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Eishockey

Indians stoppen die Eisbären

Pavlovs Team zahlt bei der 1:4-Heimniederlage die Zeche für viele Unkonzentriertheiten. Am Sonntag geht’s nach Lindau.
Von Heinz Gläser

An Memmingens Torwart Jochen Vollmer kamen die Eisbären nur ein einziges Mal vorbei. Foto: Christian Brüssel
An Memmingens Torwart Jochen Vollmer kamen die Eisbären nur ein einziges Mal vorbei. Foto: Christian Brüssel

Regensburg.Irgendwann endet jede Serie – und oftmals dann, wenn keiner damit rechnet. Nach zuletzt 14 Siegen in Folge mussten sich die Eisbären am Freitagabend überraschend wieder geschlagen geben. Die unter Coach Sergej Waßmiller im Aufwärtstrend befindlichen Memmingen Indians stoppten die Regensburger und bezwangen in der Donau-Arena den Tabellenführer der Eishockey-Oberliga Süd mit 4:1 (2:0, 1:0, 1:1). Am Sonntag (18 Uhr) hat die Mannschaft von Trainer Igor Pavlov beim EV Lindau Gelegenheit, die kleine Scharte gleich wieder auszuwetzen.

Wer allzu lange im wohligen Gefühl sicherer Siege badet, auf den wartet bisweilen eine kalte Dusche. Eine solche verpasste den Regensburger Hausherren nach gerade mal 95 gespielten Sekunden der erst 17 Jahre alte Memminger Manuel Nix, dem in seinem achten Oberliga-Einsatz gegen Eisbären-Torhüter Peter Holmgren sein erster Treffer gelang. Andre Bühler hatte sich zuvor allzu leicht vom Torschützen verladen lassen.

Überhaupt war die Unkonzentriertheit ein prägendes Element im Spiel der Gastgeber. Tomas Gulda hatte sich kurz nach dem ersten Bully einen katastrophalen Fehlpass vor dem eigenen Tor geleistet, und selbst Nikola Gajovsky gestattete sich eine spielerische Unzulänglichkeit. Dennoch gaben die Eisbären nach dem Rückstand eindeutig den Ton an und beschäftigten Indians-Torhüter Jochen Vollmer, der beim 2:8 im ersten Saisonduell in Memmingen entnervt den Kasten geräumt hatte.

Schläger entzwei

Leopold Tausch verpasste es nach Gajovsky-Vorarbeit, den Puck über die Linie zu drücken. Benedikt Böhm und abermals Tausch hatten weitere dicke Gelegenheiten. Als in Memminger Überzahl Sven Schirrmacher beim Schlagschuss der Schläger entzweiging, war Erik Keresztury auf und davon, fand aber keinen Weg am DEL-erfahrenen Vollmer vorbei.

Tomas Gulda kam mit einem Geschoss gegen den Pfosten dem Ausgleich am nächsten, bevor Memmingen den zweiten Treffer draufsattelte. Markus Lillich bezwang auf Vorlage von Nix den ansonsten nicht gerade intensiv beschäftigten Holmgren.

Ungewohnt zweikampfschwach und bisweilen konfus präsentierten sich Pavlovs Schützlinge auch zu Beginn des zweiten Drittels. Gewiss, Nicolas Sauer traf das Gestänge und schraubte damit die Zahl der Pfostenschüsse auf zwei. Aber gleichzeitig eröffneten die Eisbären Memmingen immer wieder leichtfertig Chancen, Tomas Gulda tat sich dabei weiterhin unrühmlich hervor. Und in Überzahl verhaspelten sich Gajovsky, Richard Divis & Co. allzu oft im Aufbauspiel, bevor sie in die gefährliche Zone vorstießen.

Fast schon folgerichtig fiel der dritte Treffer der Gäste. Antti-Jussi Miettinen wurde zumindest nach Ansicht von Referee Göran Noeller regelwidrig gestoppt, und Indians-Kapitän Daniel Huhn ließ sich beim Penalty viel Zeit, ehe er mit einem Schlenker an Holmgren vorbei abschloss.

Ungewöhnliches Mittel

Pavlov griff nun zu einem höchst ungewöhnlichen Mittel, nahm zweieinhalb Minuten vor Ende des zweiten Drittels Holmgren in Überzahl vom Eis. Doch bei sechs gegen vier und nach einer Regensburger Auszeit sogar 33 Sekunden lang bei sechs gegen drei auf dem Eis wollte die Scheibe nicht zum ersten Treffer ins Tor finden.

Nach dem 0:4 durch den zweiten Streich von Nix schien der Deckel auf der Partie zu sein, ehe Jonas Franz mit dem ersten Eisbären-Tor der Partie noch ein wenig Spannung einhauchte. Holmgren verließ erneut minutenlang das Eis, doch selbst als das Tor völlig verwaist war, traf Peter Flache an diesem gebrauchten Abend für die Eisbären erneut nur den Pfosten.

Eisbären – Memmingen 1:4 (0:2, 0:1, 1:1)

Eisbären Regensburg: Holmgren – Heider, Gulda; Heger, Schütz; Bühler, Vogel; Tippmann, Weber – Divis, Gajovsky, Tausch; Sauer, Flache, Böhm; Vinci, Keresztury, Ontl; Stöhr, Schwarz, Franz

ECDC Memmingen Indians: Vollmer – Pokovic, Stotz; Schirrmacher, Koziol; Jainz, Th. Schmid – Salminen, Beck, Pfalzer; Piskor, Huhn, Miettinen; Lillich, M. Schmid, Nix; Becher

Tore: 0:1 (1:35) Nix (Huhn-Th. Schmid); 0:2 (17:33) Lillich (Nix); 0:3 (35:45) Huhn (Penalty); 0:4 (44:47) Nix (Pokovic-Koziol); 1:4 (46:18) Franz (Tippmann-Schwarz)

SR: Göran Noeller (Bad Muskau); Zuschauer: 1915; Strafminuten: 14 – 18

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