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Eishockey

Rumpfteam der Eisbären imponiert

Die personell arg geschwächten Regensburger ringen Deggendorf mit 4:2 nieder. Kaltenhausers Team erobert Tabellenplatz zwei.
Von Heinz Gläser

Eisbär Nikola Gajovski (Mitte) scheitert in dieser Situation knapp. Später trifft er.  Foto: Andreas Nickl
Eisbär Nikola Gajovski (Mitte) scheitert in dieser Situation knapp. Später trifft er. Foto: Andreas Nickl

Regensburg.Die Eisbären des EV Regensburg haben ein kleines Bravourstück vollbracht. Sie trotzten dem aus einer Grippewelle und diversen Blessuren resultierendem personellen Notstand und rangen am Freitagabend den Deggendorfer SC nach einer beeindruckenden kämpferischen Leistung verdient mit 4:2 (0:0, 2:1, 2:1) nieder. Durch den neunten Sieg in Folge überflügelten die Eisbären in der Meisterrunde der Oberliga den direkten Konkurrenten aus Niederbayern und stehen nun erstmals im Saisonverlauf auf Rang zwei. Am Sonntag (18 Uhr) ist die Mannschaft von Coach Max Kaltenhauser zu Gast beim SC Riessersee.

Lediglich 16 einsatzbereite Akteure plus die Torhüter Peter Holmgren und Raphael Fössinger hatte Kaltenhauser aus seinem verletzungs- und krankheitsbedingt dezimierten Rumpfkader für dieses Spiel zusammengekratzt. Stützen wie Kapitän Peter Flache, Topscorer Richard Divis, Petr Heider, Erik Keresztury, Jakob Weber und viele mehr mussten im Top-Duell mit dem alten Donau-Rivalen passen. Dennoch galt die Devise: Jammern bringt nichts.

Derart personell gehandicapt, gerieten die Regensburger gegen den DSC, der auf Andrew Schembri und Kyle Osterberg verzichten musste, gleich gehörig unter Druck. Es dauerte mehr als eine Minute, bis die Scheibe den Weg ins Deggendorfer Abwehrdrittel fand – dann allerdings brandgefährlich, weil Fabian Herrmann unverhofft vor David Zabolotny stand, aber am Torhüter der Niederbayern scheiterte.

Referees im Blickpunkt

Im weiteren Verlauf des ersten Abschnitts geriet Hauptschiedsrichter Michael Fendt in der Blickpunkt. Zunächst zog er sich den Unmut der Eisbären-Fans zu, als er Luca Trinkberger gleich zwei umstrittene Strafzeiten aufbrummte. Später dann protestierte der Deggendorfer Anhang lautstark. Fendt verweigerte einem vermeintlichen Treffer von Rene Röthke die Anerkennung, weil Holmgren nach Ansicht des Referees zuvor den Puck bereits in seinen Besitz gebracht hatte.

Die Eisbären nahmen im letztlich torlosen ersten Drittel ihr Herz in beide Hände und stemmten sich mit Macht gegen die Angriffe der Gäste. Zudem verbuchten sie durch Constantin Ontl, Tomas Schwamberger und Nikola Gajovsky, der nach einem Konter knapp das Tor verfehlte, selbst prima Einschussmöglichkeiten. Freilich blieb auch Deggendorf nicht untätig und stellte Holmgren bei Chancen von Jan-Ferdinand Stern und DSC-Kapitän Thomas Greilinger vor Herausforderungen, die der Deutsch-Schwede jedoch bestand.

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Die unglaublichen Eisbären-Geschichten

Das 4:2 gegen Deggendorf bot allerhand Raritäten. Am Sonntag ist für den ehemals Elften in Garmisch sogar Platz eins möglich.

Das zweite Drittel begann mit einem Kuriosum, das den Unmut auf den Rängen weiter anheizte. Das Schiedsrichtergespann verhängte eine Bankstrafe gegen die Eisbären, weil diese nach Ansicht der Unparteiischen zu spät aus der Kabine aufs Eis zurückgekehrt waren. Trinkberger saß die zwei Minuten ab. Er hatte damit seinen Stammplatz an diesem Abend gefunden. Lukas Heger gesellte sich dazu, und 35 Sekunden doppelte Unterzahl für die Hausherren sollten sich rächen. Deggendorfer benötigte 27 davon, dann servierte Marcel Pfänder dem Teamkollegen Greilinger perfekt den Führungstreffer.

Die Eisbären steckten keineswegs auf. Der sehr agile Schwamberger erkämpfte sich Chance um Chance, ließ jedoch frei vor Zabolotny den Ausgleich liegen. Erst Trinkberger, an der blauen Linie hervorragend freigespielt Felix Schwarz, fuhr den Lohn für die Anstrengungen ein. Der Puck flitzte Zabolotny durch die Schoner. Der Ausgleich war verdient.

Dieses 1:1 provozierte eine wütende Reaktion der Deggendorfer, die Holmgren durch Greilinger, Curtis Leinweber und Sergej Janzen umgehend unter Dauerbeschuss nahmen. Der Einschlag erfolgte jedoch auf der Gegenseite. Gajovsky traf gegen den es seinem Tor geeilten Zabolotny zum 2:1. Wer erwartet hatte, dass die Regensburger an diesem Abend chancenlos sein würde, war spätestens nach dem zweiten Drittel eines Besseren belehrt.

Hektik und Rasanz

Auch der Schlussabschnitt war geprägt von Hektik und Rasanz. Kräftemäßig hielten die Eisbären weiterhin mit, was erstaunlich war. Klar war allerdings auch: Diese Messe war noch nicht gelesen. Marcel Pfänder schaffte in Deggendorfer Überzahl im Nachschuss den Ausgleich. Referee Fendt avancierte mit weiteren diskutablen Entscheidungen zum Buhmann der Fans, ehe Lars Schiller auf Zuspiel von Gajovsky die Entscheidung besorgte. Ein technisches Tor, das kurz vor Schluss Schwamberger zugesprochen, rundete den Eisbären-Auftritt ab.

Statistik

Eisbären – Deggendorf 4:2 (0:0, 2:1, 2:1)

Eisbären Regensburg: Holmgren – Gulda, Zitzer; Schiller, Tippmann; Schütz, Vogel – Heger, Gajovsky, Sauer; Ontl, Herrmann, Schwamberger; Trinkberger, Schwarz, Birner; Diel

Deggendorfer SC: Zabolotny - Pietsch, Kokes; Wolfgramm, Gawlik; Pfänder, Grossrubatscher; Kischer – Greilinger, Leinweber, Fomin; Reisnecker, Röthke, Janzen; Stern, Seidl, Brunner; Sonsky, Maul

Tore: 0:1 (21:52) Greilinger (Pfänder-Röthke bei 5-3); 1:1 (31:48) Trinkberger (Schütz-Vogel); 2:1 (37:32) Gajovsky (Gulda-Zitzer);2:2 (52:38) Pfänder (Greilinger-Leinweber bei 5-4); 3:2 (57:46) Schiller (Gajovsky-Sauer bei 5-4); 4:2 (59:53) Schwamberger (Gajovsky, technisches Tor)

Schiedsrichter: Michael Fendt; Zuschauer: 2813; Strafminuten: 14 - 8

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