mz_logo

Eisbären
Samstag, 21. April 2018 28° 2

Eishockey

Für die Eisbären gab es nichts zu erben

Deggendorf trumpft beim 5:1 in der Donau-Arena im Stile eines Spitzenteams auf. In Lindau wird es am Sonntag weichenstellend.
Von Claus-Dieter Wotruba, MZ

Am starken Deggendorfer Torwart Cody Brenner kamen die Eisbären (rechts Nikola Gajovsky, hinten Benjamin Kronawitter) nur einmal vorbei. Foto: Andreas Nickl

Regensburg.Es bleibt dabei: Gegen in der Tabelle der Eishockey-Oberliga Süd besser platzierte Teams ist nichts zu holen: Gegen den Tabellenzweiten Deggendorfer SC, der vor 2667 Zuschauern in der Donau-Arena im Stile einer Spitzenmannschaft auftrumpfte, setzte es für die Eisbären des EV Regensburg wie schon im Hinspiel eine 1:5 (0:2, 1:1, 0:2)-Heimniederlage. Weil auch der EV Lindau, der am Sonntag (18 Uhr) Regensburger Gastgeber ist, in Landshut klar verlor (1:5), bleibt es bei den sieben Zählern Vorsprung auf Rang neun.

Deggendorfs Coach John Sicinski hatte es schon oft umgekehrt erlebt und drückte es diesmal so aus: „Ich finde, es war viel knapper, als es das Ergebnis sagt. Die Regensburger hatten Riesenchancen und haben das leere Tor verpasst. Das hätte das Spiel kippen können. Unsere Spezialteams in Überzahl und Unterzahl haben das Spiel entschieden und Cody Brenner war sehr stark im Tor.“ Eisbären-Trainer Beppi Heiß pflichtete Sicinski bei und machte seiner Mannschaft „vom Kämpferischen und Läuferischen keinen Vorwurf. Wir hatten Riesenchancen, für uns war es frustrierend.“

Defensiv starteten die Eisbären vogelwild ins Spiel. Das nützten die Gäste schnell, kühl und schön herauskombiniert, als bei beidseitiger Strafzeit für Jason Pinizzotto und Nico Wolfgramm ein bisschen mehr Platz auf dem Eis war. Andreas Gawlik und Andrew Schembri bereiteten so vor, dass Eisbären-Keeper Justin Schrörs schon am Boden lag und Marius Wiederer keine Mühe hatte, nach 262 Sekunden das 1:0 zu erzielen. Als auch noch Robert Peileikis frei vor ihm auftauchte (7.), mahnte auch der sonst so ruhige Schrörs sauer sichtbar mehr Gegenwehr an.

Und ja, die Eisbären fanden besser ins Spiel. Beppi Heiß ließ nur mit drei Reihen spielen, stellte Franz Mangold als Mittelstürmer zu Jason Pinizzotto und Kapitän Peter Flache sowie Lukas Heger zu Nico Kroschinski und Leopold Tausch. Doch die Regensburger hatten noch ein riesengroßes Manko – ihre Chancenverwertung. Arnoldas Bosas hätte schon nach dem 1:0 postwendend im ebenso schön herausgespielt treffen können (5.) und scheiterte auch in Überzahl am bärenstarken Ex-Regensburger Cody Brenner, ebenso Kapitän Peter Flache gleich doppelt (10.). Und selbst als den Deggendorfer ein kapitaler Bock mit einem Fehlpass im eigenen Drittel unterlief, konnte Bosas das im Zusammenspiel mit Nikola Gajovsky nicht nutzen (13.).

Deggendorf machte das kurz- und schmerzlos – und mit Ankündigung. Curis Leinweber in Überzahl (14.) und Sergej Janzen mit einem Solo und Rückhand-Abschluss (15.) kündigten an, was Schembri mit dem 2:0, einem trockenen Schuss ins kurze Eck, in der 16. Minute vollzog.

Dennoch: Die Gastgeber hatten sich ins Spiel gekämpft, taten das weiter und zogen im zweiten Drittel auch die Zuschauer auf ihre Seite. Jason Pinizzotto machte das, was er am allerbesten kann: In Überzahl stand er goldrichtig für den Abpraller, als Brenner den ersten Versuch von Bosas noch abwehren hatte können (25.). Brenner hatte weiter gut zu tun: Der direkt von der Strafbank kommende Sebastian Wolsch kam alleine auf den Gästetorwart zulaufend auch nicht an ihm vorbei.

Dazu kamen die Regensburger mit vier Strafzeiten in knapp acht Minuten in die Bredouille. Bezeichnend: Erst gab es statt Regensburger Torjubel die zweite Strafzeit in Folge für Peter Flache (33.), dann fand vier Sekunden vor Ablauf der Eisbären-Unterzahl das Zuspiel von Ales Jirik vor dem Tor DEC-Torjäger Kyle Gibbons – 1:3 (34.).

Nach einer ersten Top-Chance für Gibbons nach 34 Sekunden im Schlussdrittel rannten die Eisbären wieder an und dem Rückstand hinterher. In der 43. Minute eröffnete sich mit eineinhalb Minuten Zwei-Mann-Überzahl die Gelegenheit, doch auch da kam man nicht an Brenner vorbei. ! „Das runterzukillen, war ganz wichtig“, sagte Sicinski hinterher. Wenig später schlug Yannik Baier kurz vor der Torlinie auch noch über die hoppelnde, aber schwer zu nehmenden Scheibe (45.).

Und wieder schlug Deggendorf im Stil einer Spitzenmannschaft zu, als Sergej Janzen in Überzahl unter die Latte zum 4:1 traf. Damit war die Entscheidung gefallen und der Deggendorfer Anhang sang: „.Hier reagiert der DSC.“ Und auch das 1:5 des überragenden Schembri fiel nicht mehr ins Gewicht. Umso gewichtiger wird dafür nun das Spiel am Sonntag in Lindau. „Wir fahren mit Selbstbewusstsein dahin und wissen, dass wir vor dem gegnerischen Tor besser sein müssen als diesmal“, sagte Beppi Heiß zum Ausblick.

Regensburg – Deggendorf 1:5 (0:2, 1:1, 0:2)

Eisbären Regensburg: Schrörs – Vogel, Wolsch; Birner, Gulda; Tippmann, Baier – Pinizzotto, Mangold, Flache; Bosas, Gajovsky, Kronawitter; Kroschinski, Heger, Tausch

Deggendorfer SC: Brenner – Vavrusa, Peleikis; Gawlik, Wiederer; Wolfgramm, Sternkopf – Gibbons, Leinweber, Ovaska; Litesov, Jirik, Schembri; Stern, Alexander Janzen, Sergej Janzen

Tore: 0:1 (4:22) Wiederer (Gawlik-Schembri bei 4-4), 0:2 (15:48) Schembri (Gawlik-Wiederer), 1:2 (24:36) Pinizzotto (Bosas-Gajovsky bei 5-4), 1:3 (33:43) Gibbons (Jirik-Gawlik bei 5-4), 1:4 (48:16) S. Janzen (Gawlik-Schembri bei 5-4), 1:5 (55:54) Schembri (Jirik-Gawlik)

Schiedsrichter: Florian Zehetleitner (Oberstdorf). – Zuschauer: 2667. – Strafminuten: Regensburg 16 – Deggendorf 18

Alle Nachrichten rund um die Eisbären des EV Regensburg finden Sie hier.

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht