MyMz

Eishockey

Helmig und Schnabl spielen die Nothelfer

Nach der Trennung von Rob Leask soll das Duo dem EVR wieder in die Spur helfen. „Glücklich ist bei uns keiner“, sagt Vorstand Stellmann-Zidek.
Von Claus-Dieter Wotruba, MZ

Ein Bild aus der Vergangenheit im Februar/März 2012 wird wieder aktuell: Martin Helmig soll im Gespann mit Stefan Schnabl dem EVR dem nötigen Impulse im Kampf um einen Playoff-Platz bringen.
Ein Bild aus der Vergangenheit im Februar/März 2012 wird wieder aktuell: Martin Helmig soll im Gespann mit Stefan Schnabl dem EVR dem nötigen Impulse im Kampf um einen Playoff-Platz bringen. Foto: Nickl

Regensburg. Der 4. Februar ist ein markantes Datum in der Eishockey-Karriere des Rob Leask: Bei seiner ersten Trainerstation nach einer langen Spielerkarriere markiert es den Tag seiner ersten Entlassung. „Martin hat es ihm mitgeteilt: Für ihn war es fast der schlimmste Anruf seines Lebens“, schildert Ivo Stellmann-Zidek, der Vorstand des Eishockey-Oberligisten EV Regensburg, die Gefühlslage des sportlichen EVR-Leiters Ancicka, der früher mit Leask spielte. „Es war die letzte Möglichkeit, der Mannschaft ein Signal zu geben, um ihr deutlich zu machen, um was es geht“, sagt Ancicka.

Als Helfer in der Not fungiert einer, der das schon einmal tat: Ende Februar 2012 übernahm Martin Helmig, der Baseball-Meistertrainer der Buchbinder Legionäre, nach der Trennung von Günter Eisenhut schon einmal, nachdem er zuvor zunächst als Mentalcoach mitgeholfen hatte. „Dass er nur mit Ratschlägen hilft, war diesmal so nach bestimmten Gesprächen nicht möglich“, erklärt Stellmann-Zidek. Für Helmig, der einst auch Eishockey-Profi war, war die Sache schnell klar: „Ich habe mich nicht aufgedrängt, sondern wurde um Hilfe gebeten. Dann bin ich keiner, der nein sagt. Dazu liegt mir zuviel an Regensburg, am EVR und auch an den gemeinsamen Sponsoren“, sagte Helmig. „Die Aufgabe wieder mit Nachwuchs-Cheftrainer Stefan Schnabl zu machen, war eine meiner Bedingungen. Wir wollen das Team so aufbauen, dass es sein bestes Eishockey abliefern. Wir werden alles tun, dass wir die Leute nicht enttäuschen und etwas Gutes herauskommt.“

„Nach ausführlicher Analyse der aktuellen sportlichen Situation ist der EV Regensburg zu der Entscheidung gekommen, Coach Rob Leask mit sofortiger Wirkung zu beurlauben“, hatte Ivo Stellmann-Zidek in einer Pressemitteilung die Entscheidung sechs Runden vor Ende der Hauptrunde verbreitet und Leask „alles erdenklich Gute“ mit auf den Weg gegeben. Noch vor einer Woche hatte der EVR-Vorstand von einer Vertragsverlängerung über die Saison hinaus gesprochen. „Doch wir hatten nicht die Zeit, um Rob die Zeit zu lassen, die er braucht“, sagt Stellmann-Zidek. „Es gibt intern und von außen Stimmen, die glauben, dass ein Abstieg unsere Existenz bedrohen würde. Mir fehlt die Erfahrung, um das zu beurteilen“ An Leasks Qualitäten zweifelt Stellmann-Zidek indes nicht. „Jeder hat bestätigt, dass er es kann und schaffen würde. Die Sache erlaubt nur die Geduld nicht. Glücklich bin ich mit der Entscheidung nicht, keiner im Vorstand ist das.“

Auch Martin Ancicka sagt: „Rob ist nach wie vor ein guter Eishockeytrainer, der die viele Erfahrung, die er als Spieler gesammelt hat, an sie weitergeben kann. Aber die Jungs brauchen frischen Wind: Einige Kandidaten wissen noch immer nicht, dass sie um die Existenz des Vereins spielen.“ Ancicka traut nach sieben Niederlagen in den letzten acht Spielen Martin Helmig zu, die nötigen Impulse zu setzen. „Er ist ein Motivator mit harter Hand, ein Typ mit Charisma und Ausstrahlung“, sagt er. „Wir haben die Spieler, die das Potenzial für das Ziel Playoff haben.“

Wirtschaftlich sieht der Vorstand den EVR auf einem guten Weg. „Wir zahlen Gehälter, Rechnungen und Miete pünktlich, haben die Hälfte der Schulden abgebaut und stehen solide da. Ich wage zu behaupten, dass wir – wenn es so weiterginge – Ende nächster Saison schuldenfrei sein könnten“, sagt Ivo Stellmann-Zidek. Klar war für ihn nur: „Wenn sich die Zuschauer noch mehr verweigern würden als sie es jetzt zum Teil eh schon tun, würde natürlich ein nicht unerhebliches Minus entstehen.“

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht