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Rückblick

EVR knüpft an alte Erfolge an

Die Eishockeyspieler landeten im Vorjahr nach langer Pause auf Platz eins bei der Wahl zu „Ostbayerns Sportlern des Jahres“.
Von Claus-Dieter Wotruba, MZ

EVR-Stürmer Vitali Stähle nimmt den Preis in Empfang, den Laudator Jiri Ehrenberger und Dr. Boris Rapp (von links) an die „Mannschaft des Jahres“ überreichten.
EVR-Stürmer Vitali Stähle nimmt den Preis in Empfang, den Laudator Jiri Ehrenberger und Dr. Boris Rapp (von links) an die „Mannschaft des Jahres“ überreichten.

Regensburg.Wer versteht das nicht? Wenn ein Team Siege in Serie feiert, die Zuschauer in Strömen ins Stadion pilgern und der Verein in aller Munde ist, würde jeder gerne tauschen. Sogar Jiri Ehrenberger: Seit der 60-Jährige beim ERC Ingolstadt in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) Sportdirektor ist, wurden die Panther erst deutscher Meister und vergangene Saison Vizemeister. Und doch: „Am vergangenen Wochenende wäre ich schon mit zwei Siegen zufrieden gewesen, der EVR hat 22 in einer Reihe“, sagte der Laudator über den EV Regensburg, der dort einst selbst fünf Jahre als Trainer tätig und in die 2. Liga aufgestiegen war.

51 Prozent der Stimmen

Das imponierende EVR-Zahlenwerk aus der Oberliga Süd setzte die Kür zu „Ostbayerns Sportlern des Jahres“ nahtlos fort: Der EVR, dem mit Dr. Boris Rapp auch der Regional-Geschäftsführer Niederbayern/Oberpfalz der Asklepios Kliniken gratulierte, holte sich über die Hälfte des Stimmkuchens. Den restlichen vier Bewerbern blieben gemeinsam nur die zweiten 50 Prozent – so klar hatte in den vergangenen Jahren in keiner Kategorie ein Kandidat die Wahl gewonnen. Den Aufsteigerinnen in die erste Triathlon-Liga von Tristar Regensburg blieb ein stolzer zweiter Platz. Rekordsieger Buchbinder Legionäre, der mit all seinen Baseball-Triumphen von den vergangenen acht Wahlen seit 2007 sechs für sich entschieden hatte, rangierte diesmal deutlich geschlagen auf Rang drei.

Die Erfolge machen auch die Sport-Prominenz neugierig. „Ich war schon lange nicht mehr in der Donau-Arena“, sagte Leichtathletik-Verbandspräsident Clemens Prokop in einem eingespielten Betrag, „aber jetzt habe ich einen Besuch fest eingeplant“. Und Fußball-Rekordtrainer Karsten Wettberg fasste zusammen, was sich alle wünschen: „Den EVR kann keiner mehr stoppen.“

2010 und 2011 nominiert

Das Eishockeyteam musste lange auf seinen vierten Sieg nach dem Zweitliga-Aufstieg 2001 und der Blüte der Eisbären-Jahre 2004 und 2005 warten. In den zehn Jahren seither waren die Nominierungen 2010 und 2011 mit zwei dritten Plätzen das höchste der Gefühle. Die EVR-Fahne hoch hielt vorwiegend der Nachwuchs mit seinen Siegen in der Jugend-Kategorie 2011 (Knaben) und 2012 (Jugend). Genau diesen Punkt würdigte auch Jiri Ehrenberger. „Regensburg ist der Verein, der sehr viel für das deutsche Eishockey tut. Viele Vereine sollten nach Regensburg fahren und schauen, wie man das macht.“

Aus seinem reichen Erfahrungsschatz weiß Jiri Ehrenberger nur zu genau, dass „man nicht alles planen kann“. Er lobte die Geduld im Verein und die Vorgehensweise. „Was hier aufgebaut worden ist, verdient hohen Respekt. Das ist nicht zufällig passiert, sondern das Ergebnis hervorragender Arbeit.“ Das Endstadium sieht auch Ehrenberger noch nicht erreicht. „Doug (Trainer Irwin, d. Red.) und seine Mannschaft können es diesmal weiter bringen als ins Halbfinale, vielleicht zum Aufstieg in die zweite Liga“, sagte er, formulierte einen Appell und blickte noch weiter in die Zukunft: „Macht weiter so im Nachwuchs wie bei den Profis und Halbprofis, dann kann der EVR auch wieder zum Gegner von Ingolstadt werden.“

Vitali Stähle, den der EVR als Vertreter auf die Bühne zu Moderator Armin Wolf geschickt hatte, sprang zwar bei der Verkündung der Botschaft sofort freudig auf, blieb ansonsten aber gelassen. „Es sieht vielleicht nicht so, aber das ist alles harte Arbeit“, sagte der Deutsch-Russe, der einer der Leistungsträger im Team ist. „Wir pushen uns gegenseitig, denken von Spiel zu Spiel und sind froh, dass wir für diesen Trainer spielen. Der Erfolg zeigt, dass er der richtige für uns ist.“ Stets hatten Doug Irwin und Team betont, dass noch nichts erreicht ist. Immerhin: Als „Mannschaft des Jahres“ haben sie einen ersten Titel jetzt im Sack. Mit einem erfolgreichen Abschneiden in den Playoffs ließe sich eine Titelverteidigung gut angehen.

Mehr Informationen zum EV Regensburg finden Sie hier.

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