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Eishockey

Friede, Freude, Eisbär sein

Der Sprung auf Platz eins war der perfekte Zeitpunkt für die schon lange beschlossene Vertragsverlängerung von Igor Pavlov.
Von Claus-Dieter Wotruba

Geschäftsführer Christian Sommerer umarmte Igor Pavlov und sagte: „Igor ist der Eisbär schlechthin.“ Foto: Andreas Nickl
Geschäftsführer Christian Sommerer umarmte Igor Pavlov und sagte: „Igor ist der Eisbär schlechthin.“ Foto: Andreas Nickl

Regensburg.Wenn Igor Pavlov bei der Pressekonferenz vor der Kamera steht, wirkt er manchmal fast verlegen. „Ich bleibe bescheiden“, hat er im Sommer mal gesagt. Und vor jedem Spiel – egal, gegen wen – predigt das Neujahrskind des Jahres 1965 „Respekt“ vor dem Gegner. Jetzt haben seine Eisbären vom EV Regensburg den Respekt vor sich selbst gemehrt: Auch wenn vor nicht allzulanger Zeit 2015/16 schon einmal 30 Erfolge in Folge in der Vereinshistorie stehen, zehn Siege am Stück sind auch kein Pappenstiel.

Lesen Sie hier, wie das Spitzenspiel gegen Peiting lief.

Eishockey

Eisbären Erster, Pavlov verlängert

Der zehnte Sieg in Folge bringt Regensburg die Tabellenführung. Spitzenreiter Peiting wird mit einem 5:2 gestürzt.

Bis auf Rosenheim hat die Mannschaft von Trainer Igor Pavlov jetzt alle zehn Konkurrenten in der Eishockey-Oberliga Süd schon einmal geschlagen. Auch Peiting hatte bis zum Halloween-Abend noch gefehlt: Das 5:2 (1:1, 1:1, 3:0) gegen den bisherigen Tabellenführer Peiting hievte die Eisbären auf den Thron, den es jetzt in einem Derby-Wochenende und vor der folgenden Deutschland-Cup-Pause zu verteidigen gilt. Am Freitag (19.30 Uhr) steht beim EV Landshut nach seinen drei Niederlagen in den letzten fünf Spielen die Spitzenposition bei einem gefährlich angeschlagenen Gegner massiv auf dem Prüfstand. Am Sonntag, an dem wegen des Kids Days das Spiel bereits um 16.30 Uhr beginnt, kommen die Blue Devils aus Weiden in die Donau-Arena.

Wichtige Signale in 23 Spielen

Noch ist es sehr früh in der Saison, doch elf Test- und zwölf Punktspiele versendeten wichtige Signale: Diese Mannschaft kann vielleicht tatsächlich das, was Igor Pavlov – in dieser Angelegenheit höchst unbescheiden – von Anfang an im Sinn hatte: um den Aufstieg spielen. „Friede, Freude, Eisbär sein“: Das ist momentan das Motto. „Die Jungs arbeiten hart, sie funktionieren und haben Spaß zusammen. Ich wünsche, dass alle unverletzt bleiben und wir so weiter machen“, sagte Pavlov nach dem Coup gegen Peiting.

Einen Kommentar von MZ-Autor Claus zur Vertragsverlängerung von Igor Pavlov lesen Sie hier.

Kommentar

Begeisterung mit Vorsicht

Die Maßeinheit des Sports hat sechs Buchstaben: Erfolg. Die Eisbären haben wieder Erfolg. Erfolg, den ihnen in dieser Form und Schnelligkeit eher wenige...

Es war der perfekte Zeitpunkt, um zu verkünden, was Pavlov und Eisbären-Geschäftsführer Christian Sommerer heimlich, still und leise schon im Sommer vollzogen hatten – eine Vertragsverlängerung um „zwei Jahre plus x“ (Sommerer). „Was Igor von April bis August geleistet hat, kann man nicht in Worte fassen“, lobte der Geschäftsführer. „Und man sieht es auch auf dem Eis. Igor, vielen Dank. Igor ist der Eisbär schlechthin.“ Der Trainer spielte den Ball brav zurück: „Es ist sehr emotional, aber ich bleibe cool. Danke für das Vertrauen. Schwer war nicht, den Vertrag zu unterschreiben, schwer war nur den passenden Zeitpunkt zu finden, es bekanntzugeben.“ Und so hatte er sich die Tabellenführung als Zeitpunkt gewünscht und witzelte mit Blick auf die beiden Startniederlagen: „Es sollte schon vor zwei Spielen sein, aber es ist nie zu spät.“ Der Rahmen für die Verkündigung des Vertrages des „wichtigsten Bausteins im Regensburger Eishockey“ (Sommerer) war perfekt, das Spiel war es beileibe nicht.

Das Mantra: „Weiter und weiter“

„Wir haben einfach 60 Minuten hart gearbeitet, sind immer wieder gelaufen, haben immer wieder gekämpft. Weiter und weiter und weiter“, schilderte Pavlov das Eisbären-Mantra des Tages. Zweimal musste seine Mannschaft Rückstände durch Simon Maier (13.) und Andreas Feuerecker (21.) hinnehmen, zweimal glichen Petr Heider in Überzahl (19.) und Nico Kroschinski per Solo (24.) aus – wieder eine Glanztat eines Youngsters aus dem eigenen Nachwuchs.
Danach wusste Peitings Coach Sebastian Buchwieser vor dem Start in die letzten 20 Minuten: „Wer das 3:2 schießt, wird einen großen Vorteil haben. Leider war das Regensburg.“ Peter Flache war losgezogen und per Foul gestoppt worden. Das ermöglichte Nikola Gajovsky einen weiteren sehenswerten Auftritt per Penalty: Einmal kurz an der Mittellinie durchgeschnauft, losgekurvt und Peitings Ersatz-Schlussmann Andreas Magg verladen – fertig war der Wegbereiter für den Sieg (50.), den Peter Flache selbst im 500. Spiel einer EVR-Mannschaft in der Donau-Arena schon 138 Sekunden später eintütete und Lukas Heger 66 Sekunden vor Schluss ins leere Tor vollendete.

So sehen Sieger aus. Foto: Nickl
So sehen Sieger aus. Foto: Nickl

Buchwieser wollte ob einiger Ausfälle nicht lamentieren, hatte aber doch ein Stück Niederlagen-Grant im Gesicht. „Es hat nicht an den Verletzten gelegen, sondern Regensburg hat gut gespielt und deswegen haben wir verloren“, sagte Buchwieser und sah „ zuviele Scheibenverluste in der neutralen Zone und zuviele Strafzeiten.“

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