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Jakob Weber ist der „Eisbär der Saison“

Der treffsicherste Verteidiger der Liga gewinnt die MZ-Fanwahl. Er war eines der Gesichter des Aufschwungs beim Meister.
Von Claus-Dieter Wotruba

Erst auf der Tribüne, dann nach dem Trainerwechsel Leistungsträger – und MZ-Wahlsieger: Eisbären-Verteidiger Jakob Weber Foto: Andreas Nickl
Erst auf der Tribüne, dann nach dem Trainerwechsel Leistungsträger – und MZ-Wahlsieger: Eisbären-Verteidiger Jakob Weber Foto: Andreas Nickl

Regensburg.Ein bisschen hatte Jakob Weber die Nachtigall schon trapsen gehört, als ihn die mittelbayerische Botschaft mit der Bitte eines Rückrufs erreichte, weil es eine gute Nachricht gäbe. „Könnte es was mit dem Eisbären der Saison zu tun haben?“, fragte er vorsichtig und sagte, als ihm die Nachfolge von Constantin Ontl bei den Eisbären des EV Regensburg übermittelt wurde: „Wahnsinn, das ist cool. Damit habe ich nicht gerechnet, das überrascht mich schon.“

In einer sehr ausgeglichenen Wahl verteilten sich die Fanstimmen auf insgesamt 26 Eisbären: Über 84 Prozent gingen an die Top Ten, 45,7 Prozent an die ersten drei. Am Ende reichten Jakob Weber 19,87 Prozent zu einem klaren Erfolg vor Kapitän Peter Flache (14,06) und Nicolas Sauer (11,77). „Das Ergebnis zeigt auch, dass die ganze Mannschaft eine brutale Saison gehabt hat. Deswegen ist es auch nicht so eindeutig. Für mich war es von den Punkten und den Leistungen eine herausragende Saison, wie ich sie so noch nie hatte. Aber es hätten viele Spieler werden können“, sagt Weber und spürt den veränderten Blick der Fans auf ihn. „Vergangenes Jahr habe ich vielen nicht gefallen. Das hat sich dann doch drastisch verbessert.“

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Eisbären stehen vor einem Charaktertest

Gegen Höchstadt lieferten die Regensburger das verrückteste Spiel der Saison. Auch Jakob Weber erlebte bislang Extremes.

Nach einer beispiellosen Aufholjagd beginnend von Platz elf hatten sich die Eisbären in der Oberliga Süd noch zur Meisterschaft geschossen. Weber hatte 16 Treffer beigetragen und war damit der erfolgreichste Torschütze unter den Verteidigern der Liga. Weber war gleichzeitig eines der personifizierten Gesichter des Umschwungs, den das Team nach dem Trainerwechsel von Igor Pavlov zum Duo Max Kaltenhauser/Stefan Schnabl erlebt hatte. Pavlov hatte Jakob Weber für einige Spiele auf die Tribüne gesetzt und öffentlich kritisiert.

Wie bei Thomas Müller

„Es geht darum, dass dir der Trainer Vertrauen gibt und die Zeit, dich zu zeigen“, sagt Weber, dem der Preis bei Gelegenheit nachgereicht wird. „Vorletzte Saison habe ich gespielt wie diese, stand nur nicht in den Situationen auf dem Eis, um zu zeigen, was ich kann. Wenn es dann mal läuft, klappt vieles von alleine und so steigert sich das nach oben.“ Weber wählt einen prominenten Vergleich aus dem Fußball. „Bei einem Thomas Müller bei den Bayern war das unter Niko Kovac auch nichts Anderes. Das gibt es immer wieder. Ich bin nicht der erste Sportler, bei dem das so war, und werde auch nicht der letzte sein, bei dem es mal gut und mal schlecht läuft.“

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Jakob Weber ist zurück beim EVR

Auch der zweite neue Eisbär ist ein Rückkehrer: Nach vier Wanderjahren unterschreibt der Verteidiger für drei Jahre.

Trainer Max Kaltenhauser reagiert wie in der Saison als einer der Vertrauensgeber gewohnt zurückhaltend auf die Würdigung einzelner Spieler. „Ich bin kein Fan davon, das gilt auch für so eine Wahl“, sagt er. „Ich denke, für das, was wir geschafft haben, war nicht ein Spieler der Saison notwendig, das hätte in meinen Augen jeder aus dieser Gruppe verdient gehabt“, erläutert Kaltenhauser. „Du kannst solche Erfolge nicht haben, wenn du einen, drei oder fünf Superspieler hast, da brauchst du jeden – und ich hätte es jedem gegönnt. Natürlich inkludiert das auch den Jakob. Auch er weiß, dass so etwas nur in einem Team möglich ist. Deswegen sind für mich alle aus dieser Gruppe Spieler der Saison.“

Co-Trainer Stefan Schnabl, der sich um die Verteidiger kümmerte, kennt Jakob Weber schon aus Nachwuchstagen, bevor er über eine kleine Wanderschaft nach Salzburg, Essen und Leipzig wieder zuhause landete. Das freut mich brutal“, sagt Schnabl. „Jakob wurde oft kritisiert und in Frage gestellt. Ich war mir immer sicher, dass er der Spieler ist, der uns helfen kann – und das hat er jetzt bewiesen.“

Ein Regensburger Junge

Vor allem freut Schnabl, dass „es ein Regensburger Junge geworden ist. Er hat einen harten Weg gehen müssen. Und so, wie ich ihn kenne, ist er auch einer mit brutalstem Teamgeist. Er hat ja auch nicht nur offensiv, sondern auch defensiv geglänzt.“ Was Schnabl besonders gefällt: „Es ist eine ehrliche Wahl, weil sie von den Fans ausgeht und dir auch deinen Stellenwert zeigt.“ Bei Gelegenheit kann die Preisübergabe an Jakob Weber auch öffentlich nachgeholt werden. Erst einmal aber muss der Fan-Empfang an der Donau-Arena als Meisterfeier gelten. „Auch das war eine einmalige Sache“, sagt der Maschinenbau-Student.

Das Wahlergebnis: Die Top Ten beim „Eisbär der Saison“

Jakob Weber 19,87 %
Peter Flache 14,06
Nicolas Sauer 11,77
Richard Divis 8,24
Philipp Vogel 6,96
Constantin Ontl 6,25
Michail Sokolov 6,11
Fabian Birner 5,40
Erik Keresztury 3,13
Lukas Heger 2,27
Außerdem erhielten Stimmen: Nikola Gajovsky 1,99 %; Fabian Hermann 1,85; Peter Holmgren 1,70; Lukas Mühlbauer 1,56; Patrick Berger 1,42; Raphael Fössinger 1,28; Tomas Schwamberger 1,28; Xaver Tippmann 0,85; Korbinian Schütz, Lars Schiller, Tomas Gulda, Walther Klaus je 0,71; Felix Schwarz 0,57; Alexander Diel 0,28; Leopold Tausch, Petr Heider je 0,14

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