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Eishockey

Igor Pavlov zählt Gegentore im Training

Vor Spiel drei am Dienstag: Warum den Eisbären-Trainer Halles Tor am Sonntag ärgerte und wie er das Team aufbaute.
Von Claus-Dieter Wotruba

Einer der Glanzparaden vom Sonntag: Eisbären-Torwart Peter Holmgren stoppt einen Alleingang von Halles Nathan Robinson. Foto: Andreas Nickl
Einer der Glanzparaden vom Sonntag: Eisbären-Torwart Peter Holmgren stoppt einen Alleingang von Halles Nathan Robinson. Foto: Andreas Nickl

Regensburg.Herr Pavlov, von den Außenstehenden haben nicht viele damit gerechnet, dass die Eisbären des EV Regensburg nach zwei Spielen in der Playoff-Serie der Eishockey-Oberliga 2:0 führen?

Ob jemand damit gerechnet hat oder nicht, das weiß ich nicht. Ich habe niemanden gefragt.

Aber es ist eine andere Überzeugung im Team spürbar.

Wir versuchen, unser Bestes zu geben.

Auch die Fehler sind reduziert worden.

Ich glaube, dass wir insgesamt jetzt bessere Qualität im Spiel haben.

Woher kommt das? Wie macht man das?

Man muss das viel schleifen. Immer wieder studieren, immer wieder das gleiche Thema verbessern. Immer wieder stoppen, erklären und verlangen. Nur durch das Training auf dem Eis.

Den Spielbericht von Spiel eins am Freitag lesen Sie hier.

Am offensichtlichsten ist es bei Torhüter Peter Holmgren. Da hatte sich zwischendrin vielleicht der eine oder andere gewundert, warum Justin Schrörs gar nicht mehr spielt. Von Igor Pavlov kam immer die Ansage: Holmgren braucht nach seiner Verletzung Praxis. Jetzt ist er in der überragenden Verfassung, in der man in den Playoffs den Torhüter braucht.

Absolut. Man muss nur wissen, was zu tun ist. Wenn der Torwart down ist, braucht es viele Schüsse. Man braucht Quantität im Training, um Qualität zu erzielen. Dann kristallisiert sich das Selbstvertrauen heraus: Hej, ich kann was. Wir zählen im Training immer, wie viele Gegentore er kassiert. Das ist nicht einfach egal und nur Training. Nein, du trainierst so, wie du spielst.

Es waren nur zwei Gegentore in den zwei Spielen. Und fast wäre am Sonntag die Null gestanden.

Ja, wir waren ganz nah am Shutout. Dieses unnötige Foul (Benjamin Kronawitter kassierte bei 56:09 eine Strafzeit, Halles Philipp Gunkel traf 18 Sekunden später bei sechs gegen vier, d. Red.) hat uns das gekostet. Das Shutout hätte uns viel Selbstvertrauen gebracht – vor allem Peter hätte es unheimlich viel gebracht. Aber wir arbeiten daran. Vielleicht wird uns dieser Shutout ja diesmal schon gelingen.

Gab es einen großen Unterschied zwischen dem 3:1 in Halle und dem 3:1 zuhause am Sonntag?

Ich glaube, wir waren in Halle agiler. Zuhause war es ein bisschen routinierter. In Halle war die Spannung spürbar, die Jungs wollten jeden Zweikampf und haben um jede Scheibe gekämpft.

Wobei Halle am Sonntag in der Donau-Arena nicht wirklich Gefahr versprühte.

Wir haben den besseren Teamgeist. Bei denen spielt jeder ein bisschen für sich. So nehme ich das zumindest wahr.

Der „Eisbären-Spieler der Saison“

  • Die Geschichte

    des „Spielers der Saison“ begann 1999. Die erste Wahl gewann damals mit Christian Helber ein Torwart. Im vergangenen Jahr hatte mit Yannick Drews ein EVR-Eigengewächs die Nase vorne, sdas inzwischen in Bayreuth unter Vertrag ist. Jetzt sind die Fans zum 20. Mal gefragt, den besten Spieler dieser Spielzeit zu küren.

  • Wer mitwählen will,

    muss sich langsam sputen. Nur noch bis zum morgigen Mittwoch, 14. März, 24 Uhr ist eine Teilnahme unter www.mittelbayerische.de/evr-abstimmung möglich. Zur Wahl stehen die festen Akteure des Eisbären-Kaders (ohne EVR-Spieler aus der DNL). Bitte beachten: Jeder Teilnehmer hat nur eine Stimme.

Ist ein 2:0-Vorsprung nach zwei Spielen, wenn nur noch ein Sieg fehlt, auch irgendwo gefährlich für den dritten Vergleich am Dienstag um 19 Uhr?

Gefährlich ist alles. Wir wissen, dass im Eishockey nichts unmöglich ist. Halle weiß um die Bedeutung des dritten Spiels. Mit einer Niederlage gingen die Lichter für diese Saison aus – und die werden bestimmt unbedingt vermeiden wollen, zuhause die Saison zu beenden. Dafür werden die alles tun. Aber wir dürfen das eben nicht zulassen und müssen die Mittel finden.

Beim Spiel zuhause gegen Halle war wenig Furchteinflößendes beim Gegner zu erkennen.

Ein Porträt von Eisbären-Gegner Halle finden Sie hier.

Wir haben auch keine Angst. Wir müssen aber bis zur letzten Konsequenz gehen für diesen dritten Sieg.

Also am besten einfach so spielen wie am Freitag?

Ja, ja. Auswärts ist das eine harte Sache. Lange Fahrt, alles fremd, wir brauchen einfach einen totalen Fokus.

Ist jetzt alles so, wie Igor Pavlov es im Team haben will?

Noch nicht.

Wo fehlt es am meisten?

Wir müssen Dominanz haben und zeigen, in jedem Detail. Natürlich ist auf unseren Torwart Verlass. Aber wir müssen auch ohne ihn gewinnen – oder für ihn.

Den Spielbericht vom Heimspiel gegen Halle finden Sie hier.

Macht die Sache schwerer, dass einige Spieler aus langen Verletzungspausen kommen. Kann das ein Problem werden?

Nur in Sachen Ausdauer. Diese Spieler sind natürlich physisch nicht so top. Da geht es schon auf die Substanz, wenn man dreimal die Woche spielt.

Spukt irgendwo vielleicht auch schon Tilburg als voraussichtlicher Gegner der nächsten Runde im Kopf herum?

Wenn wir weiterkommen, wird unser Gegner wohl Tilburg sein, ja. Die werden das gegen Weiden wohl in drei Spielen durchziehen.

Das wird eine Überaufgabe. Die Trappers aus den Niederlanden gelten als nahezu unschlagbar und waren in den vergangenen beiden Jahren der deutsche Oberligameister.

Möglich ist alles. Wir wollen auch diese Runde überstehen. Es wird eine interessante Erfahrung für meine Mannschaft.

Aber erst einmal kommt das dritte Spiel in Halle, vielleicht ein viertes am Donnerstag zuhause in der Donau-Arena.

Ganz genau.

Spielt die Kraft auch in einem dritten Spiel schon eine Rolle?

Ja sicher. Wer den klaren Kopf behält, wer frisch und im Energiemodus bleibt, der gewinnt.

Alle Nachrichten rund um die EVR-Eisbären finden Sie hier.

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