MyMz

Eishockey

EVR: Kevin Schmitt ist einer der Abgänge

Eisbären-Trainer Igor Pavlov hat klare Vorstellungen. Sebastian Alt soll trotz Vertrags gehen, Gajovsky-Partner wird gesucht.
Von Claus-Dieter Wotruba

Nach über 200 Spielen Oberligaspielen konzentriert sich Kevin Schmitt künftig auf seinen Beruf und spielt in der neuen Saison nicht mehr für die Eisbären des EV Regensburg. Foto: Andreas Nickl
Nach über 200 Spielen Oberligaspielen konzentriert sich Kevin Schmitt künftig auf seinen Beruf und spielt in der neuen Saison nicht mehr für die Eisbären des EV Regensburg. Foto: Andreas Nickl

Regensburg.Nach der Saison ist vor der Saison: Die heutige Abschlussfeier der Eisbären ab 19 Uhr im Regensburger Antoniushaus, bei der auch der Nachfolger von Yannick Drews als „Spieler der Saison“ verkündet wird, ist der offizielle Endpunkt einer wechselvollen Saison in der Eishockey-Oberliga, die die Fantreue an mancher Stelle auf die Probe stellte. „Wir können uns bei den Fans nur bedanken“, sagt Trainer Igor Pavlov mit Blick auf den nach wie vor guten Zuschauerschnitt von exakt 2200 nach 26 Heimspielen.

Der lettische Russe hatte das Team nach der Trennung von Beppi Heiß zum Meisterrunden-Start übernommen und in 21 Partien jenen Ruf bestätigt, den er sich bei den Eisbären in auch nur 19 Partien in der letzten Zweitliga-Spielzeit 2008 gemacht hatte.

„Tilburg kann DEL 2 gewinnen“

Pavlov gilt es harter Hund – und schon die Zahlen der zweimonatigen Amtszeit sprechen Bände: „Wir haben 102 Trainingseinheiten auf dem Eis absolviert, 185 insgesamt“, sagt Pavlov. Den Saison-Schlusspunkt setzten drei Niederlagen gegen die Tilburg Trappers aus den Niederlanden, die Pavlov durch und durch imponierten. „Sie könnten in der DEL 2 mitspielen, ja die DEL 2 sogar gewinnen“, urteilt Pavlov.

Bester Skorer, bester Torschütze, meiste Strafzeiten: Bestmarken der Eisbären-Saison finden Sie hier.

Ab sofort steht gemeinsam mit dem sportlichen Leiter Stefan Schnabl die Planung einer ersten – und wenn nichts dazwischenkommt – kompletten Pavlov-Saison an, für die der 53-Jährige klare Vorstellungen hat. Die Größenordnung der Veränderung taxiert er so: „Grob gesagt, wird es etwas weniger als die Hälfte des Kaders sein.“ Was potenzielle Neuzugänge haben müssen, benennt Pavlov klar: „Ehrgeiz und Qualität für den Aufstieg. Zumindest einen ersten Schritt in diese Richtung wollen wir machen. Wir wollen angreifen.“ Exakt das war auch die Motivation, weswegen Pavlov sich entschloss, aus Regensburg etwas machen zu wollen: „Ich wollte es noch einmal wissen.“

Fünf Spieler haben für die Spielzeit 2018/19 Vertrag in Regensburg – eigentlich. Neben Torwart Peter Holmgren sind das Topskorer Nikola Gajovsky, die Stürmer Peter Flache und Leopold Tausch sowie Verteidiger Sebastian Alt. Doch mit dem 25-Jährigen, der als Nummer-eins-Verteidiger angepriesen worden war, diese Rolle aber nie auch nur im Ansatz ausfüllen konnte und obendrein mit einer Gehirnerschütterung lange ausfiel, plante Pavlov schon in den Playoffs kaum und in Zukunft gar nicht mehr. „Wenn er keinen Job findet, müssen wir ihn bezahlen. Aber ich möchte ihn nicht im Trainingsbetrieb haben“, fällt der Coach sein Urteil.

Igor Pavlov grübelt schon kräftig über dem Eisbären-Kader in Regensburg für die Saison 2018/19. Foto: Nickl
Igor Pavlov grübelt schon kräftig über dem Eisbären-Kader in Regensburg für die Saison 2018/19. Foto: Nickl

Weitere Abgänge sind fix: Jason Pinizzotto beendet mit 38 Jahren seine Karriere und wird im Antoniushaus ebenso nicht dabei sein wie Sebastian Wolsch. In der Defensive wird künftig auch Kevin Schmitt fehlen, der aus beruflichen Gründen mit erst 24 Jahren aufhört. „Kevin hat einen guten Job und kann nicht mehr so viel Zeit investieren. Er hat sich entschieden und ich finde es gut, dass er Prioritäten setzt“, erklärt Pavlov, der den Sommer über in Regensburg bleibt und sein Team in insgesamt fünf Trainingsblöcken bis zum offiziellen Trainingsstart Mitte August körperlich fit machen will. „Dieses Prinzip habe ich in Bremerhaven begonnen. Im Sommer werden Eishockeyspieler geboren: Das ist eine lange Zeit, in der wie einen qualitativen Sprung machen können, sollen, müssen und werden“, sagt Pavlov.

Torwart-Trio ist komplett

Schon komplett ist das Torwart-Trio, in dem neben Holmgren und EVR-Dauerbrenner Jonas Leserer auch Jakub Urbisch dem Klub erhalten bleibt. „Er ist ein Fitness-Freak. Wir müssen nur mit ihm arbeiten“, findet Pavlov und rechnet in der Defensive weiter mit Korbinian Schütz und Philipp Vogel sowie den beiden Guldas Tomas, der sich nach Startproblemen enorm steigerte, und seinem spät nachverpflichteten Cousin Petr. „Was die beiden geleistet haben, ist sehenswert“, sagt Pavlov und will auch den bereits im Winter als Zugang kolportierten Denis Gulda (bisher Duisburg) dazuholen. „Das ist eine Eishockeyfamilie, das tut uns gut.“

Mit Top-Torjäger Arnoldas Bosas, der wohl vom Zweitligisten Freiburg beobachtet wurde, rechnet auch Igor Pavlov nicht mehr. „Wir haben ein Angebot abgegeben, aber nichts von ihm gehört. Deswegen suchen wir schon einen anderen. Helfen könnte uns vielleicht ein alter Bekannter von Nikola Gajovsky aus der tschechischen Extraliga.“

Alle Nachrichten rund um die Eisbären des EV Regensburg lesen Sie hier.


Einen Überblick über alle Zahlen aller Eisbären-Spieler in der Saison 2018/19 finden Sie in unserer interaktiven Grafik.

Außerdem spielten: 17 Spiele: Nicolas Sauer (2 Tore, 2 Vorlagen, 6 Strafminuten); 14 Spiele: Fabian Birner; 12 Spiele: Nico Kroschinski (1 Vorlage, 10 Strafminuten); 8 Spiele: Michael Fichtl

(2 Vorlagen, 6 Strafminuten); 8 Spiele: Steven Maier; 7 Spiele: Matteo Stöhr (1 Vorlage, 4 Strafminuten); 4 Spiele: Jan Stellmann; 2 Spiele: Davide Vinci, Felix Linden; 3 Spiele: Filip Reisnecker (1 Tor); 1 Spiel: Leon Zitzer

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht