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Eishockey

Peter Flache erfüllt den EVR-Fantraum

Ein Rückkehrer, der im Winter schon im Gespräch war, ist der erste Regensburger Neuzugang. Stieler-Wechsel ist jetzt fix.
Von Claus-Dieter Wotruba, MZ

Regensburg.Flache, immer wieder Flache: Man hat diesen Namen beim EV Regensburg nicht nur einmal verbunden mit einem Seufzer gehört, wenn es um Wunschkandidaten für eine Rückkehr ging. Es hatte sie ja auch doppelt gegeben, die Flache-Zwillinge, damals 2007/08. Erst kam Paul und verteidigte, im Januar stürmte Peter mit. Jetzt, drei DEL-Stationen und 309 DEL-Spiele später, hat sich der Fanwunsch endlich erfüllt: Ein Flache kehrt zurück: Peter fügt mit 33 Jahren seinen damals nur 15 EVR-Spielen mit sieben Toren und sechs Vorlagen ab dem Sommer weitere Auftritte hinzu.

Am Montagmorgen wurde er beim neuen Sponsor Donau- Transport und Umschlagsgesellschaft (DTU) im Regensburger Hafen präsentiert. „Ich hoffe, du schlägst ein wie ein Blitz“, meinte DTU-Geschäftsführer Friedrich Weigert, der kräftig mithalf, die Verpflichtung zu realisieren. „Ich habe immer gewusst, dass ich irgendwann zurückkomme. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt“, sagte Flache, der beim EVR die Rückennummer 15 tragen wird und Vertrag für ein Jahr mit Option hat. „Ich wollte eine neue Nummer. Die 15 hatte mein Bruder und 2015 wird ein gutes Jahr für mich“, sagt Flache. „Ich war zuletzt in den Playoffs da und habe wie auch schon in der Bayern- und Landesliga Spiele angeschaut. Regensburg ist eine Hockeytown.“

Lehre aus den Duisburg-Spielen

Liebend gerne hätte der sportliche EVR-Berater Martin Ancicka den Mann, der in Straubinger Tagen seine Frau Lisa aus Zeitlarn kennenlernte, die er in drei Wochen heiratet, schon im Winter zurückgelockt. Spätestens im Playoff-Halbfinale gegen die körperlich überlegenen Duisburger hätte sich der Wert von körperlicher Präsenz ausgezahlt. „Da hat uns die Härte gefehlt“, erinnert sich Ancicka. Peter Flache zog damals dem EVR-Angebot jedoch jenes von den Kassel Huskies in der DEL 2 vor und machte dort in 32 Partien sieben Tore und 14 Vorlagen.

„Bei uns soll er schon auch punkten“, sagt Ancicka zur Aufgabe des ersten Neuzugangs 2015/16. „Mit seiner Größe und seiner Erfahrung ist er für die Oberliga auf alle Fälle ein Topspieler. Wir wollen uns in zwei Bereichen verbessern: Zum einen in der Qualität, weil die zweite Reihe nicht so funktioniert hat“, sagt Ancicka, „zum anderen brauchen wir eine aggressivere Mannschaft und ein, zwei Spieler, die Entsprechendes mitbringen.“

Dafür ist Peter Flache, dessen Bruder Paul in der Heimat inzwischen Trainer ist, zweifelsfrei eine Idealbesetzung. Ob in Mannheim, Straubing oder Augsburg: Flache hatte den Ruf des „bad guys“. Zuletzt unfreiwillig auch neben dem Eis in Straubing, als er 2014/15 nach 18 Spielen suspendiert worden war. Der 33-Jährige ist sich seines Markenzeichens bewusst: „Das ist Teil meines Spiels. Ich spiele immer hart. Ich habe in den Playoffs gegen Selb gesehen, was mit dem Stock gegen David Stieler gemacht wurde: Das geht hier jetzt nicht mehr. Klar ist aber auch, dass ich Tore schießen und Vorlagen produzieren will.“

Teil des großen Wunders 2008

Bei seinem ersten Engagement war Peter Flache Teil jenes Teams, das mit 25 von 30 möglichen Zählern unter Trainer Igor Pavlov aus den letzten zehn Spielen eines der größten Eishockey-Wunder der Klubhistorie und den Sprung auf den sportlich rettenden zehnten Platz schaffte – trotz Minikader und ausstehenden Gehaltszahlungen. Wirtschaftlich waren die Eisbären am Ende nicht zu retten und gingen in Konkurs. „Ich war eine Woche da und wir waren insolvent“, erinnert sich Flache. „Ich weiß noch, wie ich mit unserem Torwart Patrick Couture bei einem Bier saß und wir kein Geld hatten. Dennoch war es eine perfekte Zeit. So einen Zusammenhalt habe ich nie mehr erlebt. Seither ist Regensburg auch meine Lieblingsstadt.“

Flache ist beim EVR nach den Vertragsverlängerungen der Leistungsträger Barry Noe (Abwehr) und Vitali Stähle (Sturm) einer der Bausteine, damit nach der Erfolgssaison 2014/15 die Reise nach oben weitergeht. „Wir arbeiten an der einen oder anderen Überraschung mehr“, sagt Martin Ancicka. „Wir werden eine Mannschaft präsentieren, die bezahlbar und gut ist, ohne dass wir jeden nehmen können. Es muss alles im finanziellen Rahmen bleiben“, sagt EVR-Vorstand Ivo Stellmann-Zidek. „Dass das funktioniert, haben wir in der vergangenen Saison ja auch bewiesen.“

Momentan gibt es eine vorrangig zu besetzende Postition. „Unser Hauptthema derzeit ist die Torhüterposition“, sagt Ancicka. Dort wird ein Nachfolger von Martin Cinibulk gesucht. Dabei wurde auch ein Kandidat für eine Rückkehr gerne gehandelt: Jan Guryca. Doch dem Vernehmen nach wird es mit einem EVR-Engagement des 32-Jährigen, der zuletzt in Bad Nauheim in der DEL 2 das Tor als Stammkeeper hütete, wohl eher nichts werden.

Wechsel von David Stieler ist fix

Am Montagabend kam auch die Vollzugsmeldung aus Bremerhaven: Der 26-jährige bisherige EVR-Topskorer David Stieler (149 Saison-Skorerpunkte) wird in der nächsten Saison wie erwartet beim DEL-2-Spitzenteam mit deutschem Pass auflaufen.

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