeper scheiterte. Die Eisbären wurden zwingender und zwingender – und so kam das 1:0 von Nikola Gajovsky auch nicht von ungefähr, weil Landshut die Scheibe nicht aus der Gefahrenzone brachte (12.).

Ein überraschender Penalty

Gleichzeitig stand die Defensive: Ales Jiriks Diagonalschuss, der am Tor von Eisbären-Schlussmann Raphael Fössinger vorbeirauschte (15.) war bis zu Elia Ostwalds Solo in der Endphase des ersten Drittels (19.) hinein noch die beste Gelegenheit. Dass Schiedsrichter Florian Feistl eine Attacke gegen Ontl nach 17:37 Minuten mit einem Penalty ahndete, war überraschend hart und vielleicht auch der Tatsache geschuldet, dass ein Stockangriff gegen Petr Heider unbestraft geblieben war. Gajovsky nahm das Geschenk an: Wie er in aller Seelenruhe wartete, bis Berger auf dem Boden lag, und dann aus spitzem Winkel traf, war höchst sehenswert – und erinnerte an das Weiden-Spiel vom Mittwoch, wo er Gleiches schon einmal beim Penalty praktiziert hatte.

Nach 19 Sekunden im Mitteldrittel ereilte Landshut ein weiterer Schock: Die Schmerzensschreie von Ales Jirik hallten durch die Arena und der Mittelstürmer musste vom Eis gebracht werden, Die Eisbären blieben die beherrschende Mannschaft: Benedikt Böhm (28.), wieder Gajovsky (28.) oder Richard Divis, der bei einem Unterzahlbreak fein bedient von seinem tschechischen Partner mit der Rückhand vergab (33.), hätten das Ergebnis gut und gerne schon da höher schrauben können. Das tat aber erst Petr Heider, der nach einem Solo von Lukas Heger das freie Tor zum 3:0 nach 33:34 Minuten vor sich hatte. Freilich verdiente sich auch Eisbären-Torwart Raphael Fössinger seine Gegentorlosigkeit redlich und parierte zum Beispiel gegen Max Forster (33.), aber auch gegen Marc Schmidpeter blendend.

Doppelschlag bringt Spannung

„Wir müssen unser Spiel spielen“, hatte Trainer Igor Pavlov vor dem Spiel gefordert und gegen Rosenheim vermisst. Die Zuschauer bekamen in diesen 40 Minuten eine Vorstellung davon, wie „unser Spiel“ bei den Eisbären auszusehen hat. Die Regensburger Fans jedenfalls waren begeistert und durften es zunächst auch im Schlussabschnitt weiter sein. Als Christoph Fischhaber in der 46. Minuten bei Landshuter Überzahl die Scheibe vorbeisetzte, schien sich anzudeuten, dass den Niederbayern keine Wende mehr gelingen würde. Doch ein Doppelschlag von Max Forster und Schmidpeter (50./52.) sorgte binnen 84 Sekunden für ein Comeback der Spannung.

Trainer Pavlov nahm eine Auszeit, Fössinger rettete danach nicht nur gegen Alexander Ehl, sondern bei 61-sekündiger doppelter Überzahl hatte Miloslav Horava sogar die Doppelchance zum Ausgleich. 109 Sekunden vor Ende nahm Landshuts Coach Axel Kammerer den Torwart vom Eis, doch die Eisbären zitterten den Derbysieg dann doch ins Ziel.

Eisbären – Landshut 3:2 (2:0, 1:0, 0:2)

Eisbären Regensburg: Fössinger – Gulda, Heider; Vogel, Schiller; Heger, Schütz; Weber, Bühler – Tausch, Gajovsky, Tausch; Vinci, Keresztury, Ontl; Sauer, Flache, Böhm; Stöhr, Schwarz, Franz
EV Landshut: Berger – Zitterbart, Ostwald; Alt, Kronthaler; Nägele, Ettwein – Schmidpeter, Jirik, Pelletier; Baßler, Forster, Horava; Schinko, Fischhaber, Ehl; Trinkberger, Sedlar, Abstreiter
Tore: 1:0 (11:05) Gajovsky (bei 6-5), 2:0 (17:37) Gajovsky (Penalty), 3:0 (33:34) Heider (Heger), 3:1 (49:57) Forster (Ostwald-Horava bei 6-5), 3:2 (51:21) Schmidpeter (Sedlar-Pelletier)
Schiedsrichter: Florian Feistl. – Zuschauer: 2354. – Strafminuten: 6 – 10

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