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Grosseinsatz

Lösten Stinkbomben den Großeinsatz aus?

Im letzten Drittel des EVR-Heimspiels klagten plötzlich immer mehr Besucher über Beschwerden. Deshalb lässt der Betreiber die Arena sofort räumen.
von Erika Neufeld, MZ

Großeinsatz für die Rettungskräfte in der Donau-Arena: Dort war am Freitagabend ein undefinierbarer Geruch ausgetreten. Foto: kamera24.tv

Regensburg.Das Eishockeyspiel des EV Regensburgs gegen Erding am Freitagabend in der Donauarena stand unter keinem guten Stern. Während die Regensburger Spieler eine Niederlage (6:7 nach Penalityschießen) verkraften mussten, mussten sich einige der Fans leicht verletzt in stationäre Behandlung begeben. Letzteres verschuldet durch einen unbekannten Geruch, der plötzlich unter dem Erdinger Block und im Gastronomiebereich auftrat. 25 Personen meldeten sich daraufhin mit Beschwerden wie Übelkeit und Schwindelgefühl, fünf davon wurden vorsorglich noch in der Nacht zur Beobachtung in Regensburger Krankenhäuser gebracht.

Ursache ist noch unklar

Auch wenn die verletzten Fans zwischenzeitlich die Krankenhäuser wieder verlassen konnten und auch die Eishalle wieder freigegeben wurde – bleibt eine Frage aber noch noch offen: Was löste den unbekannten Geruch aus, durch den mehrere Personen leicht verletzt wurden?

Die Polizei Regensburg hat auch zwei Tage später noch keine konkrete Antwort darauf. „Es liegen derzeit keine neuen Erkenntnisse vor“, sagt Stefan Walter am Sonntagmorgen auf Nachfrage der MZ. Es werde aber noch weiter ermittelt. Im Bereich der Getränkeautomaten wurden am Boden sogenannte Wischproben gesichert, die noch ausgewertet werden müssen. Technische Defekte in der Donauarena oder sonstige messbare Gase könnten aber bereits mit Sicherheit als Ursachen ausgeschlossen werden, erklärt Polizeisprecher Stefan Walter.

Die Berufsfeuerwehr Regensburg und der Eismeister hätten die Lage überprüft. Sie konnten alle diesbezüglichen Möglichkeiten ausschließen. Es gab definitiv keine Hinweise dafür, dass Gasleitungen geleckt hätten.

Die polizeilichen Ermittler schließen eines aber nicht aus: Es könnte sich um einen dummen Streich seitens einiger Zuschauer gehandelt haben. „Vielleicht war es eine Stinkbombe“, spekulieren sie. Das hält auch Zuschauer Peter Bernhagen für sehr wahrscheinlich. „Ich kenne den speziellen Geruch Stinkbomben aus Jugendzeiten“, erklärt er. Er glaubt, dass mehrere zum Einsatz kamen.

Kritik an Sicherheitsdienst

Schon in der Pause im dritten Drittel der Partie hatte Peter Bernhagen den Geruch wahrgenommen. „Es hat wahnsinnig stark gestunken“, erzählt er am Sonntag der Mittelbayerischen Zeitung. Er habe daraufhin sogleich den Sicherheitsdienst informiert und gebeten, die Seitentüren zu öffnen. Jedoch ohne Erfolg – die Türen müssten zubleiben, sei er aufgeklärt worden. Als Peter Bernhagen den Alarmknopf drücken wollte, sei er ausdrücklich davor gewarnt worden, es auch nur zu versuchen. „Die Sicherheitskräfte haben absolut versagt“, meint Bernhagen.

Erst am Spielende wurden die rund 1400 Eishockey-Fans aufgefordert, die Arena sofort zu verlassen. Die Räumung verlief weitestgehend ohne Probleme. „Niemand brach in Panik aus“, sagt Stefan Walter. Gegen mehrere Fans mussten sogar Platzverweise ausgesprochen werden, da sie sich weigerten zu gehen. Das sei für ihn auch ein Zeichen dafür, dass es sich nicht um einen ernsten Vorfall gehandelt habe.

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